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"Entschlossene Kürzungen notwendig"

NDR-Rundfunkrat segnet Knuths massiven Sparkurs ab

 

Nach der Ankündigung, in den kommenden Jahren 300 Millionen Euro sparen zu wollen, hat NDR-Intendant Joachim Knuth die Unterstützung des Rundfunkrats erhalten. "Entschlossene Kürzungen" seien notwenig, um den Auftrag weiter erfüllen zu können.

von Alexander Krei
15.05.2020 - 20:57 Uhr

Vor einer Woche informierte NDR-Intendant Joachim Knuth über die bevorstehenden Sparmaßnahmen. Nun ist klar: Er hat dabei auch den Segen des Rundfunkrats. "Der Rundfunkrat unterstützt die geplanten Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit des NDR für die Zukunft sichern", erklärte die NDR-Rundfunkratsvorsitzende Anke Schwitzer am Freitag. "Damit der NDR seinen Auftrag für Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung unter den erschwerten finanziellen Bedingungen erfüllen kann, sind entschlossene Kürzungen notwendig - auch wenn es ein harter Weg wird."


Wie wichtig der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Gesellschaft sei, zeige sich derzeit in der Corona-Krise. "Das enorme Publikumsinteresse an den hervorragenden Berichten zum Thema Corona zeigt: Die Menschen vertrauen auf ihren NDR - besonders wenn‘s darauf ankommt", so Schwitzer. Joachim Knuth hatte den Rundfunkrat am Freitag in seiner Sitzung über die Maßnahmen, mit denen der NDR seine Ausgaben für Personal, Produktion, Verwaltung und Programm senken will, informiert.

Etwa 300 Millionen Euro muss der NDR in den kommenden vier Jahren sparen und damit noch einmal 60 Millionen Euro mehr als ursprünglich gedacht. Bis 2028 sollen zehn Prozent des Aufwands für Personal gekürzt und mindestens 200 Planstellen nicht nachbesetzt werden. Gleichzeitig spart der NDR am Programm und streicht mehrere Sendungen, darunter das "Bücherjournal". Auch die Redaktion "Die Box", die für zahlreiche innovative Formate wie "Die Geschichte eines Abends" verantwortlich zeichnete, wird aufgelöst.

In den vergangenen Tagen hatte es vermehrt Kritik an den Plänen gegeben. Besonders kritisch äußerten sich die freien Mitarbeiter. "Viele von ihnen lässt der NDR jetzt im Stich", heißt es jetzt in einer gemeinsamen Erklärung von ver.di, DJV und der Initiative "Freie im NDR". "Im NDR wird das Programm von den Freien gemacht, sie werden jetzt am härtesten getroffen", erklärte Björn Siebke von connexx.av, dem ver.di-Netzwerk für Medienschaffende. "Auftragsausfälle bis hin zum vollständigen Einkommensverlust sind für viele die Folge", so die Befürchtung.

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