Der eigentlich als Ikke Hüftgold bekannte Sänger Matthias Distel hat sich am Mittwochabend nochmals zu Wort gemeldet. Distel war vergangene Woche Teilnehmer der Sat.1-Reality-Produktion "Plötzlich arm, plötzlich reich". Der Dreh der Episode wurde aber abgebrochen, als klar wurde, dass schwer traumatisierte Kinder Teil der Aufnahmen sind. Distel behauptete, der Abbruch sei auf seine Initiative hin erfolgt, Sat.1 und die produzierende Firma ImagoTV sprechen von einer gemeinsamen Entscheidung (DWDL.de berichtete).

 

In neuen Videos, die Distel über soziale Medien publik machte, unterstrich er nun noch einmal seine Darstellung. Im Kern geht es dem Sänger darum, klarzumachen, dass die Macher hinter den Kulissen über die Zustände in der Familie Bescheid gewusst hätten. Von ImagoTV verlangte er zudem eine klare Entschuldigung, weil Geschäftsführerin Andrea Schönhuber in einem Statement gegenüber DWDL.de mitgeteilt hatte, dass ein Aufnahmeleiter der Sendung den exakten Darstellungen Distels widerspreche. Inzwischen hätte sich Distel nämlich Beweise in Form von Festplatteninhalten besorgt. Diese Inhalte werde er erst einmal bei sich behalten. Sollte die Entschuldigung ausbleiben, sagte Distel in Richtung der Produktionsfirma, "werde ich Euch definitiv zerlegen". Distel fuhr fort: "Ich lasse mich nicht in der Öffentlichkeit als Lügner beschimpfen."

Entstanden seien die am Mittwochabend veröffentlichten Video-Statements nachdem sich Distel nochmals mit der betroffenen Mutter der Tauschfamilie getroffen habe. In diesem Gespräch hätte er weitere Details erfahren, unter anderem, dass die Mutter den geplanten Dreh auf Grund aufgekommener Zweifel dreifach abgesagt hätte, ehe sie diesem letztlich doch zustimmte. Für kommendes Wochenende hat Distel obendrein weitere Statements angekündigt. Der Schlagabtausch scheint also noch weitere Runden vor sich zu haben. Denn: Unterdessen hat sich auch der beauftragende Sender Sat.1 nochmals zu Wort gemeldet. Das klare Fazit einer intensiven Aufarbeitung sei: "Wir waren nicht sorgfältig genug bei der Auswahl der Familie. Es gab Fehleinschätzungen, die so nicht passieren dürfen." Dafür entschuldige sich Sat.1 aufrichtig bei der Familie. Man werde die Abläufe verbessern, damit so etwas nicht noch einmal passiere.

Dem als Ikke Hüftgold bekannten Matthias Distel wirft der Sender derweil vor, die betroffene Familie "ungefragt" in die Öffentlichkeit gebracht zu haben – obwohl man sich geeinigt habe, insbesondere die Kinder zu schützen. "Dazu gehört auch, Privates privat zu lassen", heißt es in einem Sat.1-Statement. Mit der betroffenen Familie stünden auch Sender und Produktionsfirma im Austausch, sie werde in den kommenden Wochen "menschlich, psychologisch und finanziell" unterstützt.