ZDF-Chefredakteur Peter Frey © ZDF/Laurence Chaperon
"Bewusst rechtsextrem"

ZDF-Chefredakteur schließt Höcke als Talkshow-Gast aus

 

Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, hat in der "Zeit" ein Streitgespräch mit Zuschauern geführt und darin erklärt, Björn Höcke sei kein möglicher Talkshow-Gast für den Sender. Wer dem AfD-Politiker im Oktober bei der Landtagswahl die Stimme gegeben habe, habe "bewusst rechtsextrem" gewählt.

von Timo Niemeier
17.12.2019 - 11:56 Uhr

AfD-Politiker Björn Höcke wird so schnell wohl nicht mehr in einer ZDF-Talkshow zu Gast sein. Das legt zumindest ein Interview nahe, das ZDF-Chefredakteur Peter Frey der "Zeit" gegeben hat. Wobei "Interview" in diesem Zusammenhang nicht ganz korrekt ist, vielmehr handelte es sich um ein Streitgespräch mit drei Zuschauern - moderiert von der Wochenzeitung. 

"Wir Medien haben niemanden zu erziehen", sagt Frey darin. "Aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen." Auf die Frage, ob Björn Höcke für das ZDF noch ein möglicher Talkshow-Gast wäre, antwortet der Chefredakteur: "Nein." Wer Höcke im Oktober bei der Landtagswahl in Thüringen gewählt habe, habe "bewusst rechtsextrem" gewählt.

Die immer wiederkehrende Unterstellung, Journalismus in Deutschland habe einen rot-grünen Einschlag, kann Frey nicht verstehen. "Ich sehe das beim ZDF nicht." Der ZDF-Chefredakteur weiter: "Es stimmt einfach nicht, dass konservative Positionen auf unserem Sender keinen Platz haben. Zum Glück sind die Zeiten der alten Bundesrepublik vorbei, als man im Sender wusste, wer in welches politische Lager gehörte, und das Karrieren befördert hat."

Doch Frey benennt in dem Streitgespräch auch Probleme des Senders. Man sei zu alt geworden, sowohl beim Publikum als auch beim Personal. Außerdem sei man nicht divers genug. Zudem gebe es nicht genügend Führungskräfte mit ostdeutschem Hintergrund. Auch zu der Kritik, das ZDF würde zu wenige Migranten in seinen Talkshows haben, äußert sich der ZDF-Chefredakteur. Er sagt: "Leider kriegen wir nicht alle Gäste mit Migrationshintergrund, die wir gern hätten. Manche schlagen unsere Einladung aus, weil sie nach Auftritten schon viele Anfeindungen erlebt haben. Ich finde das besorgniserregend."

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