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Audio-Update vom 14. Mai

Ramelow will Privatradios stützen, Spotify startet Kids-App

 

Der thüringische Ministerpräsident hat vorgeschlagen, private Radios vorübergehend mit Geld aus dem Rundfunkbeitrag zu unterstützen. Spotify hat seine Kids-App auch in Deutschland gestartet. Und Hirschhausen sorgt bei Teddy für Lacher.

von Uwe Mantel, Kevin Hennings
14.05.2020 - 12:06 Uhr

Foto: Pixelquelle© Pixelquelle
Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow hat in einem Schreiben an seine Kollegen angeregt, weitere Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen für die privaten Radios an den Start zu bringen und ihnen insbesondere die technischen Übertragungskosten, die sich auf rund 80 Millionen Euro im Jahr belaufen, zu erstatten. Er schlägt vor, das temporär aus dem Aufkommen des Rundfunkbeitrags zu begleichen. Dazu solle der Anteil, der den Medienanstalten der Länder zukommt, von gut 1,9 auf 3 Prozent erhöht werden, sodass ihnen dann rund 240 statt 152 Millionen Euro zuflössen. Diese könnten die Gelder dann "rechtssicher und staatsfern weiterleiten". ARD und ZDF könnten die ihnen dann fehlenden Mittel aus seiner Sicht durch wegfallende Ausgaben für die abgesagten bzw. verschobenen Sport-Großereignisse kompensieren. Das komplette Schreiben hat radioszene.de dokumentiert.

Spotify Kids© Spotify
Spotify hat eine eigenständige App für Familien mit Kindern ab 3 Jahren nun auch in Deutschland auf den Markt gebracht. "Spotify Kids" ist noch in der Beta-Version und derzeit exklusiv für Abonnenten des Premium-Family-Pakets verfügbar. Zu hören gibt's darin eine Zusammenstellung aus mehr als 170 Playlists und etwa 30.000 Songs. Ein Gorßteil der Inhalte und Playlists ist speziell für Deutschland lokalisiert. Hörspiele wie etwa "Bibi Blocksberg", "Benjamin Blümchen", "Die Drei ???" oder "TKKG" stehen bei Kindern zwar hoch im Kurs, weil aber nicht jede Geschichte für jedes Alter geeignet ist, bietet die Kids-App von Spotify auch die Option an, altersspezifische Filter einzusetzen, um eine passende Vorauswahl für ihre Kinder zu erhalten. Design und Gestaltung der App seien auf die kognitiven Fähigkeiten von Kindern angepasst und sollen eine heitere, spielerische Atmosphäre ausstrahlen. Die Kids-App befindet sich bereits in diversen anderen Ländern im Beta-Test, in dieser Woche kam neben Deutschland nun auch Japan dazu.

Eckart von Hirschhausen© WDR/Ben Knabe
An Familien mit Kindern wendet sich bekanntlich hierzulande auch Radio Teddy. Um dort den ganz jungen Hörerinnen und Hörern täglich ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, holt sich der Sender Unterstützung von Arzt und Comedian Eckart von Hirschhausen an Bord. Immer um 7:20 Uhr und 10:10 Uhr  liefert der künftig den "Lacher des Tages". "Radio Teddy steht für Spaß und Unterhaltung. Und das ist besonders in Zeiten von Homeschooling und Homeoffice so wichtig. Mit dem ‘Radio Teddy-Lacher des Tages‘ setzen wir einen weiteren positiven Impuls im Familienalltag. Und es ist wissenschaftlich bewiesen: Lachen ist ein Antistress-Faktor. Ab sofort wird deshalb zweimal täglich bei Radio Teddy  verbal gekitzelt, um die positiven Gefühle zu unterstützen." Eckart von Hirschhausen sagt: "Herzhaftes Lachen ist Training für den ganzen Körper, lindert Stress und sorgt dafür, dass Glückshormone ausgeschüttet werden. Auch in Zeiten von ,Social Distancing‘ – Lachen geht immer. Ich freue mich, dass ich mit Radio Teddy und meiner Stiftung 'Humor hilft Heilen' mehr heilsames Lachen ins Land bringen kann."

