Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) hat sich in einem Brandbrief an alle zuständigen Ministerien der Bundesländer und der Bundesregierung gewandt, um für die von der Corona-Krise wirtschaftlich bedrohten Schauspielerinnen und Schauspielern sowie ihren Arbeitgebern möglichst schnell Hilfe zu organisieren. Durch den Shutdown sei Tausenden die Existenzgrundlage genommen worden.


Schauspielerinnen und Schauspieler seien keine selbständigen Künstlerinnen und Künstler, deren Unterstützung manche Kulturpolitiker schon im Auge hätten. Vielmehr handle es sich um "kurz befristet Beschäftigte, für die es aber keine Lohnfortzahlung- oder Kurzarbeiter-Lösung gibt", heißt es in dem Schreiben. "Der schon jetzt drastisch spürbare Rückgang des Produktionsvolumens aufgrund der Corona-Krise lässt viele Kolleg*innen aber auch Produzent*innen um ihre berufliche Existenz fürchten."

Finanzielle Sicherungsmaßnahmen, die schnell und effektiv greifen könnten, existierten derzeit nicht. Für Schauspieler, Theater, Film- und Fernsehproduzenten sowie Synchronproduzenten bedarfe es daher "einer schnellen und effektiven Hilfe", die durch Bereitstellung erforderlicher Finanzmittel geleistet werden könne. In diesem Zusammenhang bittet der BFFS um ein kurzfristiges Gespräch, mit dem Ziel, den Betroffenen zu helfen.

Auf die Freien in der Mediengewerkschaft VRFF und sechs Kooperationsverbände haben die Regierungen in Bund und Ländern in einem offenen Brandbrief um Hilfe für Hunderttausende Kulturschaffende gebeten. "Das kulturelle Leben in Deutschland wird überwiegend von Solo- Selbständigen oder tageweise und projektweise Beschäftigten getragen. Diese stürzen in der aktuellen Corona-Krise mehrheitlich in eine ökonomische Katastrophe", heißt es in der Erklärung. 

Viele Kulturschaffende stünden nun vor dem Nichts. Die deutsche Kulturwirtschaft werde "einen personellen Aderlass erfahren, der dazu führen wird, dass dieser Bereich austrocknet", mahnte die Gewerkschaft und warne zugleich vor einem "nicht rückholbaren Schaden für die Film- und Fernsehbranche und die gesamte Kunst- und Kulturszene in Deutschland". Kreditprogramme seien keine Option, da sie solche Kredite nicht zurückzahlen könnten. "Die Kulturschaffenden brauchen nun schnelle finanzielle Hilfen der Politik", so die Forderung.