Ulrich Wilhelm © BR/Markus Konvalin
"Es wird Zeit"

BR Frauennetzwerk will Intendantin als Wilhelm-Nachfolge

 

Weil Ulrich Wilhelm nicht mehr für eine weitere Amtszeit als Intendant kandidiert, muss sich der Rundfunkrat um eine Nachfolge kümmern. Das BR Frauennetzwerk fordert nun mit deutlichen Worten, dass eine Frau das Amt übernehmen soll.

von Timo Niemeier
16.07.2020 - 12:20 Uhr

In einem Offenen Brief hat sich das BR Frauennetzwerk an die Rundfunkrats-Mitglieder des Senders gewandt. Darin fordert man die Rundfunkräte dazu auf, eine Frau an die Spitze des Unternehmens zu wählen. Wilhelm habe im BR "viel bewegt und vieles über Bord geworfen", so die Frauen. Er habe dicke Bretter gebohrt, für viele Frauen im Sender seien die Bretter der Karriereleiter aber "nicht aus Holz, sondern aus Beton" gewesen. 

Der Vorwurf: Nur eine einzige Frau gibt es im fünfköpfigen Direktorium des BR, das bis vor kurzem noch aus sechs Personen bestand. "Und das seit Jahren. Noch nie stand eine Frau an der Spitze des Hauses", so die Initiatorinnen des Briefs. "Es wird Zeit für eine Intendantin. Nicht nur, weil 2020 ist. Sondern auch, um unser Haus zukunftssicher und divers aufzustellen." Einzige Frau im BR-Direktorium ist derzeit Birgit Spanner-Ulmer, sie ist Leiterin der Produktions- und Technikdirektion. 

Einen Vorschlag, wer das Amt der Intendantin übernehmen können, macht das Frauennetzwerk des BR aber nicht - zumindest nicht öffentlich. Es heißt nur, sie solle "kompetent in Sachen öffentlich-rechtlicher Rundfunk" und "erfahren in digitaler Transformation" sein sowie einen journalistisch/medialen Background haben. "Eine Persönlichkeit, die schon jetzt Frauen und Männer gleichermaßen fördert und für mehr Diversität hinsichtlich Herkunft, Bildungsweg, Sprache und Handicap einsteht. Wir wünschen uns einen Kulturwandel hin zu mehr Eigenverantwortung und New Work." Man kenne eine "ganze Reihe von Frauen", die die Position der Intendantin ausfüllen könne - gerne gebe man die Ideen weiter. 


Der Offene Brief des BR Frauennetzwerks ist am Donnerstag auch vor der Rundfunkratssitzung an die Mitglieder verteilt worden. Eine Frau an der Spitze des Senders würde auch langfristig das Ansehen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fördern, schreiben die BR-Frauen. Ulrich Wilhelm wird unterdessen noch bis Februar des kommenden Jahres den BR führen, bis dahin muss sich der Rundfunkrat also auf einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin verständigt haben. 


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