Frontal 21 © ZDF/Svea Pietschmann
AfD beantragte Unterlassungserklärung

Verwirrung um "Frontal 21"-Beitrag: "Recherchen laufen noch"

 

Die AfD wollte einen "Frontal 21"-Beitrag verhindern und tatsächlich ist das angekündigte Thema nicht Teil der jüngsten Sendung gewesen. Beim ZDF weist man darauf hin, dass die Recherchen noch laufen würden.

von Timo Niemeier
27.11.2019 - 12:28 Uhr

Für die "Frontal 21"-Sendung am Dienstag ist eigentlich auch ein Thema über den AfD-Parteitag Ende November angekündigt worden. Berichten wollte das ZDF-Magazin über den sächsischen Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla, dem gute Chancen auf die Nachfolge von Bundessprecher Alexander Gauland nachgesagt werden. "‘Frontal21’ hat sich in seiner sächsischen Heimat auf Spurensuche begeben und mit Parteikollegen sowie ehemaligen Weggefährten gesprochen", hieß es in der Ankündigung der Sendung. Chrupalla musste einen kritischen Bericht erwarten: So kündigte das ZDF bereits an, dass eben diese ehemaligen Weggefährten den Politiker als "Wolf im Schafspelz" beschrieben hätten, der seinen Kreisverband wie eine Sekte und Kritiker mundtot gemacht habe. 

Gesendet worden ist der Beitrag bei "Frontal 21" dann aber nicht. Heikel ist die ganze Sache deshalb, weil ein Journalist des "Tagesspiegel" bei Twitter eine von Chrupalla beantragte Unterlassungserklärung öffentlich machte. Damit wollte er das ZDF ganz offensichtlich an einer Ausstrahlung hindern. War der AfD-Politiker damit also erfolgreich? 

Beim Sender bestreitet man das. Ein Unternehmenssprecher sagt gegenüber DWDL.de: "Das ZDF hat die vom ‘Tagesspiegel’ veröffentlichte Unterlassungserklärung nicht unterschrieben". Tatsächlich ist die bei Twitter veröffentlichte Unterlassungserklärung ohne Unterschrift. "Richtig ist, dass das ZDF einen Online-Text zurückgezogen und sich verpflichtet hat, eine Stellungnahme von Tino Chrupalla abzuwarten und ggf. zu berücksichtigen, also ohne Abschluss der Recherchen die Ankündigung nicht mehr zu publizieren. Die Recherchen laufen noch, dementsprechend ist eine Berichterstattung weiter möglich."

Das heißt: Die Redaktion von "Frontal 21" gibt Chrupalla noch die Möglichkeit, auf die Vorwürfe zu reagieren. Gesendet wird der Beitrag aber wahrscheinlich doch. "Spekulationen, die AfD oder Tino Chrupalla hätten eine Berichterstattung des ZDF verhindert, sind falsch." Gleichzeitig weist der ZDF-Sprecher darauf hin, dass man in der jüngsten "Frontal 21"-Ausgabe am Dienstag einen Beitrag zur AfD und umstrittenen Spenden gesendet habe. 

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