IRT © IRT
Aus nach mehr als 60 Jahren

IRT muss schließen: Gesellschafter besiegeln das Ende

 

Nun also doch: Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) mit Sitz in München hat keine Zukunft mehr und muss Ende des Jahres schließen. Auf einer Sondersitzung der Gesellschafter sei "kein tragfähiges Modell für eine Fortführung" gefunden worden.

von Alexander Krei
01.08.2020 - 08:13 Uhr

Es ist eine knappe Pressemitteilung, die das Institut für Rundfunktechnik (IRT) verschickte. In vier nüchternen Sätzen wird erklärt, was die rund 100 Angestellten befürchtet haben: Zum Jahresende wird das IRT aufgelöst. In einer weiteren Sondersitzung hätten die Gesellschafter ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutscher Welle, ORF und SRG kein tragfähiges Modell für eine Fortführung des Instituts gefunden. 


"Trotz intensivster Bemühungen war es nicht möglich, eine belastbare wirtschaftliche Zukunftsperspektive für das IRT zu erarbeiten. Damit bleibt es bei den Ende 2019 ausgesprochenen Kündigungen aller Gesellschafter", erklärte das IRT und teilte zugleich mit, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun ein Sozialplan erarbeitet werden soll. Ursprünglich sollte die Entscheidung bereits in der vergangenen Woche fallen, doch dann hatten sich die Beteiligten überraschend vertagt.

Das Institut war vor wenigen Jahren von einem Patentrechtsstreit erschüttert worden, der sich als großer Betrugsskandal entpuppte, bei dem es um entgangene Einnahmen von bis zu 200 Millionen Euro geht. Bis heute gilt der Fall als einer der größten Betrugsfälle im System der öffentlich-rechtlichen Medien. 

Im vergangenen Jahr hatte das ZDF schließlich mit der Ankündigung überrascht, sich Ende 2020 aus dem Institut zurückzuziehen. Nach der Ankündigung des ZDF hatten auch die übrigen Gesellschafter ihre Verträge gekündigt, wodurch die unsichere Zukunft für das IRT entstand. Nun herrscht Klarheit - und die Hoffnungen, das 1956 gegründete Institut, das unter anderem an der Entwicklung der MP3 beteiligt war, trotzdem irgendwie weiterführen zu können, haben sich zerschlagen.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen
Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport zum Sports-Update Dienstags: Neuigkeiten aus der Fernseh- und Medienlandschaft Österreichs zum Austria-Update Mittwochs: Very british: Die News der Woche aus dem Vereinigten Königreich zum UK-Update Donnerstags: Aktuelles rund um Audio - präsentiert von der WDR Mediagroup. zum Audio-Update Freitags: Die wichtigsten Medien-Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zum US-Update Samstags: Ulrike Klode schreibt, was sie in ihrer Serienwoche bewegt hat zu Meine Woche in Serie Sonntags: Fernsehkritiker Hans Hoff über Aufreger und Programmperlen zum Hoff zum Sonntag
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 4 plus 4 ist

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.