Logo: BDZVAls "ärgerliche Mogelpackung" bezeichnet der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) die Empfehlung der EU-Minister für Kultur und Medien für eine neue Fernsehrichtlinie. Die praktische Umsetzung der Empfehlung führe zu einer Irreführung der Verbraucher, moniert der Verband. Vorgesehen ist in dem Entwurf, Product Placement im Grundsatz weiterhin zu verbieten, jedoch für leichte Unterhaltung, fiktionale Programme und Sportübertragungen Ausnahmen zuzulassen.

Der Verzicht auf einen permanent eingeblendeten Hinweis auf werbliche Inhalte im laufenden Programm zu Gunsten eines Vermerks zu Beginn und am Ende der jeweiligen Sendung würde zu einer Käufichkeit von Inhalten führen und könnte auf andere Medien abstrahlen, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.
 
 
In Konsequenz befürchten die Verleger eine Aufweichung der Werberichtlinien, die die Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten regelt, auch in der gedruckten Tagespresse, was deren Glaubwürdigkeit in Gefahr bringen könnte. Auch der Präsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbands, Valdo Lehari jr., sieht die Gefahr, dass durch eine derartige Regelung alle Medien verlieren könnten, da ihre Glaubwürdigkeit damit aufs Spiel gesetzt werden würde.