Das Intro der "Tagesthemen" dürfte am Freitagabend so manche Zuschauerin und manchen Zuschauer des ARD-Gemeinschaftsprogramms überrascht haben. Auf die seichte Freitagabend-Unterhaltung „Reiterhof Wildenstein - Der Junge und das Pferd“ folgte die Nachrichtensendung im Ersten mit deutlich mehr Bass und Lautstärke als sonst: Die Band Die Ärzte spielten die "Tagesthemen"-Melodie live im Studio, begrüßten die Zuschauerinnen und Zuschauer mit "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen" und moderierten Ingo Zamperoni an.


Richtig angekündigt wurde die Aktion im Vorfeld nicht, mit zwei Tweets über den "Tagesthemen"-Account bei Twitter gab es rückblickend aber dann doch schon Hinweise auf die Aktion - einmal mit einem Bilderrätsel zu dem Ärzte-Song "Mach die Augen zu (und küss mich)" und einem Meme mit der Textzeile "Manchmal schließe ich die Augen, stell' mir vor ich sitz' am Meer." aus dem Ärzte-Song "Westerland".

Die darüber hinaus im Vorfeld nicht weiter angekündigte Aktion ist jedoch kein Selbstzweck, auch das an diesem Freitag neu erscheinende Album "Hell" ist nicht der Anlass für den Besuch der Ärzte - was wohl für Irritationen gesorgt hätte. Viel mehr war die Band zu Gast um im weiteren Verlauf der Nachrichtensendung mit Ingo Zamperoni über die Krise der Musik- bzw. Veranstaltungsbranche zu sprechen, die seit Beginn der Corona-Pandemie und jetzt noch einmal mehr durch die Verschärfung von Corona-Auflagen getroffen wird.

Unter dem Motto und Hashtag "#alarmstuferot" macht die Branche seit Monaten auf ihre existenziellen Probleme aufmerksam, die wenige Sommermonate mit ausgedünnten OpenAir-Konzerten unter Hygiene-Richtlinien, kaum mildern konnten und Musikerinnen und Musiker, aber auch andere Künstlerinnen und Künstler bedroht.