Die hohe Inflation und unsichere Wirtschaftsaussichten haben den Werbemarkt zu Jahresbeginn stark belastet. Aktuellen Nielsen-Zahlen zufolge ist der gesamte Bruttowerbemarkt in Deutschland im Januar mit einem Minus von 8,2 Prozent im Verlgeich zum Januar des vergangenen Jahres gestartet, die Brutto-Umsätze lagen bei 2,38 Milliarden Euro. Brutto-Zahlen sind stets mit Vorsicht zu genießen, weil sie beispielsweise Rabatte und Eigenwerbung nicht entsprechend berücksichtigen - realistisch dürfte das Minus also eher höher sein. Ein grober Trend lässt sich aber in jedem Fall ausmachen.
Weil TV-Werbung fast 44 Prozent des gesamten Werbemarktes ausmacht, fallen die 9,8 Prozent Minus im Vergleich zum Vorjahr hier besonders stark ins Gewicht. Noch größere Minuszeichen stehen bei den Gattungen Online (-18,7 Prozent) und Werbesendungen (-22,0 Prozent) - allerdings handelt es sich bei den Online-Zahlen noch um vorläufige Werte, die sich aufgrund von Nachmeldungen rückwirkend ändern können.
Im Bereich der Zeitungen ermittelte Nielsen hingegen sogar ein Plus der Bruttowerbeumsätze von 7,2 Prozent im Vergleich zum Januar des vergangenen Jahres. Auch Radiosender haben brutto demnach 2,1 Prozent mehr als im Januar 2022 umgesetzt. Publikumszeitschriften sind mit -8,6 Prozent hingegen ähnlich stark betroffen wie die Fernsehsender.
Stabilisierend haben die deutlich gestiegenen Werbeinvestitionen im Bereich Reise (+143 Prozent) und Schiffstouristik (+440 Prozent) gewirkt - nachdem die sich im vergangenen Jahr mit Blick auf Corona noch stark zurückgehalten hatten. Die Branche mit den höchsten Werbeinvestitionen bleibt der Lebensmitteleinzelhandel - und er hat sie im Vergleich zum Vorjahr auch nicht zurückgeschraubt, sondern sogar leicht um 2,3 Prozent erhöht. Dafür gab es viel weniger Unternehmenswerbung (-27,3 Prozent) und Werbung für Online-Dienstleistungen (-30,5 Prozent). Nach Unternehmen bleibt Procter & Gamble vorn, allerdings mit einem Minus von 7,3 Prozent. Dahinter folgen mit Lidl, Aldi, Edeka, Kaufland und Rewe die Lebensmitteleinzelhändler.
Korrekturhinweis: Zunächst wurde das 22-Prozent-Minus an dieser Stelle der Gattung Out-of-Home zugeordnet - das ist nicht korrekt, dort blieb der Bruttoumsatz in etwa stabil (-0,1 Prozent). Nachmeldungen sind auch hier möglich.
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