© WDR/Trickstudio Lutterbeck
Audio-Update vom 12. September

WDR schickt die "Maus" ins Radio, Sport1 startet Podcasts

 

Der WDR plant mit der "Maus" Podcasts und einen DAB+-Sender, Sport1 gründet eine "Podcast-Familie", beim Radiopreis stehen die Nominierungen in weiteren Kategorien fest und die DAB+-Verbreitung macht einen deutlichen Sprung nach oben

von Uwe Mantel / Kevin Hennings
12.09.2019 - 11:41 Uhr

Die Sendung mit der Maus© WDR/Trickstudio Lutterbeck
Der WDR will seine bekannte TV-Marke "Die Sendung mit der Maus" nun auch im Audio-Bereich zur Geltung bringen. Bislang laufen die Angebote für Kinder dort unter dem Namen "KiRaKa". Die so benannte Sendung bei WDR5 soll auch weiterhin unter diesem Namen erhalten bleiben, der via DAB+ verbreitete Sender könnte allerdings ein Maus-Branding bekommen. "Die Redaktionen arbeiten an einem Konzept, wie die erfolgreiche Fernsehmarke 'Maus' erweitert und auch im Audiobereich angeboten werden kann", erkärt der Sender dazu auf DWDL.de-Anfrage. "Dabei werden die Marken 'Maus' und 'KiRaKa' in guten Einklang gebracht." Das Audio-Angebot der "Sendung mit der Maus" solle via DAB+ sowie als Podcast in verschiedenen Längen verbreitet werden. Zu Details wolle man zunächst die Konsultationen mit den Gremien abwarten. Im Rundfunkrat hatte Valerie Weber entsprechende Pläne in der letzten Sitzung angekündigt, die Mitglieder forderten allerdings weitere Informationen zum Konzept und äußerten sich kritisch zu der damit möglicherweise einhergehenden Reduzierung von Kindermusik. Lob gab's hingegen fürs Ziel der Markenbildung und die Podcastpläne für die "Maus".

Sport1 Podcast© Sport1
Sport1 steigt nun auch groß ins Podcast-Geschäft ein und bündelt schon bestehende Eigenformate wie den Podcast zum "Check24 Doppelpass" sowie dem Instagram-Interviewformat "Split it" mit Lisa Ramuschkat mit weiteren Sport-Formaten als "Sport1-Podcastfamilie" auf sport1-podcast.de. Zum Auftakt gehören auch die "Eishockey-Show" mit Rock Goldmann, Basti Schwele und Sascha Bandermann dazu sowie "Spielerfrauen on air" mit Ina Aogo und Mirjana Zuber. Sport1 arbeitet dabei mit der Podcastbande, dem Audio-Ableger von SR Management, zusammen. In den kommenden Monaten soll mit weiteren Podcasts rund ums Thema Sport, darunter auch verschiedene Eigenproduktionen sowie Talk- und Comedy-Podcasts das Angebot sukzessive ausgebaut werden. Sport1-Chef Olaf Schröder: "Podcasts gewinnen auch bei sportbegeisterten Zielgruppen weiter an Bedeutung. Mit unserer SPORT1 Podcast-Familie bauen wir unser Angebot als führende 360°-Sportplattform in Deutschland weiter aus. (...) Durch die zusätzliche Verbreitung unseres hochwertigen Contents im Bereich Digital Audio sprechen wir auch neue Sportfans an und schaffen weitere attraktive Vermarktungs-Umfelder für unsere Partner."

Deutscher Radiopreis© Radiopreis
Zwei Wochen vor der Verleihung des Deutschen Radiopreises wurden nun die Nominierungen in vier weiteren Kategorien bekanntgegeben. Hoffnungen auf die Auszeichnung als Beste Moderatorin können sich Evren Gezer von Hit-Radio FFH, Carmen Schmalfeldt von Radio Leverkusen und Susanka Kröger von YouFM machen. Für den Preis als Beste Sendung sind die Bremen-Zwei-Sendung "Schwerpunkt: Was bleibt von der Affäre um das BAMF?", "Deutschlands tiefste Morgensendung" von Radio Emscher Lippe sowie "Was Wollen Wissen - die Radioshow mit Fettes Brot", die auf N-Joy und Bremen Vier zu sehen war, nominiert. In der Kategorie Beste Reportage treten Henrike Möller und Daniel Hirsch für "Mirella" auf Radio Fritz, Christiane Hawranek und Klaus Uhrig für "Die gefallenen Mädchen" auf Bayern 2 und Holger Senzel von NDR Info für "Unter Schlamm begraben - Spurensuche in Petobo" an. Und schließlich stehen auch die Nominierten in der Comedy-Kategorie fest: Dirk Haberkorn und Boris Meinzer für "Achtung Alexa" auf Hit-Radio FFH, Bernd Klose für "Der Daily Lama" auf Bremen Zwei und "Dr. Pops Tonstudio" auf Radioeins.

Spotify© Spotify
Gute Nachrichten für die Macher der beiden erfolgreichen Podcasts "Gemischtes Hack" und "Herrengedeck" - eher weniger gute Nachrichten für all jene, die die Podcasts gerne hören, aber kein Spotify-Abo haben. Ab sofort sind die beiden Podcasts nämlich exklusiv bei Spotify zu hören, aber nicht mehr über alle anderen bisher genutzten Plattformen. "Als einer von hunderttausenden Fans der unverwechselbaren, frischen und provokanten Art von ‘Gemischtes Hack’ und ‘Herrengedeck’ freuen wir uns, zwei der beliebtesten deutschen Podcasts in das exklusive Angebot von Spotify aufzunehmen. Mit den Podcaster*innen besteht eine langjährige Verbundenheit, die wir mit unserer Zusammenarbeit ab sofort auf ein neues Level heben”, so Michael Krause, Managing Director Spotify Central Europe. Inhaltlich mischt sich Spotify weiter nicht ein, bietet aber Unterstützung bei der Produktion und kümmert sich um die Vermarktung und damit Finanzierung. Wie auch bei den anderen Spotify Exclusive Podcasts sind sie nicht zahlenden Kunden vorbehalten, sondern lassen sich auch in der werbefinanzierten Variante abrufen.

