Geldscheine © Chobe / photocase.com
Zeitungen, Radios und Kinos tief im Minus

Corona-Krise macht sich auch am Werbemarkt bemerkbar

 

Die Corona-Krise macht sich auch bei vielen Medienhäusern bemerkbar, zu sehen ist das jetzt erstmals in den Nielsen-Zahlen aus dem März. Während das Fernsehen noch recht gut weg kommt, stehen andere Mediengattung unter großem Druck.

von Timo Niemeier
17.04.2020 - 13:59 Uhr

Im Januar und Februar war die Corona-Krise für viele Medien noch in weiter Ferne. Nach den ersten zwei Monaten lagen die durch Nielsen erfassten deutschen Medienunternehmen bei ihrem Brutto-Werbeumsätzen mit 2,7 Prozent im Plus. Im März traf die Krise dann aber auch viele Medienunternehmen - das macht sich nun auch in den neuesten Nielsen-Zahlen bemerkbar. Der Gesamtmarkt ist nämlich innerhalb von nur vier Wochen ins Minus gerutscht, wenngleich der Unterschied zum Vorjahr mit -0,3 Prozent noch sehr überschaubar ist. 

Der plötzliche Einbruch ist aber wohl nur ein Vorgeschmack auf den Abwärtstrend, der auch in den kommenden Wochen und vielleicht Monaten anhalten wird. Recht gut weggekommen im März ist laut Nielsen das Fernsehen. Hier lagen die Brutto-Werbeumsätze demnach bei 1,33 Milliarden Euro. Das waren mehr als im Januar und Februar und sogar etwas mehr als im März 2019. Der Marktanteil des Fernsehens bei allen Brutto-Spendings liegt damit weiterhin bei sehr hohen 45,3 Prozent. Spannend wird sein, was Unternehmen wie die RTL Group oder auch ProSiebenSat.1 in den kommenden Wochen bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen präsentieren - hier könnte es genauere Infos über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Werbeumsätze geben.  

Deutlich schwerer taten sich im Vergleich zum TV andere Mediengattung. Bei den Zeitungen etwa gingen die Spendings im dritten Monat des Jahres auf 367 Millionen Euro zurück, im Vergleich zum März 2019 entspricht das einem Minus von fast 17 Prozent. Bei Radios (-21 Prozent) und Kinos (-24 Prozent) fiel der Verlust im Jahresvergleich noch größer aus. Besonders die Kinos sind bekanntlich von der Corona-Krise betroffen, weil sie seit Mitte März überwiegend geschlossen haben. Im April dürfte es für die Betreiber also noch weiter bergab gehen. Zeitungen, Radios und Kinos liegen laut Nielsen mit ihren Brutto-Werbeeinnahmen in den ersten drei Monaten des Jahres dann auch deutlich im Minus, während Online-Werbung um 7,4 Prozent zulegen konnte. Auch der Bereich Out of Home erzielte in den ersten drei Monaten ein Plus von 2,7 Prozent. 


Spannend ist auch ein Blick auf die Werbe-Spendings der einzelnen Unternehmen. Während Lebensmitteleinzelhändler wie Rewe (+1,2), Edeka (+1,9) und Kaufland (+4,1) etwas mehr ausgaben als in den ersten drei Monaten 2019, war das Plus bei Lidl mit 18,0 Prozent deutlich größer. Ihre Werbe-Spendings zurückgeschraubt haben im Gegensatz dazu Unternehmen wie L’Oreal (-17,1 Prozent) und die Telekom (-13,3 Prozent). An der Spitze der werbungtreibenden Unternehmen steht nach wie vor Procter & Gamble, das im März 105 Millionen Euro investierte. Auf das ganze Jahr gesehen liegt man derzeit 18,9 Prozent über den Ausgaben 2019. 

Mediengattung Brutto-Werbeeinnahmen  März (in Mio €) Brutto-Werbeeinnahmen YTD (in Mio €)
YTD Vergleich vs. Vorjahr in % 
Fernsehen 
1.326,6
3.663,1
+ 2,1 % 
Zeitungen
366,8
1.082,3
-7,6 % 
Online
328,5
894,3
+ 7,4 % 
Publikumszeitschriften 253,4
711,2
- 0,9 % 
Werbesendungen
239,8
753,4
- 6,8 % 
Out of Home
194,2
514,1
+ 2,7 % 
Radio
133,1
449,2
- 4,2 % 
Kino 6,8
25,4
- 8,7 % 
gesamt 2.849,0
8.093,0
- 0,3 % 

Quelle: Nielsen

Hinweis: Bei den Zahlen von Nielsen handelt es sich um reine Brutto-Werte. Mögliche Rabatte oder Gegengeschäfte sind darin nicht enthalten. 

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