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Unterschiede zwischen Ost und West

Glaubwürdigkeit deutscher Medien ist leicht gesunken

 

61 Prozent der Deutschen halten die Informationen in deutschen Medien für glaubwürdig. Allerdings besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Ost und West. Am glaubwürdigsten werden Tageszeitungen und die Öffentlich-Rechtlichen eingeschätzt.

von Alexander Krei
20.11.2019 - 10:37 Uhr

Nur 61 Prozent der Deutschen halten die Informationen in deutschen Medien für glaubwürdig. Das geht aus einer repräsentativen Studie von Infratest dimap im Auftrag des WDR hervor. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert damit um vier Prozentpunkte gesunken. Er liegt allerdings deutlich höher als in den Jahren 2015 und 2016, als sogar lediglich 52 beziehungsweise 57 Prozent der Deutschen die Medien-Informationen als glaubwürdig einschätzten.

Deutliche Unterschiede bestehen zwischen Ost und West: Während im Westen Deutschlands 64 Prozent der Menschen die Informationen in den deutschen Medien für glaubwürdig erachten, sind es im Osten nur 48 Prozent. Dass es politische Vorgaben für die Berichterstattung der Medien gibt, vermuten nach wie vor 38 Prozent der Deutschen. 58 Prozent sehen keinen Einfluss der Politik, das sind fünf Prozentpunkte mehr als noch vor eineinhalb Jahren. Im Osten Deutschlands geht sogar eine leichte Mehrheit von 50 Prozent der Befragten davon aus, dass es Vorgaben von Staat und Regierung gibt. 47 Prozent glauben das nicht.

Die höchste Glaubwürdigkeit wird nach Angaben der Studie den öffentlich-rechtlichen Radiosendern zugeschrieben - hier liegt der Wert bei 78 Prozent. Die Informationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen liegen bei 74 Prozent und damit auf einem ähnlichen Niveau wie die Tageszeitungen. Die Informationen in sozialen Netzwerken schätzen die Deutschen unterdessen größtenteils als wenig glaubwürdig ein, wobei es zwischen den einzelnen Plattformen durchaus Unterschiede gibt: Während YouTube noch von 19 Prozent der Befragten als glaubwürdig beurteilt wird, fallen Twitter (8 Prozent), Facebook (7 Prozent) und Instagram (4 Prozent) deutlich ab. Aber auch die Boulevardpresse wird mit nur sieben Prozent als wenig glaubwürdig erachtet.

"Obwohl die Nutzung digitaler Medien voranschreitet, sind die öffentlich-rechtlichen Angebote und die Tageszeitungen weiterhin Vertrauensanker für das Publikum", sagte WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn. "Selbst bei den Jüngeren ist die Glaubwürdigkeit von Nachrichten in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter denkbar niedrig. Damit unterscheiden wir uns deutlich von anderen westlichen Gesellschaften wie etwa der amerikanischen. Journalistische Qualitätsmedien sind ein hohes Gut, dass es zu verteidigen gilt."

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