HBO Max © WarnerMedia
WarnerMedia stellt Streamingdienst in LA vor

14,99 Dollar: HBO Max lässt sich nicht in Preiskampf ziehen

 

In der vergangenen Nacht haben AT&T und WarnerMedia in Los Angeles erstmals umfassend und mit viel Selbstbewusstsein, auch beim Pricing, den Streamingdienst HBO Max vorgestellt, die Strategie des US-Angebots dargelegt und Originals angekündigt.

von Thomas Lückerath
30.10.2019 - 09:00 Uhr

Am Freitag startet AppleTV+ und kostet in den USA 4,99 Dollar, am 12. November folgt Disney+ zum Preis von 6,99 Dollar im Monat oder 69,99 Dollar im Jahr. Netflix gibt's ab 8,99 Dollar und Amazon Prime kostet 119 Dollar im Jahr oder 12,99 Dollar monatlich. Mit Spannung wurde daher insbesondere der Preis von WarnerMedias neuem Streamingdienst HBO Max erwartet.

Das bisherige Streamingangebot von HBO, HBO Now, kostet 14,99 Dollar im Monat. Wie auch Sky in Deutschland stand die US-Marke schließlich vor dem Dilemma, jahrelang fürs lineare Programm stolze Preise verlangt zu haben. Der Wettbewerb aus dem Streamingmarkt hat das Preisniveau aber längst deutlich unterboten. Doch WarnerMedia bleibt auf Premium-Kurs: Auch HBO Max wird ab Mai 2020 für 14,99 Dollar im Monat angeboten.



Bei der Präsentation in einer der Soundstages auf dem Gelände von Warner Bros. nördlich der Hollywood Hills gab es vor der Bekanntgabe des Preises einen detailierten Ausblick auf das, was Kunden von HBO Max in den USA für den höchsten Abo-Preis aller Streamingdiensten erwartet. HBO Max kombiniert Inhalte aller Medienhäuser von WarnerMedia, wozu neben HBO auch Turner, Warner Bros. und CNN gehören. "Friends" und "The Big Bang Theory", "Rick and Morty", die "Herr der Ringe"-Trilogie, die "Matrix"-Filme und DC-Superhelden-Blockbuster aber auch fast alle Filmklassiker und Oscar-Gewinner von Warner Bros. und MGM gehören damit zum Portfolio. Das WarnerMedia eigene Produktionsstudio Warner Bros. wird ohnehin auch rund 50 Prozent der neuen Max Originals produzieren.

HBO Max

Diese Max Originals sollen sich, komplementär zu den eher männlich fokussierten Eigenproduktionen von HBO, an drei konkrete Zielgruppen richten: Kinder, junge Erwachsene (Millenials und Gen Z) sowie Frauen. Für Kinder gibt es u.a. ein Revival von "Adventure Time", eine neue AllStar-Serie mit Hanna Barbara-Charakteren namens "Jellystone" und eine Animationsserie namens "Little Ellen" - von Ellen DeGeneres. Auch Warners eigene "Looney Tunes" werden neu aufgelegt - mit zunächst 80 neuen Episoden und die "Sesame Street" samt neuen SpinOffs gehört auch dazu.

Für die jungen Erwachsenen zeigt HBO Max u.a. die Superhelden-Comedy "DC Super Hero High", Monica Lewinskys Dokumentation "15 Minutes of Shame", eine Neuauflage der früheren CW-Serie "Gossip Girl" und eine Neuinterpretation von "Grease", die WarnerMedia Entertainment-CEO Rob Greenblatt schon bei der MIPCOM in Cannes verriet. Hollywood-Über-Produzent Greg Berlanti steuert auch Produktionen bei, etwa eine "Green Lantern"-Serie. Für die Erwachsenen, mit klarem Fokus auf Frauen, gehören auch Filme und weitere Dokumentationen zum Angebot von HBO Max.

HBO Max

"Jane the Virgin"-Hauptdarstellerin Gina Rodriguez wird im Film "Bobbie Sue" zu sehen sein, Nicole Kidman produziert die Serie "Crime Farm" und Greg Berlanti macht u.a. "Doom Patrol" und die Thriller-Serie "The Flight Attendant". Die Animationsserie "The Boondocks" wird mit zwei neuen Staffeln neu aufgelegt und im Non-Fiktionalen gibt es MakeOver-Shows und mit "Full Bloom" eine Show, in der es um das am schönsten arrangierte Blumen-Bouquet geht. Conan O'Briens Team Coco produziert Comedy-Specials und einst für TNT geplant, jetzt bei HBO Max zuhause: Ridley Scotts neues Serienprojekt "Raised by Wolfs".

Eines der neuen HBO Originals, die dann auch ihre Streaming-Heimat bei HBO Max haben, wird ein in der vergangenen Nacht offiziell bestätigtes SpinOff zu "Game of Thrones" mit dem Titel "House of the Dragon", geschaffen von George R.R. Martin und Ryan Condal mit Miguel Sapochnik als weiteren Showrunner. Die Serie basiert auf Martins Buchreihe "Fire & Blood", spielt 300 Jahre vor den Ereignissen von "Game of Thrones" und erzählt die Geschichte des Hauses Targaryen. Gast bei der Präsentation von HBO Max war auch J.J. Abrams, der ohne viel zu verraten, seine Freude darüber bekundete, künftig mit seinen Projekten, etwa dem SciFi-Fantasy-Drama "Demimonde" bei HBO respektive HBO Max zuhause zu sein.

HBO Max

Neben den eigenen Inhalten der bestehenden Marken, den neuen Max Originals und HBO Originals will HBO Max aber auch weiterhin mit Lizenzdeals externen Content zukaufen. So wird HBO Max die Streaming-Heimat der Kultserie "South Park" mit allen 23 schon vorhandenen Staffeln. Die Folgen aller kommenden Staffeln sind 24 Stunden nach der linearen Ausstrahlung bei Viacoms Comedy Central verfügbar.

Neben den Inhalten gaben WarnerMedia und Mutterkonzern AT&T einen Ausblick auf die großen Erwartungen an den neuen Streamingdienst: Bis Ende 2025 will man 50 Millionen Abonnenten in den USA erreicht haben. Aktuell hat HBO 34 Millionen zahlende Kunden, die ab Mai 2020 übrigens automatisch Zugriff auf HBO Max bekommen. Für die Markteinführung werde man die gesamte Kraft von AT&T nutzen, quantifiziert mit 170 Millionen bestehenden Kundenbeziehungen des Telekommunikationsanbieters und tausenden Stores von AT&T im ganzen Land.

Über den Autor

Thomas Lückerath ist Gründer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Hatte schon viereckige Augen, bevor es Bingewatching gab. Liebt Serien, das Formatgeschäft und das internationale TV-Business. Ist mehr unterwegs als am Schreibtisch.

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