DAB+© MDR
"Der digitale Radioempfang ist auf klarem Wachstumskurs und DAB+ bildet mittlerweile die Spitze der Entwicklung" - das ist eine der zentralen Erkenntnisse des Digitalisierungsberichts Audio, den die Landesmedienanstalten in der vergangenen Woche vorgestellt haben. Demnach haben inzwischen nun immerhin 22,7 Prozent der Haushalte mindestens ein Gerät, das DAB+ empfangen kann, das war ein gewaltiger Sprung um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Getrieben wurde das insbesondere durch die Entwicklung im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW, wo die bislang sehr spärliche Verbreitung von 14,7 auf 22 Prozent um gut 50 Prozent nach oben schnellte. Die größte Verbreitung hat DAB+ aber weiter in Bayern, wo inzwischen gut 30 Prozent der Haushalte ein DAB+-Empfangsgerät haben.

VAUNET© VAUNET
Entsprechend begeistert zeigen sich jene, die schon lange auf DAB+ setzen - etwa die ARD und Deutschlandradio. Dort sprach man von "großer Genugtuung" angesichts der Zahlen und meint: "Der Knoten ist geplatzt". Nun fordert man die zügige Einführung der Digitalradiopflicht. Wie schon im Juli von der Regierung auf den Weg gebraucht wurde, sollen neue Radiogeräte - auch im Auto - künftig auch digitalen Empfang unterstützen müssen. Der Privatsenderverband VAUNET wiederholte anlässlich dessen seine Forderung, dass für ARD und die Privaten eine "gleichberechtigte Finanzierungsgrundlage" für die DAB+-Einführung geben müsse. Die ARD erhält dafür seit Jahren zusätzliche Gelder aus dem Rundfunkbeitrag genehmigt, die Privaten bleiben weitgehend auf sich gestellt. VAUNET fordert daher eine Infrastrukturförderung in Höhe von gut einer halben Milliarde Euro. Ein UKW-Abschalttermin ist aus Sicht der Privatsender erst dann vertretbar, wenn die analoge Restnutzung unter 10 Prozent fällt. Davon ist man noch meilenweit entfernt: Auch wenn die Verbreitung von DAB+ und Webradio zunimmt, geben nahezu unverändert gut 70 Prozent der Radiohörer UKW als meistgenutzte Empfangsart an.

Podcast der Woche: "Paardiologie"

Paardiologie

Therapie für die Ohren. Müsste man "Paardiologie" in einem Satz erklären, wäre dies damit erledigt. Doch eine längere Erklärung wird den zweisamen Gesprächen um Geschlechtsverkehr und Beziehungen deutlich gerechter. Vor allem, weil Charlotte Roche und ihr Ehemann und Brainpool-Mitbegründer Martin Keß ordentlich Vorurteile einstecken müssen, wenn es um ihre intimen Unterhaltungen geht. Auf dem Papier liest sich der Podcast nämlich erschreckend fremdschamlastig: Wer will schon einem Pärchen dabei zuhören, wie sie über die nervigen und kleinen Probleme ihrer Ehe sprechen? Doch Roche und Kreß beweisen jedem das Gegenteil, der sich traut, fünf Minuten reinzuhören. Denn kleine Probleme gibt es in ihren Augen nicht, sondern lediglich Themen, über die gesprochen werden müssen, damit eine langfristige Beziehung überhaupt möglich ist. Das ist zugleich auch die Überfrage von "Paardiologie": Wie und warum bleiben Menschen zusammen? Sex-Podcasts gibt es bereits zu Genüge, und auch von anderen Pärchen-Podcasts war in dieser Reihe bereits die Rede. "Paardiologie" verweilt im deutschsprachigen Raum jedoch noch in einer gänzlich anderen Liga, wenn es darum geht, unsere sozialen Liebeszüge zu sezieren. Gnadenlos sprechen die Beiden über Fremdgehen, Eifersucht, Streit, Alkoholprobleme, Vorlieben und all die anderen Themen, die die meisten Paare nicht einmal unter vier Augen besprechen würden. Der Zuhörer muss sich dabei jedoch nicht als Voyeur fühlen, weil er sich diese intimen Dialoge stillschweigend anhört. Er wird eher Zeuge einer öffentlichen Liebesbekundung – denn die Zwei wollen sich verstehen, damit sie die Beziehung noch weiter festigen können. Ein Ansatz, der mit Kommunikation und Arbeit verbunden ist und jedem Zuhörer zu denken gibt, ob er in seiner Beziehung nicht mehr tun kann oder irgendetwas übersieht, was seinem Partner wichtig sein könnte. In Zeiten von Tinder und dem damit verbundenen Menschenkonsum wirkt "Paardiologie" wie eine Plakatwand, die sagt: "Echte Liebe, die gibt’s noch".

Da es sich bei "Paardiologie" um einen 15-teiligen Spotify Original Podcast handelt, ist der Podcast auch nur dort zu hören. In der letzten Woche wurde der Podcast "Alles gesagt?" vorgestellt. 

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