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Corona-Maßnahmen

Die ARD rüstet sich für eine längere Ausnahmesituation

 

Das Erste sendet künftig täglich ein "ARD Extra" nach der "Tagesschau" und richtet sich generell auf eine längere Ausnahmesituation ein. So sollen bei personellen Engpässen Programmübernahmen möglich sein. Den Produzenten will man ähnlich wie das ZDF unter die Arme greifen

von Uwe Mantel
17.03.2020 - 17:08 Uhr

Dass im Anschluss an die "Tagesschau" ein "ARD Extra" zum Coronavirus kommt, hat sich in den letzten Tagen schon eingebürgert und wird nun auch ganz generell zur Dauereinrichtung, wie ARD-Programmdirektor Volker Herres im Anschluss an eine Schaltkonferenz der ARD-Intendantinnen und -Intendanten sagte. Man wolle vertiefende Informationen wie etwa Gespräche mit Politikern und Experten, Reportagen aus dem Land oder auch erklärende Filme liefern. Damit die Redaktionen diese zusätzliche Arbeit auch dauerhaft leisten können, werde die Verantwortung für die Sendung künftig wöchentlich von einer anderen großen ARD-Anstalt übernommen. Diese Woche ist der NDR zuständig, in der kommenden Woche dann der WDR. Alle anderen Anstalten liefern überdies trotzdem zu.

Ganz generell stellt man sich bei der ARD darauf ein, dass es auch in der eigenen Mitarbeiterschaft bei fortschreitender Ausbreitung des Coronavirus zu Engpässen kommen könne. Auch wenn derzeit alle Regelprogramme insbesondere im journalistischen Bereich noch produziert werden können, hat man sich vorsorglich schonmal grundsätzlich darauf verständigt, dass etwa ein Programmaustausch unter den Dritten Fernsehprogrammen möglich sein soll. Über eine ähnliche Kooperation mit dem ZDF habe man aber noch nicht gesprochen. Problematischer als im Journalistischen sieht es schon in der Unterhaltung aus, wo man derzeit mit der Produktion von Shows ohne Publikum plant - ob das aber weiterhin überall möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Im fiktionalen Bereich sei man durch die größeren Vorläufe noch für einige Zeit ausgestattet, wenn die Ausnahmesituation lange andauert, werde man aber verstärkt mit Wiederholungen auffüllen müssen.

Auch die Hörfunkdirektoren der ARD haben nun beschlossen, dass künftig die Übernahme von Programmsegmenten anderer ARD-Sender problemlos möglich ist - dies könne jede ARD-Anstalt aber freiwillig entscheiden. Die komplette Zusammenschaltung einzelner Sender sei nicht geplant. "Wir wollen so lange wie möglich auf allen Wellen weiter senden", betonte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow, gerade auch, weil Hörfunk für viele, insbesondere auch ältere Menschen die Funktion eines "Tagesbegleiters" habe - und dass dort der Betrieb normal weiter gehe, sei ein wichtiges Stück Normalität und habe damit auch eine beruhigende Funktion.

Ähnlich wie am Mittag bereits das ZDF sendet die ARD zudem auch ein Signal der Beruhigung an die Produktions- und Kreativwirtschaft, die man mit den erhöhten Kosten, die durch einen Produktionsstopp einher gehen, nicht alleine lassen will. "Wir wollen solidarisch sein", so Buhrow. Zunächst wolle man alle Produktionsfirmen dazu animieren, alle Möglichkeiten, die der Staat in der derzeitigen Situation bietet, in Anspruch zu nehmen. Die Mehrkosten, auf denen die Produzenten danach noch immer sitzen bleiben, werde man bis zu maximal 50 Prozent übernehmen - einen Automatismus gebe es aber nicht, man werde sich jeden Fall einzeln anschauen. Generell werde man alles daran legen, dass möglichst alle Produktionen fertig gestellt werden - auch wenn das aufgrund der besonderen Lage nur mit Verzögerungen möglich sei.

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