Die neuen Nielsen-Zahlen zum Brutto-Werbedruck geben Hoffnung, dass die Krise an den Werbemärkten bald zu Ende sein könnte. Für den Juni weisen die Marktforscher Brutto-Gesamtspendings in Höhe von 2,49 Milliarden Euro aus. Das ist zwar etwas weniger als im Juni 2022, damals führte Nielsen in seiner Statistik aber noch Werbesendungen als Werbemittel auf. Diese sind inzwischen aus der Rangliste verschwunden - und rechnet man sie aus der Liste heraus, drehte der Markt damit im abgelaufenen Monat leicht ins Plus. Auf Jahressicht liegt der Werbemarkt aber nach wie vor mit 4,2 Prozent im Minus. 

Am schlechtesten geht es nach wie vor dem Fernsehen, das seit Beginn des Jahres bis Ende Juni bei einem Minus in Höhe von 9,1 Prozent steht. Das ist, auf Jahressicht gesehen, das geringste Minus für das Werbemedium TV, allerdings lag man auch im sechsten Monat des Jahres unter den Brutto-Werbeeinnahmen vom Juni 2022. Ausgestanden ist die Krise also noch nicht, die Anzeichen einer Erholung mehren sich aber. 

Verstärkt kann man das bei anderen Mediengattungen beobachten. Die Zeitungen etwa erreichten im Juni ebenso ein Plus an Brutto-Werbespendings wie das Radio und der Werbeträger Out-Of-Home. Letzteres ist mit 6,0 Prozent auf Jahressicht mit am stärksten gewachsen. Besser performt prozentual gesehen aktuell nur das Kino mit einem Plus in Höhe von mehr als 45 Prozent. Hier sind es vor allem noch Corona-Nachholeffekte, die das Kino so stark wachsen lassen. Insgesamt liegen die Kino-Bruttowerbeeinnahmen deutlich unter denen der anderen Mediengattungen. Das Kino macht beispielsweise nur 0,3 Prozent aller Brutto-Werbeeinnahmen aus, beim Fernsehen sind es fast 47 Prozent. 

Die Krise am Werbemarkt hat bereits zu zahlreichen Umbrüchen geführt. Zuletzt wurde etwa bekannt, dass RTLzwei künftig wieder durch die AdAlliance vermarktet werden soll - El Cartel Media will man aufgeben (DWDL.de berichtete). Die TV-Vermarkter hatten zuletzt immer wieder betont, auf eine Erholung des Werbegeschäfts vor allem im zweiten Halbjahr zu hoffen. Dabei dürfte es vor allem ab dem vierten Quartal wichtig werden, hier fließen rund um das Weihnachtsgeschäft traditionell die meisten Werbegelder. 

Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen zu berücksichtigen, dass hier die Listenpreise zugrunde gelegt werden und Rabatte, Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte nicht berücksichtigt sind.