Screenforce und Fernsehpreis © Screenforce / DFP
Keine "Week of Television" in Köln

Screenforce Days und Fernsehpreis-Verleihung abgesagt

 

Es hätte der große Aufschlag Anfang Juni werden sollen, doch der Corona-Virus macht die derzeit nötigen Planungen unmöglich: Die Screenforce Days und auch die neue TV-Gala des Deutschen Fernsehpreises entfallen in diesem Jahr.

von Thomas Lückerath
20.03.2020 - 10:18 Uhr

Niemand weiß derzeit mit Blick auf den Corona-Virus wie sich die kommenden Wochen entwickeln. Aber selbst wenn sich die Lage Anfang Juni etwas verbessert haben sollte, so machen die derzeitig wichtigen Maßnahmen zur Eindämmung und Verlangsamung einer Ausbreitung des Corona-Virus die Vorbereitungen für so viele Veranstaltungen jeglicher Art unmöglich. Jetzt trifft es die Screenforce Days, den großen Branchenevent am 3. und 4. Juni, bei dem fast alle großen deutschen Fernsehsendern den Agenturen, Werbekunden und der Presse ihre Programmpläne für die kommende TV-Saison vorstellen.

Die Veranstaltung mit zuletzt 2.300 Gästen im Kölner Coloneum ist abgesagt. Darauf verständigten sich SevenOne Media, AdAlliance, El Cartel Media, Visoon, Discovery, AS&S, Sport1, Sky Media, Disney Media Sales & Partnerships und Servus TV. Angesichts der fehlenden Planbarkeit soll es keinen Nachholtermin für die doch eher kostspielige Veranstaltung geben und die Screenforce Days damit erst 2021 zurückkehren. Mehrere Teilnehmer wollen stattdessen an digitalen Präsentationen ihrer kommenden Programm-Highlights arbeiten.

Martin Krapf© Screenforce Days/Willi Weber
"Die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat für uns alle derzeit oberste Priorität. Die Absage unseres Lead-Events war deshalb zwingend, so sehr wir das bedauern. Aber wir wollen auch nach vorne schauen! Unsere Gattungsthemen und die Kommunikation mit unseren Marktpartnern werden wir deshalb bis auf weiteres auf digitales Bewegtbild verlegen – und freuen uns darüber hinaus auf die Screenforce Days 2021", erklärt Martin Krapf (Foto), Geschäftsführer Screenforce.



Stephan Schäfer übernimmt bei der Mediengruppe RTL© DWDL / MGRTL / G+J
Doch es trifft nicht nur die Screenforce Days: Auch das Comeback des Deutschen Fernsehpreises als große TV-Gala, eigentlich für den 6. Juni geplant, verschiebt sich auf 2021. "Wir bedauern außerordentlich, die TV-Gala zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises für 2020 absagen zu müssen. Wir hatten uns viel vorgenommen, um Publikum und Fernsehmacher zu begeistern. Aber angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Krise bleibt uns keine andere Wahl", erklärt Stephan Schäfer (Foto), Geschäftsführer Inhalte & Marken der Mediengruppe RTL Deutschland und Vorsitzender des Stifterkreises.

Eigentlich sollte die Veranstaltung - gestiftet von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 - in diesem Jahr als großes Live-Event, mit neuer Produktionsfirma und einigen Veränderungen aufmerksamkeitsstark zurück auf die Bildschirme kommen. Trotz der Absage der TV-Gala haben die Stifter jedoch die Jury gebeten, ihre Arbeit fortzusetzen und wie geplant über Nominierte und Preisträger zu entscheiden.

Die Nominierungen für den 21. Deutschen Fernsehpreis werden wie geplant im Mai veröffentlicht. Die Bekanntgabe der Preisträger, in welcher Form werde zeitnah entschieden, erfolgt Anfang Juni. "Gerade in Zeiten der Krise ist es den Stiftern besonders wichtig, den Fernsehschaffenden in Fiktion, Information und Unterhaltung Lob und Anerkennung für ihre großartigen Leistungen auszusprechen – 2020 ohne Show und Roten Teppich, aber mit großem Respekt und von ganzem Herzen", betont Stephan Schäfer. "Für 2021 planen wir einen großen Neuaufschlag."

Auch das Medienmagazin DWDL.de sagt eine für den 5. Juni geplante Veranstaltung ab: Erstmals sollte im Rahmen der "Week of Television" in Köln der DWDL.de Producers Day als Bindeglied zwischen Screenforce Days und Deutschem Fernsehpreis stattfinden und dem Dialog zwischen Sendern, Produzenten und Kreativen über aktuelle Herausforderungen der Branche eine Bühne geben. Bereits seit mehr als sieben Jahren lädt DWDL.de Sendervertreter, Produzenten und Kreative regelmäßig ins Kölner Residenz-Theater. Angesichts der Umstände muss die Premiere der Tagesveranstaltung entfallen.

Über den Autor

Thomas Lückerath ist Gründer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Hatte schon viereckige Augen, bevor es Bingewatching gab. Liebt Serien, das Formatgeschäft und das internationale TV-Business. Ist mehr unterwegs als am Schreibtisch.

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