Bambi © MDR/Burda/Benedikt Jerusalem
Ende der Zusammenarbeit nach 24 Jahren

ARD bestätigt Ausstieg bei Burdas Medienpreis "Bambi"

 

Nach der Goldenen Kamera endet womöglich auch die Geschichte der Bambi-Verleihung. Die ARD ist raus bei der Veranstaltung von Hubert Burda Media. Entsprechende Informationen des Medienmagazins DWDL.de bestätigte der Sender am Donnerstagabend.

von Thomas Lückerath
06.02.2020 - 16:40 Uhr

Erst trennte sich das ZDF von der „Goldenen Kamera“, jetzt also die ARD von der „Bambi“-Verleihung. Seit Jahren standen die öffentlich-rechtlichen Sender immer wieder in der Kritik, mit diesen beiden Shows letztlich Werbeveranstaltungen von Verlagen zu übertragen - und das finanziert mit Rundfunkbeiträgen. Dass die Einschaltquoten der Preisverleihungen zuletzt über die Jahre gesunken sind, dürfte die Entscheidungen hier wie dort erleichtert haben.

Auch inhaltlich waren allerdings sowohl Goldene Kamera als auch Bambi-Verleihung zuletzt immer wieder Gegenstand von Kritik. Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf und das Team von "Circus Halligalli" gewannen für ihre Enthüllung der Käuflichkeit der Goldenen Kamera sogar einen Grimme-Preis. Bei Burdas Bambi sorgte vor einigen Jahren insbesondere der "Integrationsbambi" für Bushido für Kritik. Immer wieder aber wurden den beiden Verleihungen aber auch Gelegenheitspreise unterstellt, weil internationale Stars gerade auf Promo-Tour im Land waren.

Thomas Schreiber© NDR/@ESC-kompakt.de/Peter Rensmann
Nach DWDL.de-Informationen hat die ARD deswegen nach Ablauf des bestehenden Vertages auf eine Verlängerung verzichtet. Auf Anfrage war die ARD am Donnerstagnachmittag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, am Abend aber kam dann die offizielle Bestätigung: "Der Vertrag ist 2019 ausgelaufen; in der ARD gab es ein Votum, keinen neuen Vertrag zu schließen. Wir danken für 24 Jahre vertrauensvoller und erfolgreicher Zusammenarbeit. Wir wünschen dem Bambi alles Gute", erklärt Thomas Schreiber (Foto), ARD Koordinator Unterhaltung, gegenüber DWDL.de. Doch nicht "für immer in der ARD" also, wie WDR-Intendant Tom Buhrow zuletzt noch scherzte.

Der Burda-Verlag erklärte schon zuvor am Donnerstagnachmittag auf Anfrage von DWDL.de, dass es den "Bambi immer geben werde", unabhängig davon, wie sich die ARD hinsichtlich der weiteren Ausstrahlung entscheide. "Bambi funktioniert als starke, populäre und kanalunabhängige Marke mit und ohne TV. Bambi ist eine multimediale journalistische Plattform, die würdigt, was den Menschen wichtig ist." Nach Verlagsangaben habe die Verleihung 2019 über sieben Milliarden Medienkontakte erzielt und sei in über 30.000 Medienberichten thematisiert worden.

Am Abend lässt sich Burda-Vorstandsmitglied Philipp Welte darüber hinaus mit den Worten zitieren: "Unabhängig von der Entscheidung der ARD funktioniert Bambi als größter europäischer Medienpreis und als populäre Marke kanalunabhängig mit oder ohne TV. Die Zusammenarbeit mit der ARD und besonders dem Mitteldeutschen Rundfunk war über 20 Jahre erfolgreich und immer innovativ. Jetzt gehen wir diesen Weg ohne die ARD weiter.“

Die Übertragungen der Medienpreise von Funke (Goldene Kamera) und Burda (Bambi) erschienen zuletzt auch deshalb absurd, weil ARD und ZDF selbst zu den Stiftern einer anderen Preisverleihung gehören, die man zwar bezahlt aber in den letzten vier Jahren gar nicht ausgestrahlt hat: Den Deutschen Fernsehpreis. Hier haben ARD und ZDF sowie RTL und Sat.1 jedoch im vergangenen Jahr eine Stärkung vereinbart und bringen den gemeinsamen Preis wieder als Live-Event ins Fernsehen. In diesem Jahr ist RTL an der Reihe und überträgt die in Köln stattfindende Verleihung des 21. Deutschen Fernsehpreises am 6. Juni live.

Über den Autor

Thomas Lückerath ist Gründer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Hatte schon viereckige Augen, bevor es Bingewatching gab. Liebt Serien, das Formatgeschäft und das internationale TV-Business. Ist mehr unterwegs als am Schreibtisch.

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