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Audio-Update vom 2. Juli

Neues Studio für 1Live, hr3 spart sich Moderation

 

1Live sendet in Kürze aus einem neuen Studio, der Hessische Rundfunk spart sich bei hr3 am späteren Abend vorübergehend die Moderation, Spotify macht Paaren ein neues Angebot und Antenne Deutschland benennt einen Geschäftsführer.

von Alexander Krei, Uwe Mantel, Kevin Hennings
02.07.2020 - 11:28 Uhr

1LIVEAcht Jahre nach dem Umzug an den Kölner Appellhofplatz bekommt 1Live ein neues Studio. Das hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) gegenüber DWDL.de bestätigt - und schon in wenigen Tagen werden die Moderatorinnen und Moderatoren ihre Sendungen in veränderter Umgebung fahren. "Nach fast zweijähriger Planungs-, Bau- und Testphase wird 1Live voraussichtlich in der kommenden Woche aus dem neu gestalteten Studio 1 senden", sagte WDR-Sprecherin Kristina Bausch. Das neue Studiopult mit On-Air-Player sei in einer Kooperation mit dem Studiengang "Industrial Design" der Universität Wuppertal entworfen worden. Die Hörerinnen und Hörer bekamen von den Maßnahmen derweils nichts mit. "Der laufende Sendebetrieb wurde durch die Umbauarbeiten nicht gestört, da 1Live ganz normal weiter aus Studio 2 senden konnte", heißt es von Seiten des Senders.


hr3Der Hessische Rundfunk wird einen Monat lang am Programm von hr3 sparen. Wie ein Sendersprecher gegenüber DWDL.de bestätigte, wird es vom kommenden Montag an am späten Abend eine zweistündige unmoderierte Musikstrecke bei der Popwelle zu hören geben. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht läuft dann die Sendung "hr3 - Deine Hits im Lieblingsmix", im Gegenzug endet "hr3 am Abend" schon zwei Stunden früher als üblich. Auf DWDL.de-Nachfrage betonte der Sender, dass die Programmänderung nur für den Zeitraum von einem Monat während der Ferienzeit angedacht ist. Mit Blick auf mögliche Sparmaßnahmen habe man sich gefragt, wo das Sparen am wenigsten weh tue - und das ist eben die Schiene am späten Abend, mit der man die wenigsten Hörer erreiche.   

SpotifySpotify hat ein neues Angebot für Paare, Freund*innen oder WGs geschaffen: Mit "Premium Duo" umfasst zum Preis von 12,99 Euro (bzw. derzeit wegen der gesenkten Mehrwertsteuer 12,67 Euro) zwei vollwertige Premium-Konten mit jeweils individualisierten Empfehlungen - verbunden aber mit dem Zusatz-Feature, dass als "Duo Mix" automatisch eine Playlist mit den gemeinsamen Lieblingssongs erstellt wird. Um das Angebot buchen zu können, müssen sich beide Nutzer mit derselben Wohnadresse anmelden. Ein Upgrad zu Premium Duo vom normalen Premium-Account ist möglich, alle Einstellungen und gespeicherten Vorlieben bleiben dabei erhalten. "Mit zwei individuellen Premium Accounts können beide Nutzer*innen unabhängig und ohne Unterbrechung streamen und erhalten für sie personalisierte Playlists und Features. Wir freuen uns, dieses einzigartige Spotify Premium-Konzept weltweit in 78 Märkten anzubieten."

FYEOFYEO, die neue Audio-App von ProSiebenSat.1, startet eine neue Mysteryserie. Die achtteilige Reihe "Stranger Sounds" von Viertausendhertz ist ab Freitag verfügbar. Darin präsentiert Schauspieler Götz Otto verstörende Ton-Dokumente aus der ganzen Welt - beispielsweise aus zwölf Kilometern Tiefe. In der kommenden Woche startet zudem die neue Comedyserie "Jour Fixe - Die Startupper", in der unter anderem Wigald Boning, Hugo Egon Balder und der YouTuber Marti Fischer mitwirken. Die zwölfteilige Reihe, bei der Tommy Krappweis als Headautor fungiert, steht ab dem 6. Juli zum Abruf bereit und wird von bumm film produziert. Bereits gestartet ist zudem die Audio-Reportage "Affäre Deutschland", die sich mit der CDU-Spendenaffäre befasst. Zu Wort kommen unter anderem Rita Süssmuth, Christian Ströbele und Hans Leyendecker. Produzent ist Ikone Media. 

Joe PawlasAntenne Deutschland, das neue bundesweite DAB+-Angebot, das im Oktober an den Start geen soll, hat Joe Pawlas zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt. Er tritt sein Amt im Spätsommer an. Nach Stationen bei der Warner Music Group in London, Bertelsmann/Arvato in München und 20th Century Fox in Frankfurt, verantwortete Joe Pawlas zuletzt bei der Warner Bros. Entertainment Group übergreifend das deutsche Marketing aller Business Units und die digitale Strategie. "Audio ist ein wahnsinnig spannender Markt und ich glaube fest an das Wachstumspotential. Wir wollen nicht weniger als für Werbekunden und bundesweite Hörer die Top Adresse im deutschen Audio- und digitalem Radiomarkt werden, über DAB+ aber natürlich auch im Stream. Wir haben Großes vor und wir freuen uns, dem Markt Stück für Stück mehr über unsere Vorhaben zu erzählen", so Pawlas. Die beiden Gesellschafter Willi Schreiner und Arnold Stender erklären: "Wir freuen uns mit Joe Pawlas einen ausgewiesenen Digital- und Markenexperten an Bord zu holen, der nicht nur langjährige Erfahrung in der Unterhaltungsbranche vorweisen kann, sondern auch das richtige Mindset hat, um digitales Radio neu zu denken."

