Julian Reichelt © Springer
Netflix für Live-News?

Reichelt will bei "Bild TV" stark auf Nutzervideos setzen

 

In einer internen Mail hat "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt seine Pläne für ein eigenständiges Bild TV konkretisiert. So will man unter anderem stark auf Nutzervideos setzen, außerdem will man die Zuschauer mit Countdowns emotionalisieren.

von Timo Niemeier
02.01.2020 - 15:36 Uhr

Vor einigen Monaten ist bekannt geworden, dass Axel Springer unter dem Titel Bild TV eine eigene Bewegtbildmarke plant (DWDL.de berichtete). "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt sah das schon damals als Gegenentwurf zu den Öffentlich-Rechtlichen und hat die Pläne zum Projekt nun in einer internen Mail an die Mitarbeiter, über die der "Horizont" berichtet, konkretisiert. 

Tatsächlich wird sich Bild TV ganz massiv von ARD und ZDF unterscheiden, so hat Reichelt angekündigt, stark auf User generated Content setzen zu wollen. "Wir sind Deutschlands erster UGChannel", schreibt Reichelt in der Mail etwa. Nach drei Jahren soll mindestens die Hälfte der Inhalte von den Nutzern kommen. Man wolle einen "Sender der Zuschauer" schaffen. Reichelt: "Wir fragen nicht das Volk, wir geben der Stimme der Menschen ein Zuhause."

Reichelt kündigt in der Mail zudem an, dass das neue Bewegtbildangebot das für Live-News werden soll, was Netflix heute für die Fiction-Welt sei. Wie das mit User generated Content zusammenpasst, wird Reichelt wohl spätestens bei der Einführung des neuen Produkts erklären müssen. Eine genauen Starttermin für Bild TV gibt es allerdings noch nicht. 

Man wolle jedenfalls keinen einfachen Sender schaffen, so der "Bild"-Chef. Man trage kein lineares Erbe und könne jedes Format "von seiner Teilbarkeit und seiner emotionalisierenden Reichweite her" denken. Ganz ohne das Lineare wird aber auch Bild TV nicht auskommen, so Reichelt. Dort würden weiterhin Werte geschaffen und hier sei auch das Geld zu verdienen. Um die Zuschauer zu packen, will man auch stark auf Countdowns setzen. So will man immer irgendeine ablaufende Zeit einblenden ("Noch X Tage Trump", "Noch X Tage bis zu den Sommerferien"). Menschen würden die Dringlichkeit von Countdowns lieben, ist sich Reichelt sicher. Man werde die "wilde Gefühlswelt" der Nutzer in "aufregende Bilder" umsetzen.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen
Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport zum Sports-Update Dienstags: Neuigkeiten aus der Fernseh- und Medienlandschaft Österreichs zum Austria-Update Mittwochs: Very british: Die News der Woche aus dem Vereinigten Königreich zum UK-Update Donnerstags: Aktuelles rund um Audio - präsentiert von der WDR Mediagroup. zum Audio-Update Freitags: Die wichtigsten Medien-Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zum US-Update Samstags: Ulrike Klode schreibt, was sie in ihrer Serienwoche bewegt hat zu Meine Woche in Serie Sonntags: Fernsehkritiker Hans Hoff über Aufreger und Programmperlen zum Hoff zum Sonntag
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 2 mal 4 ist

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.