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UK-Update vom 10. Oktober

"Doctor Who" mit grandiosem Start, "Marcella" geht weiter

 

So stark wie seit zehn Jahren nicht mehr meldete sich "Doctor Who" am Sonntag zurück und gewann dank Jodie Whittaker vor allem bei Mädchen hinzu. Außerdem: "Marcella" geht weiter, Netflix schnappt sich "The Circle" und ITV verkauft die South Bank Studios.

von Marcel Pohlig
10.10.2018 - 11:55 Uhr

Doctor Who
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Am Sonntag feierte Jodie Whittaker ihren Einstand mit dem Start der elften Staffel von "Doctor Who". Der Auftakt auf dem neuen Sendeplatz am Sonntagabend war für BBC One dabei ein voller Erfolg. Im Schnitt sahen alleine 8,2 Millionen Zuschauer die lineare Ausstrahlung; in der Spitze waren sogar neun Millionen Zuschauer dabei. Damit lief "Doctor Who" nicht nur so erfolgreich wie seit zehn Jahren nicht mehr; die Science-Fiction-Serie landete darüber hinaus sogar noch vor dem großen Erfolg "Bodyguard" des vergangenen Augusts. Besonders erfreulich ist dabei, dass "Doctor Who", nun erstmals mit weiblicher Hauptrolle, auch deutlich mehr Mädchen für sich gewinnen konnte. 378.000 Zuschauerinnen unter 16 Jahren waren dabei – doppelt so viele wie beim Start der zehnten Staffel im vergangenen Jahr. Bei den Jungs in der gleichen Altersgruppe ging der Wert nur leicht von 390.000 auf 339.000 Zuschauer zurück. Doch nicht nur mit "Doctor Who" war die BBC am Wochenende erfolgreich. Schon am Samstag erreichte "Strictly Come Dancing" mit in der Spitze 10,4 Millionen und im Schnitt 9,2 Millionen Zuschauern (47,4 Prozent) ein neues Staffelhoch.

ITV
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Zwei Staffeln sendete ITV bereits von "Marcella" mit Netflix als Partner für die internationale Verwertung. Nun haben sich Sender und Plattform für eine Verlängerung der Produktion entschieden und laut "Variety" bereits grünes Licht für die dritte Staffel von "Marcella" gegeben. Die dritte Staffel wird ebenfalls wieder aus der Feder von Hans Rosenfeldt stammen, der mit "Marcella" erstmals eine englischsprachige Serie kreierte und zuvor, etwa im Falle des Nordic-Noir-Hits "The Bridge", in Skandinavien tätig war. Die dritte Staffel von "Marcella" soll laut "Variety" acht Folgen umfassen und stärker in die Psyche von Sergeant Marcella eintauchen. Die Titelrolle soll auch weiterhin von Anna Friel gespielt werden, die für ihr Wirken in der Serie bereits mit einem International Emmy Award ausgezeichnet wurde. Im Fernsehen bzw. im Streaming soll "Marcella" im kommenden Jahr zurückkehren.

Channel 4 / NetflixChannel 4 und Studio Lambert haben einen schönen Erfolg gelandet und die gerade erst zu Ende gegangene Reality-Gameshow "The Circle" bereits ins Ausland – und zwar an Netflix verkauft. Der Streamingdienst will zunächst drei eigene, lokale Versionen produzieren. Eine davon ist für den amerikanischen Markt bestimmt; die anderen beiden Länder sind noch unbekannt. "The Circle" habe im ersten Durchlauf bewiesen, eine fesselnde, zeitgemäße und sehr angesagte Show zu sein, lobt Brandon Riegg, bei Netflix für nicht-gescriptete Inhalte verantwortlich, das Format, das in den vergangenen Wochen täglich auf Channel 4 ausgestrahlt wurde und in dem acht Kandidaten gegeneinander über eine sprachgesteuerte Social-Media-Plattform namens "The Circle" antreten und auch darüber miteinander interagieren. Am Ende steht ein Preisgeld von 50.000 Pfund. Diese Mischung aus Social Media und Wettkampf sei optimal für Netflix-Abonnenten in der ganzen Welt und in vielen Sprachen, meint Riegg. Auch Netflix lässt "The Circle" von Studio Lambert herstellen.