Star FMStar FM bekommt eine neue Programmdirektion, nun getrennt für die Sender in Berlin und Nürnberg - und beide Male setzt man auf langjährige Mitarbeiter: Jan Seifert übernimmt die Verantwortung für das Programm von Star FM 87.9 in Berlin, in Nürnberg wird Wolfram Kienzler auf den Posten befördert. David Dornier, geschäftsführender Gesellschafter der Sender: "Natürlich bleiben die STAR FM Grundwerte für beide Stationen dieselben, doch gerade in Sachen Regionalität gibt uns eine Aufteilung des Postens mehr Möglichkeiten, individuell auf das Programm und den Markt zu reagieren und so weiter erfolgreich die sogenannten 'Großen' zu ärgern. Nach pandemiebedingt wirtschaftlich schwierigen Wochen die hinter, aber auch vor uns liegen, ist es aktuell um so wichtiger, dass ein starkes Team die Situation meistert und gleichzeitig weiter die Weichen in Richtung der allgegenwärtigen digitalen Zukunft stellt. Umso mehr freue ich mich, die Programmleitung in interne Hände abgeben zu dürfen, die mein vollstes Vertrauen genießen." Unterdessen wurde Katja Anders zur Prokuristin von Star FM ernannt.

Heinz SommerGleich zwei Hörfunkdirektoren der ARD nehmen in diesen Tagen ihren Hut: 25 Jahre war Heinz Sommer Hörfunkdirektor des Hessischen Rundfunks, nun verabschiedet er sich in den Ruhestand. Einen direkten Nachfolger gibt's nicht, seine Zuständigkeiten gehen ab August in der neu geschaffenen, medienübergreifenden Programmdirektion auf. HR-Intendant Manfred Krupp würdigt ihn mit den Worten: "Heinz Sommer beherrscht das musikalische Quartett oder das Hörspiel genauso virtuos wie die Etatplanung. Mit einer unglaublichen Kontinuität hat er bis heute den Wandel vorangetrieben, hat das Radio immer wieder neu entwickelt und justiert, stets die Hörerinnen und Hörer im Fokus." Beim BR wurde unterdessen Martin Wagner mit einem Ständchen der BR-Klangkörper im Innenhof des Münchner Funkhauses verabschiedet. Er war seit 2014 für fast alle Hörfunkwellen zuständig. Auch dort nimmt man Wagners Ausscheiden zum Anlass für eine - lange angekündigte - Neuaufstellung und Reduzierung der Direktionen. Wilhelm zu Wagners Abschied: "Martin Wagner zeichnen seine hohe Integrität, seine Besonnenheit und seine große Herzlichkeit besonders aus. Wo immer er war, hat er den BR und die Ideale unseres Hauses bestens vertreten. Mit seiner Arbeit hat er Großes geleistet und vielen Menschen viel gegeben. Persönlich habe ich sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet und werde ihn als Mitglied der Geschäftsleitung vermissen."

Podcast der Woche: 32x Beethoven

32x Beethoven

von Kevin Hennings

Haben Sie schonmal eine Klaviersonate von Ludwig van Beethoven analysiert? Was für einige nach einer Torur klingen könnte, ist für den Pianisten Igor Levit und seinen befreundeten Musiker Anselm Cybinski eine Herzensangelegenheit. In ihrem BR-Klassik-Podcast "32x Beethoven" spielen sie jede einzelne Sonate durch und unterhalten sich dabei darüber, was sie jeweils bewirken. In diesem musikaffinen Stück kann viel über Beethoven selbst gelernt werden, sowie über Igor Levit selbst, der heutzutage als einer der Besten seines Faches gilt. Er erzählt, welche Sonate seine gesamte Karriere geprägt hat und verrät, wieso Beethovens Werke für ihn wie Theaterstücke anmuten. Selbst für diejenigen, die nicht immer Klassik im Hintergrund laufen lassen, bietet "32x Beethoven" ein einzigartiges Hörerlebnis, bei dem der Zuhörer auch mal zur Ruhe kommen kann. Während viele Podcasts darum bemüht sind, so viele Wörter wie möglich in kürzester Zeit unterzubringen, schwingt hier eine gemütliche Stimmung mit. Das Duo hätte aber auch keine bessere Wahl für solch ein Format sein können und beweist an manchen Stellen sogar Selbstironie. Etwa, wenn sich selbst der Profi mal verspielt.

"32x Beethoven" kann bei Spotify und iTunes gestreamt werden. In der vergangenen Woche wurde der absurde Verschwörungspodcast "Wind of Change" vorgestellt.


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