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Angesichts der Corona-Krise

Produzenten stocken Kurzarbeitergeld am Filmset auf

 

Der Bundesverband Schauspiel, ver.di und die Produzentenallianz haben sich kurzfristig und erstmals auf einen Kurzarbeits-Tarifvertrag geeinigt. Dieser sieht eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes für Schauspieler*innen und Filmschaffende vor

von Uwe Mantel
24.03.2020 - 12:36 Uhr

Angesichts der enormen wirtschaftlichen Auswirkungen, die eine Drehpause gerade auch für Filmschaffende und Schauspielerinnen und Schauspieler hat, haben sich deren Vertretungen BFFS (Bundesverband Schauspiel) und ver.di nun mit der Produzentenallianz kurzfristig auf einen Kurzarbeits-Tarifvertrag geeinigt, der Kurzarbeit ermöglicht und eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch die Produktionsfirmen vorsieht, wenn Filmdrehs wegen der Corona-Krise unterbrochen oder abgesagt werden.

Die tarifgebundenen Produktionsfirmen verpflichten sich im Vertrag, Schauspielerinnen und Schauspielern das Kurzarbeitergeld auf die individuell vereinbarten Drehtagsgagen, höchstens jedoch auf 90 Prozent der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze aufzustocken. Abweichend davon sind für die auf Produktionsdauer beschäftigten Filmschaffenden die Tarifgagen entscheidend, höchstens jedoch die einschlägige Beitragsbemessungsgrenze. Diese Regelung gilt für alle Kurzarbeitsmaßnahmen ab dem 25. März, kündbar ist der Vertrag frühestens zum 30. Juni. Für vorher vereinbarte Kurzarbeitsmaßnahmen müssten die Produktionsfirmen freiwillig ihr Einverständnis zu der jetzigen Regelung erklären.

BFFS-Vorstandsmitglied Heinrich Schafmeister: "Es ist schön zu wissen, dass man sich in echten Krisenzeiten aufeinander verlassen kann. Die Produzenten sind von der Corona-Pandemie ebenso existenziell betroffen wie wir Schauspieler*innen und die anderen Filmschaffenden. Wir alle brauchen jetzt in der Not finanzielle Unterstützung. Gut, dass wir uns über die staatliche Hilfe hinaus auch gegenseitig unter die Arme greifen. Das nenne ich eine echte Partnerschaft – in guten wie in schlechten Zeiten!"

Alexander Thies, Vorstandsvorsitzender der Produzentenallianz: "Angesichts einer beispiellosen, existenziellen Krise der Film- und Fernsehwirtschaft in unserem Land, ist die konstruktive Einigung der Tarifpartner, vor allem innerhalb eines so kurzen Zeitraumes, bemerkenswert. Wir möchten daher ausdrücklich die konstruktive und zügige Zusammenarbeit mit unseren Sozialpartnern ver.di und dem BFFS loben. Mit Blick auf die akute Krisenlage wurde hier mit großem Engagement an einer Lösung gearbeitet und einmal mehr Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt – gerade auch in extrem schwierigen Zeiten. Das schafft Vertrauen und Verlässlichkeit auch für künftige Tarifabschlüsse."

 Christoph Palmer, der für die Produzentenallianz die Verhandlungen geführt hat, ergänzt: "Der Kurzarbeits-Tarifvertrag, den wir unter zeitlichem Hochdruck verhandelt haben, bringt die soziale Verantwortung der deutschen Produktionswirtschaft zum Ausdruck. Er ist wichtige Voraussetzung, um bedrohte Arbeitsplätze in der Produktionswirtschaft zu erhalten und bringt Verlässlichkeit in die Kurzarbeitsregelungen. Dessen Anwendung ist nun auch ohne individual­vertragliche Regelung möglich und schafft einen Branchenstandard. Regelungen zur einvernehmlichen Fortsetzung des Vertrages, wenn wieder gedreht werden kann, geben zusätzliche Sicherheit. In der Gesamtschau können wir mit dem Ergebnis daher zufrieden sein. Die Produzentenallianz wird sich bei den Sendern und Förderern um die anteilige Übernahme der Mehrkosten verwenden."

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