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Audio-Update vom 25. Juni

Wickert macht Podcast, Drosten macht Pause

 

Ulrich Wickert geht für Audio Now nun auch unter die Podcaster, FFH trennt sich von seinem langjährigen Moderator Felix Moese, Corona-Erklärer Christian Drosten legt eine Podcast-Sommerpause ein und Deutschlanfunk Nova mit neuer Leitung

von Uwe Mantel / Kevin Hennings
25.06.2020 - 11:38 Uhr

Wickert trifft© Audio Now
Auch Ulrich Wickert ist nun unter die Podcaster gegangen: Ab sofort gibt's einmal im Monat donnerstags bei Audio Now eine Folge von "Wickert trifft". Darin unterhält er sich mit "hochkarätigen Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft", wie es in der Ankündigung heißt. Zum Auftakt ist Markus Söder zu Gast, in Folge 2 dann Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Mirijam Trunk, Geschäftsführerin der Audio Alliance: "Ulrich Wickerts Zugang zu Menschen, die Gesellschaft und Politik prägen, ist einzigartig. Daher freue mich sehr, ihn mit seinem eigenen Format im Portfolio der Audio Alliance begrüßen zu dürfen – für uns alle im Team ein echtes Highlight."

Felix Moese© FFH
Hit-Radio FFH hat sich von Moderator Felix Moese getrennt, der fast 15 Jahre lang für den hessischen Radio-Marktführer tätig war. Gegenüber der "Bild"-Zeitung begründete Programmchef Roel Oosthout die Trennung mit einem Umbau des Programmschemas. "In den künftigen Strukturen planen wir ohne Felix. Das klingt natürlich hart, aber Wechsel auf den Moderationsplätzen sind in Radiosendern nicht ungewöhnlich." FFH-Chef Marco Maier fügt hinzu: "Wir müssen uns weiterentwickeln." Moese zeigte sich gegenüber "Bild" nicht überrascht von der Entscheidung. "Wegen der Corona-Krise müssen viele Werbekunden sparen. Ich hatte beim Sender hinterlegt, dass ich, sofern es zu Umstrukturierungen kommen sollte, nicht im Wege stehen würde." Moese moderierte bislang werktäglich am Mittag sowie die samstägliche Nachmittagssendung.

Deutschlandfunk Nova© Dlf
Neue Spitze für Deutschlandfunk Nova: Lena Lotte Stärk und Christian Schütte bilden seit dem 1. Juni gemeinsam die neue Programmleitung des Senders. Sie folgen auf Ralf Müller-Schmid, der im April die Programmleitung von Deutschlandfunk Kultur übernommen hatte. Beide arbeiten schon seit der Gründungsphase für das junge Programm von Deutschlandradio, das damals noch DRadio Wissen hieß. Schütte war ab 2012 dort Redaktionsleiter, Stärk ab 2009 Planungsredakteurin. Beim großen Programmupdate 2014 haben beide mehrere Programmstrecken bzw. Formate mitentwickelt. Schütte baute zuletzt den neuen Nova-Standort im Funkhaus Berlin mit auf, Lena Lotte Stärk war seit 2016 Redaktionsleiterin für Online und Social Media. Programmdirektor Andreas Peter Weber: "Es ist gut, dass wir mit Lena Stärk und Christian Schütte ein Team für unser junges Programm gewinnen konnten, das mit seinen jeweiligen Stärken gemeinsam weiter an dem Erfolg von Deutschlandfunk Nova arbeitet. Top Sharing ist dafür für uns im Deutschlandradio auch deshalb wichtig, weil wir die Arbeit im Team stärken wollen – sowohl in der Führung als auch in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Coronavirus-Update mit Christian Drosten© NDR
Christian Drosten, der seit Beginn der Corona-Krise regelmäßig im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" über die neuesten Erkenntnisse zum Coronavirus sprach, gönnt sich eine Sommerpause, wie die Moderatorin Korinna Henning in der jüngsten Ausgabe ankündigte. Ab September wird es aber neue Folgen mit Drosten geben, der vor allem durch den Podcast zum bekanntesten Virologen und Corona-Erklärer der Nation wurde. In der Zwischenzeit sollen auf dem Kanal aber andere Wissenschaftler zum Thema Corona zu Wort kommen. Für die kommenden Wochen mahnt Drosten zum Abschied angesichts der jüngsten Ausbrüche nochmal erhöhte Wachsamkeit an und sagt: "In zwei Monaten, denke ich, werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren anschalten."

Rik de Lisle© Berliner Rundfunk 91.4
Rik de Lisle gönnt sich künftig keine Pause mehr: Der 73-Jährige, der bislang schon montags bis freitags am Vormittag beim Berliner Rundfunk 91.4 zu hören ist, geht künftig auch samstags und sonntags zwischen 13 und 16 Uhr zu hören. "Ich bin einfach Radio-geil", ssagt de Lisle. "Wenn mir einer sagt, hier ist noch ein guter Slot für eine coole Show, dann sage ich: 'let`s do it'! Es sind sieben Tage 'Rik De Lisle-Show' – aber Radio ist für mich ein '8 days a week'-thing!" Programmchef Ron Perduss: "Die Zahlen, Social Media-Kommentare und Anrufe sprechen für sich und wenn die Hörer nicht genug von Rik bekommen können, dann kriegen sie ihn jetzt auch am Wochenende."

Podcast der Woche: Wind of Change

Wind of Change

von Kevin Hennings 

Es gibt einige interessante Verschwörungstheorien. Und noch deutlich mehr absurde. Und es gibt welche, die so bescheuert klingen, dass die Ohren plötzlich ganz spitz sind. Wussten Sie nämlich, dass der Scorpion-Hit "Wind of Change" scheinbar von der CIA geschrieben wurde? Unser Mauerfall-Soundtrack aus den Gehirnwindungen von Klaus Meine soll tatsächlich weitaus mächtigere Initiatoren haben. Das glaubt zumindest Patrick Radden Keefe, der der Überzeugung ist, dass "Wind of Change" zur Beendigung des Kalten Krieges beitragen sollte. Das weiß er von einem Freund, der einst selbst bei der CIA gearbeitet hat – und diese Info dort von einem anderen Kollegen gesteckt bekam. Wie so viele Verschwörungstheorien basiert also auch das "Wind of Change"-Gate vor allem aus Hörensagen. Keefe ist aber kein einfacher Spinner, sondern ein amerikanischer Journalist, der unter anderem für "The New Yorker" schreibt. In den insgesamt sechs Episoden des Podcasts sucht Keefe nach stichfesten Beweisen und muss dabei feststellen, dass glaubwürdige Fakten rar gesät sind. "Wind of Change" liefert in erster Linie also keine eindeutigen Ergebnisse auf die ursprünglich gestellte Frage, dafür aber andere Informationen, die dafür sorgen, dass kein Zuhörer bereut, diesen Podcast ausprobiert zu haben. So geht Keefe der kulturpolitischen Arbeit bei der CIA nach und erfährt beispielsweise, dass afroamerikanische Musiker in den 60er- und 70er-Jahren für außenpolitische Zwecke genutzt wurden. "Wind of Change" demaskiert so auf smarte Weise das Prinzip der meisten Verschwörungstheorien und zeigt, dass man mit den richtigen Kniffen dennoch etwas nützliches aus ihnen herausziehen kann.

 "Wind of Change kann bei Spotify und iTunes gestreamt werden. In der vergangenen Woche wurde der Anti-Rassismus-Podcast "Gute Deutsche" vorgestellt.

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