Die Zeit Verlagsgruppe hat umfassende Änderungen bei ihrem jungen Online-Magazin "ze.tt" angekündigt. Die Mitte 2015 gestartete Plattform, die sich an junge Menschen richtete, wird es künftig nicht mehr in der aktuellen Form geben. Im Herbst wird "ze.tt" zu einem Ressort von "Zeit Online". Der Verlag spricht in einer Pressemitteilung von "wirtschaftlichen Ausfällen", die es auch durch die Coronakrise gegeben habe. Ziel der Integration bei "Zeit Online" sei es, die Marke zu erhalten. 


Bislang wurde "ze.tt" von der zum Verlag gehörenden ze.tt GmbH verantwortet, das Unternehmen wird nun abgewickelt. Der Umbau soll aber garantieren, dass ze.tt "langfristig auf eine wirtschaftlich zukunftsfähige Basis" gestellt wird. Wie es für die Mitarbeiter des Online-Angebots weiter geht, scheint unklar. Chefredakteurin Marieke Reimann soll den Übergang und die Eingliederung als "Zeit Online"-Ressort begleiten. Zu ihren weiteren Aufgaben im Verlag sei man im Gespräch - ihre Zukunft scheint also keinesfalls klar. 

Marieke Reimann leitete das Jugend-Portal seit Januar 2018. Jetzt sagt sie: "Mein Team hat in den letzten Jahren bewiesen, dass eine diversere Berichterstattung in Deutschland möglich ist und auf eine immer noch stark wachsende Community trifft. Uns ist es gelungen, all diejenigen abzuholen, die sonst maximal als ‘Randgruppen’ in den Medien erwähnt werden. Diesen Leuten bleiben wir erhalten."

Christian Röpke, Chief Digital Officer der Zeit Verlagsgruppe und Geschäftsführer von "Zeit Online", ergänzt: "ze.tt hat sich in den vergangenen Jahren mit Kreativität, Leidenschaft und Experimentierfreude zu einem Portal mit ganz eigener Stimme weiterentwickelt. Gemeinsam mit einem Team großartiger junger Redakteurinnen und Redakteure ist es Marieke gelungen, ein journalistisches Angebot zu schaffen für alle Themen aus der Lebensrealität der Millennials, und ze.tt als Marke zu etablieren. Diese starke Marke werden wir als Ressort von Zeit Online weiter entwickeln."

Viele junge Nachrichtenportale haben es derzeit nicht leicht. "Buzzfeed" soll in Deutschland bekanntlich verkauft werden und erst vor zwei Wochen wurde bekannt, dass der "Spiegel" die Marke "bento" einstampfen wird (DWDL.de berichtete). Auch hier soll im Herbst Schluss sein und auch hier begründete der Verlag das mit einer Verschärfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.