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Sports-Update vom 29. Januar

Serie A drohen Einbußen, neue Startzeit bei Formel 1?

 

Eigentlich wollte die Serie A künftig mehr als eine Milliarde Euro pro Saison einnehmen, doch nun der italienischen Fußball-Liga deutliche Einbußen. Außerdem: Die Formel 1 könnte bald später starten und die Australian Open verlieren Zuschauer.

von Alexander Krei
29.01.2018 - 12:00 Uhr

Geldscheine
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Die italienische Serie A sucht derzeit neue Rechte-Inhaber, doch der Poker verläuft offenbar zäh. Sky und Mediaset wollen laut "Gazzetta dello Sport" für die Live-Rechte von 2018/19 bis 2020/21 nur noch rund 760 Millionen Euro pro Saison bezahlen. Im Zeitraum von 2015 bis 2018 lagen die Einnahmen noch bei 946 Millionen Euro - auf dieser Basis hatte die italienische Fußball-Liga diesmal mit Einnahmen von mehr als einer Milliarde Euro gerechnet. Von einer "unannehmbaren Entwertung" ist von Seiten der Vereine die Rede. Nun will die Liga noch einmal in direkte Verhandlungen einsteigen, um die Angebote deutlich zu erhöhen.

Formel 1
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Die neuen Formel-1-Eigentümer von Liberty Media arbeiten weiter an Veränderungen und denken nun offenbar auch neue Startzeiten nach. Wie aus einem Bericht von "Autosport" hervorgeht, wird darüber nachgedacht, die Europa-Rennen über eine Stunde später starten zu lassen. Bislang geht es in der Regel um 14:00 Uhr Ortszeit los, schon 2018 könnte aber der Wechsel auf 15:10 Uhr erfolgen. Mit der Verlegung möchte Liberty Media offenbar den werbefinanzierten Sendern helfen - wohl nicht zuletzt jenen in den USA. Auch die Zeiten von Freiem Training und Qualyfing könnten sich durch den Schritt ändern. Beim Großen Preis von Frankreich soll das Rennen in diesem Jahr übrigens sogar erst um 16:10 Uhr beginnen. Auf diese Weise will man dem Fußball-WM-Spiel zwischen England und Panama aus dem Weg gehen.

Die in London ansässige Fußball-Digitalplattform Squawka, deren größter Einzelgesellschafter bisher die RTL-Group-Tochter FremantleMedia war, wurde komplett an das Unternehmen Catena Media mit Hauptsitz in Malta verkauft. Ein RTL-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht von "new business". FremantleMedia hatte sich im April 2016 an Squawka beteiligt. Eine Option, später weitere Anteile zu erwerben, wurde nicht wahrgenommen. Die Nachrichten- und Analyse-Plattform Squawka wurde 2012 gegründet und visualisiert mit ihrer hauseigenen Technologie Millionen von Fußballdaten, die als Basis für redaktionellen Content und Social-Media-Inhalte genutzt werden.

Sport in Zahlen

Australian Open
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Die Finalspiele bei den Australian Open haben Eurosport 1 am Wochenende gute Quoten beschert, doch insbesondere beim Herren-Finale lief es nicht ganz so stark wie vor einem Jahr. Im Schnitt waren am Sonntag 480.000 Zuschauer dabei, um den 20. Grand-Slam-Sieg von Roger Federer zu sehen, als Federer vor einem Jahr im Endspiel gegen Rafael Nadal antrat, zählte Eurosport aber sogar noch fast 800.000 Zuschauer. Der Gesamt-Marktanteil lag dennoch bei sehr guten 3,7 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 2,9 Prozent erzielt. Den Sieg von Caroline Wozniacki hatten einen Tag zuvor 300.000 Zuschauer gesehen, in der Zielgruppe wurde ein Marktanteil von 2,7 Prozent gemessen.

Sky Sport News HD
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Seit dem Wochenende zeigt Sport1 nach dem Deal mit Sky Sport News HD wieder die Zusammenfassungen der 2. Fußball-Bundesliga, doch noch besteht mit Blick auf die Quoten Luft nach oben. So schalteten am Sonntag ab 19:39 Uhr nur 140.000 Zuschauer ein. Mehr als ein Marktanteil von 0,3 Prozent war bei den 14- bis 49-Jährigen nicht drin. Am späten Freitagabend hatten die Zusammenfassungen 150.000 Zuschauer sowie 0,7 Prozent Marktanteil erreicht. Parallel dazu zählte die Sendung bei SSNHD übrigens nur 10.000 Zuschauer sowie 0,1 Prozent Marktanteil beim jungen Publikum. Starke Quoten verbuchte Sky übrigens mit der Bundesliga-Konferenz, die am Samstag mit 1,70 Millionen Zuschauern einen neuen Rekord aufstellte. In der Zielgruppe betrug der Marktanteil tolle 15,0 Prozent.

Was noch zu sagen wäre...

"Als Schnellboot zwischen den großen Tankern haben wir unsere Rolle gefunden."
Olaf Schröder, Sport1-Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender von Constantin Medien, gegenüber "Horizont"

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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