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Radio-Update vom 1. Februar

Radio 2017 Wachstumssieger, Gerüchte über FM4-Aus

 

Die Radio-Branche verzeichnete im Jahr 2017 größeres Wachstum als andere Mediengattungen, das Digitalradio erobert langsam das Auto, in Österreich wird gemunkelt, dass die neue Regierung FM4 den Stecker ziehen möchte.

von Uwe Mantel, Timo Niemeier
01.02.2018 - 12:35 Uhr

Radiozentrale
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Das Jahr 2017 lief für die Radio-Branche sehr erfolgreich: Laut Nielsen-Zahlen konnten die Radiosender ihre Werbeumsätze um 4,7 Prozent steigern und damit deutlich stärker als etwa die TV-Sender (+1,4 Prozent) oder die Tageszeitungen (+1,1 Prozent). Auch der Bereich Online-Werbung wuchs mit einem Plus von 2,3 Prozent weniger stark, bei den Publikumszeitschriften gab's sogar Umsatzverluste. Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale, sieht für die Branche auch eine rosige Zukunft: "Wir blicken zuversichtlich in eine spannende Zukunft: ‚Voice’ ist aktuell einer der heißesten Online- und Marketing-Trends und hat das Zeug zum Gamechanger. Ich bin überzeugt: Die Relevanz von Audiomarketing wächst. Es wird perspektivisch unverzichtbar. Für Audio bedeutet das: The best is yet to come!"

VPRT
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Die Privatradioverbände APR und VPRT sprechen sich nachdrücklich dagegen aus, dass eine Regelung zur UKW-Abschaltung im Koalitionsvertrag festgeschrieben wird. Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VPRT: "Eine UKW-Abschaltung durch die Hintertür des Koalitionsvertrags würde bedeuten, die Existenzgrundlage der Privatradios in Deutschland in Frage zu stellen." Schunk zeigt sich vor allem deshalb verwundert, weil im vergangenen Jahr eine breite Diskussion darüber geführt worden sei und er meinte, Verständnis für die Anliegen der Privaten wahrgenommen zu haben. Ein Abschaltdatum dürfe es aus Sicht des VPRT erst geben, wenn die tatsächliche analoge Nutzung unter 10 Prozent gefallen sei. APR-Vorsitzender Felix Kovac fügt hinzu: "In einer Nachtsitzung in Berlin kann nicht entschieden werden, was in der Medienpolitik der Länder kontrovers diskutiert wird. Dafür wäre der Bundestag auch gar nicht zuständig, der Bund hat im Bereich der Telekommunikation eine dienende Rolle gegenüber medienpolitischen Entscheidungen der Bundesländer."


FM4
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In Österreich macht gerade das Gerücht die Runde, die neue Regierung könnte 2019 den ORF-Jugendsender FM4 einstellen. Die Wiener Stadtzeitung "Falter" berichtet von den angeblichen Plänen, die offizielle Begründung wäre demnach die Nichterfüllung des Bildungsauftrags. Die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ bezeichnen das als Gerücht, an dem nichts dran sei. Auch von ORF-Chef Alexander Wrabetz und Radio-Direktorin Monika Eigensperger kommen Dementis. Klar ist aber, dass ÖVP und FPÖ derzeit über die Zukunft des ORF verhandeln. Größere Veränderungen, auch personelle, sind definitiv nicht ausgeschlossen. FM4 gibt es seit 23 Jahren, der Sender kommt bei den 14- bis 49-Jährigen auf eine Tagesreichweite von 5,1 Prozent. Zum Vergleich Ö3, das ebenfalls zum ORF gehört, erreicht 39,5 Prozent.

DAB+
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Das Digitalradio DAB+ erobert langsam das Auto: Angaben der Deutschen Automobil Treuhand zufolge hatten im vergangenen Jahr 39,1 Prozent der Neuwagen ein DAB+-Radio an Bord - das ist im Vergleich zum Vorjahr fast eine Verdoppelung. Bezieht man auch ältere Autos mit ein, gaben 26 Prozent der von der GfK befragten Autofahrer an, über ein digital-terrestrisches Autoradio zu verfügen. Bei deutschen Autobahnen liegt die DAB+-Abdeckung inzwischen bei 98 Prozent. Das nationale Angebot umfasst derzeit drei Programme vom Deutschlandradio und neun Privatsender. Ab 2019 steigt das nationale Angebot wahrscheinlich um bis zu 16 weitere Privatsender auf knapp 30. Dazu kommend ie regional ausgestrahlten Angebote mit über 150 unterschiedlichen Sendern von ARD und privaten Anbietern.

