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UK-Update vom 13. Juni

"X Factor" verliert Juroren, neue Comedys bei C4

 

Unter anderem Louis Walsh verabschiedet sich von der Castingshow "The X Factor". Channel 4 produziert indes zwei neue Comedyserien. Außerdem: Viacom startet neuen Sender, ITV frühstückt am Abend und Sky Living bekommt einen neuen Namen.

von Marcel Pohlig
13.06.2018 - 12:12 Uhr

Simon Cowell
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Es gehört fast schon zum guten, wenn auch zweifelhaften Ton einer Castingshow, dass die Jury zu seiner neuen Staffel ändert. Beim ins Straucheln geratene "The X Factor" wird dies in diesem Jahr nicht anders sein. Louis Walsh, der immerhin dreizehn Jahre hinter dem Jury-Pult saß und lediglich in der zwölften Staffel den Platz für Nick Grimshaw räumen musste, hat angekündigt, dass er nun bereit sei zu gehen und das Format einfach einen Wandel benötige. In der fünfzehnten Staffel wird er jetzt nicht mehr dabei sein. Wer ihm nachfolgt, wurde aber noch nicht bekanntgegeben. Offenbar arbeitet man im Hintergrund wirklich bereits an konzeptuellen Änderungen. Klar ist nämlich auch bereits, dass Sharon Osbourne deutlich seltener zu sehen sein wird. Sie bekomme eine aufregende neue Rolle und wird als Jurorin nur noch in den Live-Shows zu sehen sein, erklärte Osbourne, ohne aber konkret zu werden, was ihre neue Rolle sein wird. Laut "Digital Spy" soll außerdem auch Nicole Scherzinger als Jurorin ihren Hut nehmen. Übrig bleibt damit bislang nur Simon Cowell (Foto).

ITV
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Sat.1 versucht sich ja bekanntlich demnächst an einer Art "Frühstücksfernsehen am Abend". Vielleicht hat das auch die britischen Kollegen von ITV dazu ermutigt, mit "Good Morning Britain" den Vormittag zu verlassen? Im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft der Herren wird die Sendung nun zumindest in die Primetime ziehen und im Anschluss der Begegnung zwischen England und Belgien, die passenderweise natürlich auf ITV übertragen wird, um 21:15 Uhr starten. Eine  Stunde lang soll "Good Evening Britain" laufen. Anders als bei Sat.1 ist die Sendung allerdings derzeit nur als einmalige Aktion gedacht. ITV dürfte es vor allem darum gehen, dem eigenen Frühstücksfernsehen zu Aufmerksamkeit zu verhelfen. Am Morgen tut sich die Sendung nämlich noch immer schwer und kommt nicht gegen "BBC Breakfast" auf BBC One an. Da kann ein Sprung in die Primetime vielleicht zumindest ein wenig helfen.

Channel 5
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Im Vormittagsprogramm gibt es demnächst auch bei Channel 5 eine Änderung. Matthew Wright verabschiedet sich bekanntlich nach fast zwanzig Jahren von seiner Sendung "The Wright Stuff" (UK-Update vom 2. Mai). An dem Format, das betonte Channel 5 schnell, soll aber dennoch festgehalten werden. Einen neuen Moderator hat der Sender nun gefunden: Der Journalist Jeremy Vine wird die Sendung im September übernehmen. Vine war bislang ein Gesicht der BBC und unter anderem als "Mann der Zahlen" in der Wahlberichterstattung zu sehen, aber auch in Magazinen wie "Crimewatch" und "Panorama" sowie mit seiner eigenen Radiosendung auf BBC Radio 2 zu hören. Bis Vine die tägliche, zweistündige Sendung im September übernimmt, werden erst einmal noch Gastmoderatoren "The Wright Stuff" den Sommer über präsentieren. Mit dem Start Vines als neuer Moderator bekommt die Sendung dann auch noch einen neuen, noch nicht bekannten Namen. Robert Peston muss unterdessen seinen Sendeplatz am Sonntagvormittag räumen. Nach anhaltend schwachen Werten – im Schnitt schalten nur 170.000 Zuschauer ein, während die "Andrew Marr Show" der BBC eine Stunde früher neunmal so viele Zuschauer erreicht – schiebt ITV "Peston on Sunday" nun ins Abendprogramm. ITV argumentiert damit, dass die abendliche Wiederholung stets erfolgreicher sei. Auf dem Sonntag belässt man Peston dennoch nicht: Nach der Sommerpause läuft "Peston", dann ohne Wochentag im Namen, dann immer mittwochs nach den Zehn-Uhr-Nachrichten.

