Am Donnerstag hat der Zukunftsrat seinen Bericht mit Vorschlägen zur Reform der Öffentlich-Rechtlichen vorgelegt. Und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: ARD und ZDF fühlten sich in ihrer aktuellen Strategie bestätigt und begrüßten das Papier, geäußert haben sich aber unter anderem auch schon ver.di, der DJV und die Redaktionsvertretungen von ARD, ZDF und Deutschlandradio (DWDL.de berichtete). Der Privatsenderverband VAUNET hat sich etwas mehr Zeit gelassen mit einer Einschätzung, zeigt sich nun aber generell ebenfalls recht zufrieden. 

Grundsätzlich begrüßt der Verband, dass mit dem nun veröffentlichten Bericht "ein breiter und grundsätzlicher Blick auf die mittelfristige Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geworfen wird". 2024 werde ein Jahr der grundsätzlichen Weichenstellung, sagt Claus Grewenig, Vorstandsvorsitzender des VAUNET sowie Chief Corporate Affairs Officer von RTL Deutschland. "Eine Weiterentwicklung der beitragsfinanzierten Rundfunkanstalten und ihrer Angebote im dualen Mediensystem hat immer auch unmittelbare Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Branche. Ein Umbau des Systems statt eines 'Weiter so' im System ist der richtige Ansatz."

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Eine Reihe von Vorschlägen, die der Zukunftsrat aufgebracht hat, stoßen daher auf Zustimmung beim VAUNET. Beispielsweise die stärkere Überwachung der Auftragserfüllung, keine Fixierung auf die Quoten, eine deutliche Unterscheidbarkeit zu privaten Medien oder auch die Überprüfung der Investition in Sportrechte jenseits von reichweitenstarker Sportarten. Als "spannend" bezeichnet Grewenig zudem die Ideen, die Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen nicht wie bisher im Vorfeld einer Beitragsperiode festzulegen, sondern im Nachgang - mit entsprechenden Sanktionen, sollte der Auftrag nicht vollständig erfüllt worden sein. Die Indexierung des Rundfunkbeitrags bedürfe aber einer "gründlichen Überprüfung auf mögliche Wettbewerbsverzerrung zu Lasten privater Medien", heißt es in einer Stellungnahme des VAUNET. 

Zwei Themen, die dem Privatsenderverband traditionell am Herzen liegen, hat der Zukunftsrat gar nicht erst besprochen: Werbung bei ARD und ZDF sowie die kommerziellen Tochtergesellschaften der Öffentlich-Rechtlichen. Dazu blieb schlicht keine Zeit, hieß es vom Zukunftsrat. "Die Länder sollten den Vorschlag des Rates, angesichts des sich stark verändernden Medienmarktes, die Frage der Werbung sowie der Tochtergesellschaften schnell und grundsätzlich klären. Die Überschneidung zum kommerziellen Angebot und damit Wettbewerbsverzerrungen werden in diesen Bereichen besonders deutlich", sagt VAUNET-Chef Grewenig. Der Verband fordert unter anderem eine komplette Werbefreiheit von ARD und ZDF