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Google zahlt Verlagen erstmals Lizenzgebühren für Inhalte

 

Bislang hat sich Google trotz Leistungsschutzrecht stets geweigert, Verlagen Geld für die Nutzung respektive Verlinkung ihrer Inhalte zu zahlen. Für ein "neues Nachrichtenformat" wird man von einigen Verlagen nun aber erstmals Inhalte lizenzieren.

von Uwe Mantel
25.06.2020 - 15:26 Uhr

Seit vielen Jahren liegen die Verlage und Google im Dauerclinch, blicken die Verlage doch neidisch auf die Werbeeinnahmen, die Google einsammelt und hätten davon gern selbst etwas ab. Obwohl Google lediglich kleine Text-Ausschnitte verwendet und für die kompletten Texte auf die Websites der Verlage verlinkt - und ihnen damit erst die hohe Reichweite beschert, die sie so gerne feiern - wollen die Verlage dafür Geld von Google sehen - Stichwort Leistungsschutzrecht. Google hat sich dem bislang stets verweigert. Für die normale Verlinkung bei Google respektive Google News gilt das auch weiterhin, doch für ein neues Produkt lizenziert Google nun doch erstmals Verlagsinhalte, wie das Unternehmen in einem Blog-Eintrag ankündigte.

Man werde im zweiten Halbjahr ein neues "Nachrichtenformat" starten, heißt es dazu etwas nebulös. "Das neue Programm wird den teilnehmenden Verlagen helfen, die Sichtbarkeit ihrer Inhalte durch ein verbessertes Storytelling-Erlebnis zu vergrößern. Durch das neue Format können Leser tiefer in anspruchsvolle Geschichten eintauchen, auf dem Laufenden bleiben sowie neue Themen und Interessen entdecken." Im Rahmen dieser Initiative wird es für Nutzer des Google-Angebots offenbar auch möglich sein, kostenlosen Zugriff auf ansonsten kostenpflichtige Artikel der Angebote zu bekommen. "So können Verlage, die eine Paywall einsetzen, ihre Reichweite vergrößern und den Nutzern die Möglichkeit geben, Inhalte zu lesen, die sie normalerweise nicht sehen", so Google.

In der Test-Phase arbeitet man nur mit ausgewählten Verlagen aus Deutschland, Australien und Brasilien zusammen. Hierzulande sind die "FAZ", der "Spiegel", die "Zeit", die "Rheinische Post" und der "Tagesspiegel" an Bord. Stefan Ottlitz, Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe, erklärt dazu: "Wir suchen stets nach innovativen Ansätzen, um Leser für unsere qualitativ hochwertigen Inhalte zu gewinnen. Diese interessante neue Partnerschaft mit Google versetzt uns in die Lage, unseren preisgekrönten Journalismus mit kuratierten Geschichten in ein neues Format einzubringen. So können wir unsere Reichweite erweitern und vertrauenswürdige Nachrichten in überzeugender Art und Weise über verschiedene Google-Produkte anbieten." "Zeit"-Geschäfsführer Rainer Esser: "Bei der 'Zeit' sind wir stets an neuen Partnerschaften und Geschäften interessiert. Wir glauben, dass die Darstellung ausgewählter Inhalte der 'Zeit' auf den Google Plattformen mit diesem neuen Ansatz einen echten Mehrwert für unsere bestehenden sowie neuen Leserinnen und Leser bietet. Insofern freuen wir uns sehr über diese Kooperation mit Google." Und FAZ-Herausgeber Carsten Knop erklärt: "Wir freuen uns, dass Google die Zusammenarbeit mit Verlagen wie uns weiter ausbaut und die Gelegenheit nutzt, gemeinsam an einem neuen Produkt zu arbeiten. Dieses wird den Lesern der F.A.Z auf den Google News-Plattformen einen echten Mehrwert bieten."

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