MIPCOM - Corona © imago images / MiS / Reed Midem
Reed Midem präsentiert Messe-Pläne

Abstand, Masken, keine Partys: So soll die MIPCOM ablaufen

 

Eine Messe in Corona-Zeiten durchzuführen, ist eine komplexe Aufgabe. Die Planungen für die MIPCOM im Oktober laufen dennoch weiter. Nun wurden Details zur Umsetzung präsentiert. Klar ist: Nach einem großem Spaß klingt das alles nicht.

von Alexander Krei
02.07.2020 - 16:30 Uhr

Für gewöhnlich strömen tausende Fernsehmacher aus aller Welt alljährlich im Oktober nach Cannes. Doch in diesem Jahr wird die MIPCOM anders aussehen – sofern sie denn überhaupt stattfindet. Etwas mehr als drei Monate vor dem angepeilten Termin hält der Messeveranstalter Reed Midem weiter am angepeilten Termin fest – inklusive des Serien-Festivals Canneseries, das wegen der Corona-Krise bereits vom Frühjahr in den Herbst verschoben worden war. 

Im "TellyCast"-Podcast hat Reed-Midem-Chefin Laurine Garaude nun erstmals einen genaueren Einblick in die geplante Umsetzung der Fernsehmesse gewährt. Ihr Team sei "äußerst motiviert", die Veranstaltung vom 12. bis 15. Oktober durchzuführen, und sie fühle "stärker denn je, wie wichtig es ist, die Branche zu unterstützen". Es gebe ein Bedürfnis danach, sich zu treffen und es sei die Pflicht der Reed Midem, dies auf die sicherste Weise zu gewährleisten.

Laurine GaraudeIm Zuge dieser "neuen Normalität", wie Garaude (Foto) die derzeitige Situation gleich mehrfach bezeichnet, wird die MIPCOM – ähnlich wie die dmexco – als Hybrid-Veranstaltung geplant. Neben den Vor-Ort-Veranstaltungen soll es eine Online-Plattform geben, die auf den Namen MIPCOM Online+ hört und Videokonferenzen für all jene Käufer anbietet, die nicht zur Messe kommen können – oder wollen. 

Wer dennoch nach Cannes reist, kann sich schon mal auf eine Maskenpflicht im Palais einstellen. Daneben gehören Stationen zur Desinfektion, das Einhalten der Abstandsregel und verschiedene Ein- und Ausgänge zum Hygienekonzept der MIPCOM. Die Veranstaltungsräume sollen nur zu 50 Prozent ausgelastet sein und zwischen jeder Sitzung 45 Minuten gereinigt werden. Zudem soll es möglich sein, die Badges für den Zugang bereits zuhause auszudrucken.

Auf ausgelassenes Feiern sollten sich die Messebesucher indes nicht einstellen, denn die Reed Midem will im Rahmen der MIPCOM diesmal keinerlei Partys veranstalten. Für die Tagungs- und Konferenzräume sollen zugleich zudem neue Designs erstellt werden, um persönliche Treffen unter Berücksichtigung der Distanzregeln zu ermöglichen. Klar ist, dass die Kapazitäten dieser Räume begrenzt sein werden.


So weit die Pläne. Wie groß die Reiselust in den Unternehmen ist, muss sich freilich erst noch zeigen. Angesichts der aktuell stark steigenden Covid-19-Zahlen in den USA muss zudem davon ausgegangen werden, dass Gäste aus Übersee der MIPCOM diesmal komplett fernbleiben werden. Mit Blick auf Europa zeigte sich die Reed-Midem-Chefin jedoch optimistisch. "Europa geht es jetzt viel besser", sagte Laurine Garaude bezüglich der hiesigen Zahlen und den Plänen der französischen Regierung, ab September wieder Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Menschen zuzulassen. 

Reed Midem werde eng mit den Behörden von Cannes zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Menschen während ihres Besuchs in der Stadt, einschließlich der Hotels und Restaurants, sicher sind. Es ist vorsichtiger Optimismus, der aus Garaude spricht. Doch die Pandemie hat in den zurückliegenden Monaten gezeigt, dass sich langfristige Planungen in diesen Zeiten schwierig gestalten.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Ist Sesselsportler, von Bundesliga bis Darts-WM.

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