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Radio-Update vom 2. November

Podcasts: Amazon setzt auf bekannte Köpfe und Marken

 

Bis Ende 2018 investiert die Amazon-Tochter Audible nach eigenen Angaben einen siebenstelligen Betrag in den Aufbau von Audible Original Podcasts. Außerdem: Neuer Digitalchef für Radio NRW, Antenne Bayern will Verkehrsmelder-Community.

von Uwe Mantel
02.11.2017 - 11:54 Uhr

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Wenn auf den Medienkongressen dieses Landes diskutiert wird, dann haben die deutschen Medienmanager die Gegner immer schnell ausgemacht: Sie kommen in der Regel aus den USA und heißen Google, Facebook oder Amazon. Winken diese mit Geld, dann ist man aber doch schnell zu Kooperationen bereit - so wie man das jetzt wieder bei dem von der Amazon-Tochter Audible aufgelegten Podcast-Programm sehen kann. Audible investiert nach eigenen Angaben bis Ende 2018 einen siebenstelligen Betrag in den Aufbau von "Audible Original Podcasts". "Unser Programm ist in Deutschland einzigartig. Wir haben es basierend auf den Wünschen der Hörer entwickelt, gemeinsam mit großartigen Partnern, die unseren Qualitätsanspruch teilen. Jeder in Deutschland soll bei uns mindestens einen Podcast finden, den er gerne und regelmäßig jede Woche hört", sagt Paul Huizing von Audible Original Podcasts.

Zum Programmstart sind 17 deutschsprachige Angebote dabei, die hierzulande von fünf weiteren englischsprachigen ergänzt werden. Podcasts steuern dabei zahlreiche bekannte Medienmarken bei, etwa "Der Spiegel", "Brand Eins", "Bunte", "Titanic", Vice, "Galore" und die "11 Freunde". Dazu kommen Podcasts bekannter Gastgeber, mit dabei sind unter anderem Jörg Thadeusz, Nina Ruge, Denis Scheck, Ronja von Rönne und Tilman Rammstedt, Micky Beisenherz und Oliver Polak. Geplant sei, das Programm kontinuierlich weiter auszubauen. Jeden Monat sollen zwei neue Podcasts das Angebot ergänzen. Wer Audible-Abonnent ist (9,95 Euro im Monat) erhält den Zugriff auf alle diese Podcasts, die werbefrei sind, ohne weitere Kosten. Worum es sich bei den einzelnen Podcasts im Einzelnen handelt, kann man direkt bei Audible nachlesen.

Radio NRW
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Radio NRW bekommt zum 15. Januar 2018 einen neuen Digital-Chef: Christopher Witte verantwortet ab diesem Zeitpunkt die digitale Entwicklung. Witte kommt aus dem TV-Bereich und war in den vergangenen Jahren für Giga, Sky Deutschland und zuletzt Maxdome von ProSiebenSat.1 tätig. "„Wir freuen uns, dass wir mit Christopher Witte einen ausgewiesenen Digital-Experten für radio NRW gewinnen konnten. Seine langjährige Erfahrung im Bereich der digitalen TV-Produktentwicklung wird eine sehr gute Basis für die Arbeit im NRW-Lokalfunk sein. Streaming und Online-Audio sowie die Entwicklung neuer Produkte sind der Schlüssel für die Digitalisierung des Radios. Hier brauchen wir vielfältige, unverwechselbare und aufmerksamkeitsstarke digitale Produkte, die wir parallel zum klassischen Radio-Programm unseren verschiedenen Zielgruppen anbieten können. Auch Megatrends wie Individualisierung, On Demand und Mobile wollen wir auf Radio übertragen. Hier wird Christopher Witte entscheidende Impulse setzen können und damit die Weiterentwicklung des digitalen Bereichs weiter forcieren", so Sven Thölen, Geschäftsführer von radio NRW. Unterdessen hat Tony Kaufmann, viele Jahre lang vormittags als Moderator bei Radio NRW zu hören, via Facebook seinen Abschied angekündigt.

Antenne Bayern
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Antenne Bayern will es seinen Hörern leichter machen, Verkehrsmeldungen durchzugeben und hat dafür nun eine eigene Verkehrsmelder-App an den Start gebracht. "Täglich bekommen wir unzählige Verkehrsmeldungen per Telefon. Unsere Hörer sind wirklich sehr fleißig. Mit der neuen App ‘Verkehrsmelder‘ gibt es nun eine weitere Möglichkeit, uns Staus und Unfälle zu melden", so Christian Franz, Verkehrsexperte des Senders: "Das erleichtert unsere und meine Arbeit ungemein und wir können dazu beitragen, die bayerischen Straßen noch ein Stück sicherer zu machen." Über die App kann man Standort, Beschreibung und Foto eingeben. Nachteil im Vergleich zur telefonischen Meldung: Während man die während der Fahrt über eine Freisprechanlage problemlos weitergeben kann, geht das mit der App nicht während der Fahrt - ganz ersetzen kann den klassischen Weg übers Telefon also nicht. Programmdirektorin Ina Tenz sieht trotzdem große Vorteile: "Langfristig soll dabei eine große Verkehrsmelder-Community entstehen. Blitzschnell können wir dann Staus und Behinderungen mit vielen Zusatzinformationen on-air sowie auf all unseren Kanälen senden. Das kann kein Navigationssystem leisten."

Klassik Radio
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In der vergangenen Woche haben wir bereits berichtet, dass Klassik Radio für seinen zu Beginn des Monats frisch gestarteten Streamingdienst "Klassik Radio Select" einen langfristigen Lizenzvertrag mit Naxos geschlossen hat, kurz vor dem Start konnte zudem auch noch ein Abschluss mit Sony Music für das Klassik- und Jazzrepertoire verkündet werden. Damit können die Klassik Radio-Kuratoren bei der Zusammenstellung der über 100 individuellen Sender der App auf Neuveröffentlichungen mit großen Namen wie Jonas Kaufmann, Sol Gabetta, Khatia Buniatishvili, Plácido Domingo, Yo Yo Ma, Teodor Currentzis und vielen anderen sowie auf Katalogaufnahmen weltbekannter Orchester und Künstler von Glenn Gould bis zu Leonard Bernstein zurückgreifen. "Wir sind glücklich über die Kooperation mit einem der weltweit erfolgreichsten und größten Klassik-Labels. Unsere Hörer können dadurch aktuelle Aufnahmen vieler Weltstars bei uns genießen. Auch die Aufnahmen von Martin Stadtfeld, einem unserer Kuratoren, zählen zu dem international einmaligen Katalog von Sony Classical. Sony Music ist damit einer unserer wichtigsten Partner für ein innovatives Streaming Konzept mit Fokus auf klassischer Musik", sagt Ulrich Kubak, Gründer und Vorstand der Klassik Radio AG.

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