Promis unter Palmen © Sat.1
Erste Entscheidung der FSF

"PuP": Mobbing-Folge hätte so nicht gezeigt werden dürfen

 

Die Medienhüter sind in Sachen "Promis unter Palmen" zu einer ersten Entscheidung gekommen, demnach sei die Mobbing-Folge für junge Zuschauer problematisch gewesen und hätte nicht um 20:15 Uhr laufen dürfen. Doch das Verfahren ist noch nicht vorbei.

von Timo Niemeier
14.05.2020 - 16:49 Uhr

Mit "Promis unter Palmen" hat Sat.1 zuletzt einen überraschend großen Hit im Programm gehabt, gegen Ende der Staffel wurde aber auch Kritik am Format laut. Vor allem Folge fünf sorgte für negative Schlagzeilen, weil Bastian Yotta, Carina Spack und Matthias Mangiapane sich darin gegen Claudia Obert verbündeten und diese so lange mobbten, bis sie schließlich in Tränen aufgelöst war, einen Tag später verließ sie das Format. In Folge einer Überprüfung durch die FSF hatte Sat.1 die Folge Ende April auch bereits aus der Mediathek genommen - und wird sie dort wohl auch so schnell nicht mehr zur Verfügung stellen. 

Wie die FSF nun nämlich laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland" ("RND") entschieden hat, war die entsprechende Folge durchaus problematisch - vor allem für jüngere Zuschauer. Der Ausschuss, der die Sendung überprüft hatte, sei laut FSF-Geschäftsführerin Claudia Mikat zu dem Ergebnis gekommen, dass die Folge so nicht in der Sat.1-Primetime hätte gezeigt werden dürfen. "Promis unter Palmen" habe mit der Ausgabe Teile der jungen Zuschauer überfordert, so Mikat gegenüber dem "RND". 

Wolfgang Link, seit einigen Wochen Vorstand Entertainment bei ProSiebenSat.1, verteidigte das Format nach der Ausstrahlung der fragwürdigen Folge im Interview mit DWDL.de. "Ist man mit ‘Promis unter Palmen’ bis an die Grenzen gegangen? Ja. Geht das Format zu weit? Nein", sagte er damals. Die Zuschauer würden laut Link "sehr wohl ein Gefühl dafür entwickeln", was in der Sendung passiere. Außerdem verwies er auf die Möglichkeit für die Promis, sich vor Ort betreuen zu lassen. 


Bei der FSF sah man das alles offenbar etwas anders. Die Inszenierungen seien zumindest für Zwölfjährige, die in der Primetime eben auch noch Fernsehen schauen, nicht erkennbar gewesen. "Besonders problematisch hat unser Ausschuss beurteilt, dass die Mobbingattacke letztlich erfolgreich ist", so die FSF-Geschäftsführerin gegenüber "RND". Mobbing erscheine in der kritisierten Folge als übliches Sozialverhalten und werde nicht hinreichend kritisch eingeordnet.

Nun gibt es ohnehin keine Pläne von Sat.1 oder einem anderen Sender, "Promis unter Palmen" noch einmal auszustrahlen. Wenn es doch ein Sender machen will, müsste, Stand jetzt, die fünfte Folge auf nach 22 Uhr verschoben werden. Auch in der Sat.1-Mediathek bleibt die Folge damit nicht abrufbar. Vorbei ist der Fall damit aber noch nicht. Sat.1 will die Entscheidung nicht hinnehmen. Gegenüber DWDL.de sagt eine Sendersprecherin: "Die FSF hat die fünfte Folge von 'Promis unter Palmen' in der 1. Prüfinstanz für eine Ausstrahlung nicht vor 22:00 Uhr eingestuft. Sobald wir das ausführliche Gutachten vorliegen haben, gehen wir gegen diese Entscheidung in Berufung."

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