In Köln geht seit einigen Wochen schon ein offenes Geheimnis um, welches sich so rasant verbreitete, dass erst einmal zu klären war, ob es am Ende nicht nur eine zu naheliegende Spekulation ist, die sich durch wiederholte Behauptung zu bestätigen scheint. Doch was war passiert? Nun, am Mittwoch, den 18. Oktober, berichtete DWDL.de exklusiv über die Trennung von Stefan Raab und Banijay bzw. Brainpool. Nur zwölf Stunden später bestätigte die ProSiebenSat.1 Media SE am Morgen danach den Abgang von ProSieben- und zuletzt auch Sat.1-Chef Daniel Rosemann. 

Zwei prominente und erfolgreiche Fernsehmacher, die sich seit Jahren kennen und - auch trotz Raabs Flirt mit RTL - sehr schätzen. Kaum überraschend, dass also unmittelbar Spekulationen aufkamen: Planen Stefan Raab und Daniel Rosemann etwa eine neue gemeinsame Unternehmung? Viele wollen etwas gehört haben, belastbare Aussagen aber fehlten zunächst. Mal heißt es, es werde schon intensiv Personal gesucht. Mal taucht im Zusammenhang mit dem Raab/Rosemann-Projekt der Name Daisy Rosemeyer-Elbers auf: Auch sie, Executive Producer der Joko&Klaas-Formate bei ProSieben, sei dabei. 

Mit ihr oder ohne sie wäre es ein prominent besetzter neuer Player im Markt, was gerade in risikoaversen Zeiten den kleinen Unterschied machen kann. Doch die Rechte an allen bisherigen TV-Ideen von Stefan Raab liegen nun bei Banijay, was einen kompletten Neustart bedeutet. Was unter normalen Umständen schon spannend wäre, wirft im aktuell schwierigen Marktumfeld die Frage auf, welche Nische - oder möglicherweise schon konkreten Auftrag - die beiden im Blick haben. Vorstellbar für einige: Ein neuer Anlauf, den Eurovision Song Contest in Deutschland ab 2025 anders anzugehen.

DWDL.de hat sich nach all diesen Gerüchten in der Branche, auch bei Weggefährten, umgehört. Von der Kreativebene bis zu Vorstandsetagen, darunter viele Namen, die wahrlich unverdächtig sind, haltlos zu spekulieren. Wissen sie mehr? Bestätigen kann es natürlich keiner; es wäre ja auch nicht an Dritten das zu tun. Aber: „Das ist nicht ganz falsch“, sagt einer der Befragten auf die Frage, ob Rosemann und Raab ein gemeinsames Projekt planen. Andere verbitten sich aus Solidarität eine Antwort darauf.

Bleibt der naheliegende Schritt, die beiden Kreativköpfe selbst zu fragen. Stefan Raab zu erreichen, ist allerdings gar nicht so leicht und seine Unlust mit der Presse zu sprechen legendär. Und was sagt der gerade ausgeschiedene ProSieben- und Sat.1-Chef? Daniel Rosemann will sich auf DWDL.de-Anfrage derzeit nicht zu dem Thema äußern. Kein Dementi also auf die konkrete Frage, ob Raab und er gemeinsame Pläne haben. Aber eben auch keine Bestätigung für das vielleicht heißeste Gerücht dieses Herbstes.

Bleibt ja auch noch etwas Zeit: Nach seinem Ausscheiden bei ProSiebenSat.1 dürfte Rosemann vertraglich gar nicht ganz so schnell zur Verfügung stehen. Und Stefan Raab wiederum ist noch als Gesellschafter an Banijay Germany beteiligt, auch das muss sich noch klären. Konkretere Antworten könnte es daher erst 2024 geben.