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Image-Knick: Eva Herman büßt Glaubwürdigkeit ein

 

Einer aktuellen Umfrage zufolge leiden die ARD-Nachrichtensprecher unter einem Image-Problem. Auch Eva Herman leidet unter dem Hype um ihr Buch.

von Uwe Mantel
20.09.2006 - 12:16 Uhr

Bild: NDR/Dirk UhlenbrockMehrere Nachrichtensprecher und -sprecherinnen der ARD fielen in den vergangenen Tagen und Jahren auch außerhalb ihres eigentlichen Betätigungsfeldes auf: Ob Susan Stahnkes Fotos in Strapsen und ihre ziemlich erfolglose Hollywood-Karriere, Jens Riewas Äußerungen über Sängerin Michelle, die eine "Granate im Bett" sei, oder zuletzt Eva Hermans Buch "Das Eva-Prinzip", das mit Thesen wie "Frauen sollen etwas lernen - aber nur in Maßen" nicht nur Feministinnen vor den Kopf stieß.

All diese Geschichten sind für das Image und die Glaubwürdigkeit der ARD-Nachrichtensprecher aber einer Umfrage der "TV Digital" zufolge nicht gerade förderlich. So habe beispielsweise Eva Herman inzwischen für mehr als jeden Vierten ihre Glaubwürdigkeit und ihr positives Image inzwischen eingebüßt. Vor dem Hype um ihr Buch "Das Eva-Prinzip" bekam sie von den Deutschen hingegen noch gute Noten. Jetzt sei ihr positives Image jedoch "signifikant in Schieflage geraten", so das Ergebnis der Umfrage, die von Emnid bei 14- bis 65-Jährigen durchgeführt wurde.


Nach dem Image-Knick befindet sie sich jetzt allerdings in bester Gesellschaft ihrer beiden ARD-Kollegen Jens Riewa und Marc Bator. Die beiden landeten bei der Umfrage, in der neben den drei ARD-Sprecherin auch die ZDF-Sprecher Heinz Wolf, Barbara Hahlweg und Gundula Gause berücksichtigt wurden, auf den beiden letzten Plätzen. Vor allem die jüngeren Zuschauer zwischen 14 und 39 Jahren beurteilen Riewa als am wenigsten seriös. So finden lediglich 23 Prozent der Deutschen der Umfrage zufolge Riewa sehr seriös. 

Gute Noten bekamen hingegen die Kolleginnen und Kollegen vom ZDF ausgestellt. Als beliebteste und seriöseste wird dabei Gundula Gause beurteilt. 31 Prozent der Deutschen bezeichnen sie als "sehr seriös". Insgesamt erhält sie von den Deutschen die Note 2,0, ebenso wie Heinz Wolf.

Den Grund für das bessere Image der ZDF-Leute sieht Klaus-Peter Siegloch, stellvertretender Chefredakteur der ZDF-Hauptredaktion "Aktuelles" übrigens darin, dass die ZDF-Sprecher im Gegensatz zu den ARD-Kollegen alles studierte Journalisten seien. Eva Herman hingegen war Hotelfachfrau, Jens Riewa absolvierte eine Ausbildung zum Fluglotsen.

Medienexperte Prof. Dr. Jo Groebel schließt nicht aus, dass es bei den ZDF-Kollegen einen Verhaltenskodex gibt, während nach seiner Einschätzung "die ARD-Sprecher aufgrund größerer Bekanntheit ein 'Star-Gefühl' entwickeln und sich anschließend berufen fühlen, Ratgeber zu schreiben, sich auszuziehen oder durch Privatgeschichten in Boulevardmagazinen glänzen zu wollen".

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