Bundesliga © DFL
Zu wenig Wettbewerb?

Monopolkommission kritisiert Bundesliga-Vergabe

 

Die Monopolkommission hat die Vergabe der Bundesliga-Rechte durch die DFL kritisiert und spricht von fehlendem Wettbewerb um die verschiedenen Pakete. Das Beratergremium der Bundesregierung macht auch gleich Vorschläge, wie es besser gehen könnte.

von Timo Niemeier
29.07.2020 - 14:29 Uhr

Vor etwas mehr als einem Monat sind die Bundesliga-Rechte für die Spielzeiten ab 2021/22 vergeben worden. Die großen Live-Rechte halten künftig Sky und DAZN - wer die höchste deutsche Fußball-Spielklasse durchgängig sehen will, kommt an den beiden Anbietern nicht vorbei. Die Monopolkommission, dabei handelt es sich um ein Beratungsgremium der Bundesregierung, hat die Vergabe der Bundesliga-Rechte nun kritisiert. 

Bei der Entscheidung des Kartellamts, das die Vergabe in der durchgeführten Form gebilligt hatte, werde der "eingeschränkte Preiswettbewerb nicht hinreichend thematisiert", heißt es von der Monopolkommission. Es sei zu empfehlen, dass die ökonomischen Auswirkungen der Zentralvermarktung "insgesamt systematischer erfasst werden".

"Tatsäch­lich birgt eine Fokus­sie­rung auf die bloße Auftei­lung der Rechte an mehre­re Bieter die Gefahr, dass Verbrau­cher­vor­tei­le verlo­ren­ge­hen, Wett­be­werb ausge­schlos­sen wird und es kumu­liert zu höhe­ren Prei­sen kommt." Das steht in dem Haupt­gut­ach­ten der Mono­pol­kom­mis­si­on, aus dem die "FAZ" zitiert. Das Beratungsgremium empfiehlt dem Kartellamt zudem, Zuschauer vor solch wichtigen Entscheidungen zu befragen - zur besseren wettbewerblichen Kontrolle. "Die DFL ist bei der zentra­len Rech­te­ver­mark­tung ein Mono­po­list und verständ­li­cher­wei­se an hohen Einnah­men inter­es­siert. Miss­brau­chen darf man ein Mono­pol aber nicht. Eine kartell­recht­li­che Anfor­de­rung ist deshalb, dass auch die Inter­es­sen der Verbrau­cher gewahrt werden", sagt Achim Wambach, Vorsit­zen­der der Mono­pol­kom­mis­si­on, gegenüber der "FAZ". 


Die Monopolkommission macht auch Vorschläge, wie die Rechtevergabe künftig erfolgen könnte, damit es wieder mehr Wettbewerb gibt. So schlägt man vor, die Rechte für die Live-Berichterstattung pro Spieltag an einen einzelnen Anbieter oder mehrere Anbieter, die die Spiele dann zeitgleich übertragen, zu vergeben. Auch vereinsbezogene Pakete seien vorstellbar, die Sender oder Plattformen würden dann alle Spiele eines bestimmten Vereins erwerben. 

Durch die Trennung bei den verschiedenen Paketen könnte es auch auf Seiten der DFL zu Nachteilen kommen, heißt es von der Monopolkommission. Grund ist der aus Sicht des Beratergremiums der Bundesregierung fehlende Bieterwettkampf zwischen den Medienunternehmen um die einzelnen Pakete. Würde die Trennung der Live-Rechte aufgehoben, könnte es zu einem größeren Konkurrenzkampf kommen. 

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