GOLD
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Achtzig Folgen wurden von "Dad's Army" zwischen 1968 und 1977 für das Hauptprogramm der BBC produziert, doch für die Nachwelt erhalten blieben längst nicht alle Folgen, war es in dieser Zeit doch noch üblich, Bänder zu vernichten oder zu überspielen. Der UKTV-Sender Gold will dies nun ändern und hat die Reproduktion von drei verschollenen Folgen angekündigt. Dabei handelt es sich um die Folgen "The Loneliness of the Long-Distance Walker", "A Stripe for Frazer" und "Under Fire", die 1969 als Teil der zweiten Staffel produziert und gesendet wurden. Gold möchte die drei Folgen anlässlich des 50. Jubiläums der Sitcom im kommenden Jahr senden und sich nah am Nachlass der beiden Autoren Jimmy Perry und David Croft bewegen. Derzeit befindet sich Gold noch auf der Suche nach geeigneten Schauspielern. Die hat BBC One unterdessen für das diesjährige Weihnachtsspecial, der Adaption des Kinderbuches "Zog" von Alex Scheffler und Julia Donaldson, gefunden. Kit Harington ("Game of Thrones") wird einem Drachen seine Stimme leihen, während Sir Lenny Henry als Erzähler mitwirken wird. Mit an Bord sind außerdem Tracey Ullman, Patsy Ferran und Hugh Skinner, der Zog sprechen wird. "Zog" wird an den Weihnachtstagen gesendet.

BBC Three
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Der Streamingkanal BBC Three hat eine neue Datingshow präsentiert, für die man Yung Filly als Moderator gewinnen konnte. Das Konzept ist dabei simpel und erinnert ein wenig an die Ära, in der MTV mit Datingshows zu punkten versuchte: In "Hot Property" dürfen Singles das Haus bzw. die Wohnung eines anderen Singles durchforsten und dessen Freunde kennenlernen – und anschließend entscheiden, ob sie sich auf ein Date mit dem noch immer Unbekannten einlassen. Pro Single gibt es fünf Liebe Suchende, die nach und nach in verschiedenen Runden ausscheiden. Geplant sind zunächst acht Folgen. Klassischer wird es bei BBC Two, das mit der ersten Staffel "Love in the Countryside" offenbar zufrieden war und nun eine zweite Staffel angekündigt hat. Auch im kommenden Jahr soll Sara Cox wieder Singles aus dem ländlichen Raum verkuppeln. Interessenten können sich derzeit bewerben. Etwas richtigstellen musste derweil Dani Dyer, die in diesem Jahr "Love Island" gewann. Zwar sei tatsächlich eine Realityreihe auf ITVBe mit ihr geplant, für die sie mit der Kamera begleitet wird. Ihre Familie wird allerdings entgegen erster Meldungen nicht mit einbezogen. Das bedeutet vor allem auch: Schauspieler Danny Dyer wird in der Show seiner Tochter nun doch nicht zu sehen sein. Oder, wie Dani Dyer es formuliert: Es werde keine Show im Kardashian-Stil, ihr Vater sei noch nicht bereit für sowas.

ITV
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Im vergangenen Jahr räumte ITV die South Bank Studios in der Londoner Innenstadt, wo zuvor viele Abendshows sowie die tägliche Liveshow "This Morning" produziert wurden. Der Blick auf die Themse geschieht bei "This Morning" seither nicht mehr durchs Fenster, sondern ist eine Videoeinspielung auf einer Monitorwand – musste das Format doch in den Westen der Stadt, in die BBC-Studios in White City, umziehen. Was ursprünglich nur für die fünfjährige Sanierung des Gebäudekomplexes mit Umbau zum modernen Unternehmenssitz vorgesehen war, bleibt nun wohl ein Dauerzustand: ITV hat überraschend beschlossen, den kompletten Gebäudekomplex zu verkaufen. Laut "Guardian" sei dies Teil der Strategie der neuen ITV-Vorsitzenden Carolyn McCall, die ITV zu einer flexibleren und digitalen Organisation verhelfen will. Ein Sendersprecher gab an, dass man mit einem Verbleib in den jetzigen (Übergangs-)Büros mehr Zeit und Energie in die Teile des Geschäfts stecken könne, welche am Ende den größten Nutzen bringen. Die aktuellen Räumlichkeiten würden dafür exzellente moderne, funktionale und flexible Arbeitsumgebungen bieten. ITV war über den Vorgänger London Weekend Television (LWT) mehr als vierzig Jahren in den South Bank Studios zuhause und kaufte das Gebäude erst 2013 für 56 Millionen Pfund zurück. Die Veräußerung des kompletten Komplexes soll Analysten zufolge fünf Jahre später bis zu 245 Millionen Pfund einspielen.

Über den Autor

Marcel Pohlig lernte das Alphabet einst beim "Glücksrad", um später über das Fernsehen zu schreiben. Seit 2011 verfasst er bei DWDL.de das UK-Update. Kann sich für gute Shows und Serien begeistern und mag es, wenn dabei die Liebe zum Detail nicht verloren geht.

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