Sandra Glasenapp
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Ab dem 1. Februar übernimmt Sandra Glasenapp die Leitung der Online-Redaktion bei Antenne Bayern. Sie kommt von Burda, wo sie zuletzt als Senior Editor die Ressorts Family & Fitness auf Bunte.de geleitet hat. Zuvor war sie u.a. Head of Digital beim "Sat.1 Frühstücksfernsehen" und stellvertretende Redaktionsleiterin bei Sat.1 Online. Bereits seit Juni 2017 ist Jan Zerbst als Kreativdirektor und Programmleiter Webstreams für Antenne Bayern tätig. Künftig zeichnet er auch für die Abteilung Programmgestaltung verantwortlich. Beide berichten an Ina Tenz, Programmdirektorin und Geschäftsleiterin Content. Marcus Michel, bisheriger Leiter Programmgestaltung und stellv. Programmdirektor, hat das Unternehmen zum 31. Dezember 2017 verlassen, um sich im Bereich Content-Strategie, emotionales Marketing und Teamberatung als freier Consultant selbstständig zu machen. Karlheinz Hörhammer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Antenne Bayern: "Für seine herausragende Leistungen danke ich Marcus Michel. Er hat in den letzten 13 Jahren maßgeblich zum Quotenerfolg unseres Senders beigetragen und ich wünsche ihm für seine neue Herausforderung alles Gute."

Sunshine Live
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Der auf elektronische Musik spezialisierte Sender Sunshine Live hat sich zum neuen Jahr eine neue Programmstruktur verpasst. Der Sender versteht sich als "Home of the DJs" und sendet daher jeden Tag um 19 Uhr ein Set international bekannter DJs - von Robin Schulz bis Dimitri Vegas & Like Mike über Fedde le Grand bis Oliver Heldens. Direkt im Anschluss startet jeweils eine zweistündige Live-Sendung, in der DJs live im Studios mixen. Neu ist die Zusammenarbeit mit dem Niederländer Armin van Buuren: Jeden Donnerstag sendet sunshine live die weltberühmte "A State of Trance"-Show direkt aus dem Studio in Amsterdam – parallel zur niederländischen Erstausstrahlung und exklusiv für Deutschland. Ebenfalls neu ist die Hardcore-Sendung "Noize Vizion", die zusammen mit dem Hardcore-Label "Masters of Hardcore" produziert wird. "Mit dem neuen Programmschema bietet sunshine live das umfassendste Angebot an elektronischer Musik und DJ-Shows unter den deutschen Radiosendern. Wir sind stolz, die besten DJs aus Deutschland und der Welt als Kolleginnen und Kollegen zu haben", sagt Programmdirektor Christian Schalt.

Max Nachtsheim, Corinna Blaich
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You FM hat am vergangene Sonntag erstmals zwischen 19 und 21 Uhr die neue Show "Der Umschlag" ausgestrahlt. Der Rapper, Comedian, Gaming-Experte und Podcaster Max Nachtsheim geht dabei unvorbereitet in die Sendung:  Er erhält zu Beginn einen Umschlag mit einem Thema und wird von Redakteurin Corinna Blaich in den zwei Stunden der Sendung mit Herausforderungen wie Spielen oder Überraschungsgästen konfrontiert. Während jeder Sendung gilt es also, zu improvisieren. Nachtsheim: "Ich finde es sehr schön, Radio machen zu können. Es ist ein großer Einstieg in das Jahr 2018. Ich freue mich auf meinen Heimatsender YOU FM, darauf, mit Musik zu arbeiten, und auf Corinna als Partnerin im Studio. Es ist spannend, in eine Sendung zu gehen, bei der man nicht weiß, was in den nächsten zwei Stunden passiert."

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