Channel 4
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Als Moderatorin des "Bake-Off"-Ablegers "An Extra Slice" ist Jo Brand bei Channel 4 zwar erfolgreich, ihrer eigenen Sitcom hat dies aber nicht geholfen. Das schwarzhumorige "Damned" kehrte im Februar trotz vergleichsweise schwacher Quoten für eine zweite Staffel zurück, konnte aber auch damit keine zusätzlichen Zuschauer ansprechen. Für Channel 4 war dies wohl zu wenig: Eine dritte Staffel wird es aufgrund der mauen Zuschauerzahlen nicht geben. Im neuen Jahr wolle man sich auf neue Comedyserien konzentrieren, äußerte ein Sprecher gegenüber "Digital Spy". Bei der Crew hinter der Serie möchte man aber noch nicht aufgeben und sich nun auf die Suche nach einem neuen Partner begeben.

Year of the Rabbit
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Zu den neuen Comedy-Serien von Channel 4 gehört unter anderem "Year of the Rabbit", wofür der Sender Matt Berry ("Toast of London", "The IT Crowd") gewinnen konnte. In der Serie spielt Berry den abgehärteten Inspector Rabbit, der es mit seinem neuen, unglücklichen und von Freddie Fox gespielten Partner zu tun bekommen. Während Ermittlungen zu einem Mordfall stößt die reizvolle Adoptivtochter des Polizeichefs, gespielt von Susan Wokoma, in ihr Team. Gemeinsam müssen sie auf absurde Weise Fälle lösen. Daneben hat Channel 4 die neue Comedyserie "Home" von Rufus Jones ("W1A") angekündigt. Der Sender beschreibt die Produktion als eine warme, berührende und überraschende moderne Sitcom. In der Serie brechen Peter (gespielt von Rufus Jones), Katy und ihr Sohn John zum ersten Familienurlaub nach Frankreich auf – und bringen einen syrischen Geflüchteten illegal mit zurück nach Großbritannien, wo er nun mit der Familie lebt. Wie viele Folgen es geben soll, hat Channel 4 bislang leider nicht geäußert.

Paramount Network
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Viacom weitet das eigene Senderportfolio in Großbritannien erneut aus. Nachdem man bereits die Marke Spike auf die Insel gebracht hat, startet in Kürze auch das Paramount Network in Großbritannien. Besonders überraschend ist dabei, dass der Sender im Free-TV angeboten werden soll. Viacom war in UK einst fast ausschließlich im Pay-TV präsent, hat den Fokus nach der Übernahme von Channel 5 aber verschoben; auch Spike, das mittlerweile als 5Spike sendet, ist ohne Pay-TV-Abo zu sehen. Paramount Network wird ebenfalls bei Channel 5 angedockt sein und vom dortigen Programmchef Ben Frow verantwortet. Mit dem Paramount Network versucht Channel 5, einen weiteren, nach eigener Ansicht, Premium-Sender im Markt zu etablieren. Auf dem Programm stehen dabei vor allem Serien – was auch ein bisschen die Frage aufwirft, inwiefern sich der Sender denn letztlich wirklich von 5USA unterscheiden wird. Zumindest zum Start wird das Paramount Network etwas breiter gefächert sein. Auf dem Programm steht etwa die siebte Staffel von "Suits" plus Wiederholungen älterer Folgen, "Designated Survivor" und die Comedyserie "The Mick". Senden wird das Paramount Network ab dem 4. Juli. Es ist bereits der zweite Neustart: Erst im Frühjahr startete Channel 5 bzw. Viacom den ebenfalls als Premium-Kanal angesehen Sender 5Select.

Sky Witness
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Der neue Viacom-Kanal wird unterdessen nicht die einzige neue Sendermarke auf britischem Terrain sein. Denn Sky wird noch im Sommer einen seiner Kanäle überarbeiten und neu ausrichten. Sky Living, das einst von Virgin Media übernommen wurde und sich mit Reality-Reihen einst vor allem an Frauen richtete, soll längst ja auch Männer ansprechen, wofür schon die pinke Farbe im Logo verschwand. So ganz hat das offenbar aber noch immer nicht gezündet, weshalb die Marke jetzt eingestampft wird. Weil Sky Living mittlerweile vor allem amerikanische Krimiserien wie "Bones" und "Criminal Minds" sendet, heißt der Sender künftig schlicht Sky Witness. Vollzogen wird die Namensänderung, bei der das Farbschema von grau auf schwarz umschlägt, am 6. August. Dann sollen auch neue Serien den Weg ins Programm schaffen, darunter die Erstausstrahlung von "9-1-1", "Instinct" sowie "For the People". Außerdem wird Sky Witness die Miniserie "The Truth about The Harry Quebert Affair" mit Patrick Dempsey senden.

Über den Autor

Marcel Pohlig lernte das Alphabet einst beim "Glücksrad", um später über das Fernsehen zu schreiben. Seit 2011 verfasst er bei DWDL.de das UK-Update. Kann sich für gute Shows und Serien begeistern und mag es, wenn dabei die Liebe zum Detail nicht verloren geht.

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