95.5 Charivari© 95.5 Charivari
Der Münchner Sender Das wird super. Wir dürfen unsere Story erzählen und unsere Musik spielen. Was will man mehr! schickt künftig jeden Donnerstag um 19 Uhr den bekannten DJ Tom Novy auf Sendung, der dann "die neuesten Hits und abgefahrensten Club-Sounds" spielen soll. Und wer sich nicht an diesen festen Zeitpunkt halten will, kann einfach auf den eigens eingerichteten Webchannel "Tom Novy Mix" über die App oder charivari.de aufrufen. Radio BOB! hat unterdessen Kai Wingenfelder und Christof Stein-Schneider von der Band Fury in the Slaughterhouse für eine eigene Sendung gewonnen. Sie gehen alle zwei Wochen sonntags zwischen 18 und 20 Uhr auf Sendung, hier gibt's begleitend auch einen Podcast. In jeder Sendung und jeder Podcast-Folge wird dabei ein Album der Rockband im Mittelpunkt stehen. Neben Hintergrundgeschichten zur Entstehung des Albums und der Inspiration zu den einzelnen Songs werden dabei auch Künstler vorgestellt, die zu der damaligen Zeit besonders prägenden Einfluss auf die Musiker und die Platte hatten. Zudem kommen auch Fans zu Wort und können Fragen an die beiden Band-Mitglieder stellen. Kai Wingenfelder: "Das wird super. Wir dürfen unsere Story erzählen und unsere Musik spielen. Was will man mehr!"

1LIVE© WDR
Um seine jungen Hörer auch auf den sozialen Netzwerken an sich zu binden, hat 1Live nun eine neue Video-Reihe an den Start gebracht, die über den YouTube-Kanal mit mittlerweile über 350.000 Followern, via Facebook und Instagram ausgespielt wird. In "Was wäre wenn?" stellt 1Live Fragen wie "Was wäre, wenn wir noch mit der ersten großen Liebe zusammen wären?". Oder: "Was wäre, wenn wir noch einmal Kind sein könnten?" Beantwortet werden sie durch Leute aus der Zielgruppe, aber auch Stars wie Özan Cosar, Bastian Bielendorfer oder Victoria van Violence sind dabei. Es gehe darum, mit den Fragen auch die Zuschauer zum Nachdenken zu bringen - und zwar zur Abwechslung mal über andere Dinge als Corona.

Podcast der Woche: Made in Germany – Das Flughafenfiasko BER

Made in Germany

von Kevin Hennings

Wissen Sie noch, was Sie 2006 getan haben? In Berlin wurden in diesem Jahr die Grundsteine für den teuersten Bauskandal in der deutschen Geschichte gelegt, der bis heute läuft. Die Rede ist natürlich vom BER Flughafen, der Oktober endlich eröffnen soll. Gibt es ausgerechnet im Jahr des Coronavirus ein Happy End? Und die noch viel wichtigere Frage: Warum musste sich bis heute niemand für diesen Skandal verantworten? Hier setzt der neue Spiegel-Podcast "Made in Germany – Das Flughafenfiasko BER", der zusammen mit Audible produziert wurde an, der den Fall von vorne aufrollt. Ein Fall, der beinahe 2012 endete, als Stephan Loge, Landrat vom Kreis Dahme-Spreewald, eine Einladung zur Eröffnung des BER-Flughafens erhielt. Er sollte am 3. Juni 2012 in der Nähe der Bundeskanzlerin sitzen dürfen, da sich die Flughafengesellschaft erkenntlich zeigen wollte – immerhin ist er der Landrat, der für die Bauabnahme verantwortlich ist. Auch ist er derjenige, der vor der geplanten Eröffnungen die Notbremse gezogen hat. Grund: Das Brandschutzkonzept würde so nicht funktionieren, die Baustelle muss erst einmal eine Baustelle bleiben. Eine Baustelle, die nicht einmal eine Baustelle hätte werden dürfen, wie in der zweiten Episode erläutert wird. Ein Real-Life-Krimi, den der Spiegel mit den höchsten Journalismus-Standards umgesetzt hat und der ein Thema an die Öffentlichkeit drückt, mit dem komischerweise äußerst stiefmütterlich umgegangen wird. Inechs Folgen führen Christian Alt, Michael Bartlewski und Anna Bühler durch die Geschichte, die jeden Steuerzahler belastet. 

"Made in Germany - Das Flughafenfiasko" ist bei Audible streambar, ebenso auf der Spiegel-Website. In der vergangenen Woche wurde "Love + Radio" empfohlen. 

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