Logo: Unity MediaUnity Media hat ein bislang streng gehütetes Geheimnis gelüftet: Die Abozahlen für die Pay-TV-Tochter Arena, die seit Saisonbeginn die Spiele der Fußball-Bundesliga live überträgt. Am 27. August hat Arena demnach rund 800.000 Abonnenten gehabt und ist damit dem selbstgesteckten Ziel von einer Million Kunden bis Jahresende schon sehr nahe. Dieses angesichts des Zwischenstandes doch recht niedrig angesetzte Ziel wurde von Unity Media noch einmal bekräftigt.

Dass Arena schon 800.000 Abonnenten zählen kann, verdankt man allerdings zu einem großen Teil ausgerechnet dem Rivalen Premiere. So hat Arena lediglich 424.000 Abonnenten aus eigener Kraft gewonnen. Von diesen schauen rund 200.000 Kunden über die Kabelnetze von ish und iesy das Pay-TV-Programm, der Rest via Satellit. Die restlichen Kunden steuern die Vertriebspartner Premiere und Kabel BW bei, mit denen erst kurz vor dem Start der Bundesliga-Saison Einigungen erzielt werden konnten.

Positiv wirkte sich hier ohne Frage aus, dass Premiere die Abonnenten im Kabel Deutschland-Netz, die bislang schon Live-Fußball abonniert hatten, automatisch auf das Arena-Abo umstellte. Problematisch aber: Bei den über Vertriebspartnerschaften gewonnenen Abonnenten muss sich Arena die Abogebühren mit dem Partner teilen. Außerdem geht der Plan, mit Arena mehr Kunden auch für die übrigen Pay-TV-Angebote von Unity Media unter dem Namen "Tividi" sowie für Telefonie und Internet via Kabelnetz zu gewinnen hier nicht auf.

Ohnehin konnte Unity Media bislang offenbar nur die Hälfte der Arena-Kunden dazu animieren, auch das TV-Paket "Tividi" zu abonnieren. Wie viele davon auch den Internetzugang über Unity nutzen, konnte oder wollte man gar nicht sagen. Allzu viele sind es wohl nicht: Die Gesamtzahl der Internetkunden betrug Ende Juni gerade mal 60.000, die Zahl der Telefonkunden lag gar bei nur 29.000.

Insgesamt rutschte Unity Media im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen: 104 Millionen Euro betrug der Verlust unter dem Strich in den ersten sechs Monaten des Jahres, noch einmal 25 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank leicht von 290 auf 281 Millionen Euro. Im zweiten Halbjahr wird das Ergebnis stark von Arena belastet werden: Lizenzkosten und die umfangreiche Marketingaktion schlagen dann mit einem dreistelligen Millionenbetrag auf das Ergebnis.