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UK-Update vom 19. Dezember

"Friends"-Star Schwimmer macht Comedy-Serie für Sky

 

Sky hat eine Comedy-Serie mit "Friends"-Star David Schwimmer in Auftrag gegeben, auch hinter der Kamera mischt er mit. Außerdem: Ein Sport-Streamingdienst steht schon nach vier Monaten vor dem Aus, BBC Three bekommt eine neue Chefin und das neue "EastEnders"-Set wird teurer.

von Timo Niemeier
19.12.2018 - 12:55 Uhr

Sky© Sky
Sky UK hat eine neue Comedy-Serie von und mit "Friends"-Star David Schwimmer in Auftrag gegeben. Sechs Folgen von "Intelligence" sollen vorerst entstehen und voraussichtlich im kommenden Jahr zu sehen sein. Schwimmer spielt in der Serie einen NSA-Agenten, der mit einem unfähigen Computeranalytiker zusammenarbeiten muss, um Cyber-Verbrechen aufzuklären. Schwimmer agiert gleichzeitig als Executive Producer. Der Computeranalytiker wird gespielt von Nick Mohammed, von dem auch die Drehbücher zur Serie stammen und der neben Schwimmer auch produzieren wird. Spielen wird "Intelligence" in der britischen Hauptzentrale für Regierungskommunikation, Sky beschreibt die Behörde als bürokratischen Gegenpart zum MI5 und MI6. Als Produktionsfirmen sind Expectation Entertainment und Dark Harbor Stories mit an Bord. "Nick Mohammed hat mit ‘Intelligence’ eine unglaublich lustige Comedy-Serie geschrieben. David und Nick sind zusammen fantastisch und repräsentieren so die besondere Beziehung zwischen unseren beiden großen Nationen", sagte Jon Mountague, Comedy-Chef von Sky. Schwimmer kommt eigentlich aus den USA, Mohammed ist Brite.

Eleven Sports© Eleven Sports
Die Sport-Streamingplattform Eleven Sports ist erst im August dieses Jahres in Großbritannien und Irland an den Start gegangen und muss möglicherweise bald schon wieder dicht machen. Der Konkurrent von Sky und BT Sport, der so ziemlich das gleiche Geschäftsmodell hat wie DAZN in Deutschland, hält unter anderem die Rechte an der Serie A (früher bei BT Sports), der spanischen La Liga (früher bei Sky) und der UFC. Nun zog aber die UFC eine Ausstiegsklausel, weil der Streamingdienst nicht in der Lage war, die Verbreitung der Übertragungen via Sky, BT und Virgin sicherzustellen. Etwas kurios ist außerdem eine andere Sache: Eleven Sports übertrug die Samstagnachmittagsspiele der Fußball-Ligen aus Italien und Spanien live - und bekam daraufhin Ärger mit den britischen Klubs, die um die Zuschauer fürchteten und deshalb Druck ausübten. Fußball-Übertragungen im TV sind zu dieser Uhrzeit verboten, weil die Menschen ins Stadion gehen sollen - im Jahr 2018 erscheint das eine veraltete Sichtweise zu sein. Der Dienst beendete die Übertragungen daraufhin. Nun will Eleven Sports die bestehenden Verträge nachverhandeln, um weitermachen zu können. "Ohne Vereinbarungen mit den bestehenden Plattformen und durch die grassierende Piraterie ist die derzeitige Marktdynamik in Großbritannien und Irland sehr anfällig", sagte ein Sprecher von Eleven Sports. "Wir sind mit unseren Rechtepartnern La Liga und IMG (Serie A) im Gespräch darüber, wie wir unsere bestehenden Vereinbarungen umstrukturieren können, um unseren derzeitigen OTT-Dienst fortzusetzen." Eleven Sports kostet rund sechs Pfund im Monat und konnte seit dem Start nur rund 50.000 Abonnenten gewinnen. DAZN erklärte zuletzt, nicht in Großbritannien starten zu wollen, weil der Markt dort zu schwierig sei. Eleven Sports wurde gegründet von Andrea Radrizzani, dem Eigentümer von Leeds United und früheren Manager von der Rechteagentur MP&Silva, die vor wenigen Monaten in die Insolvenz rutschte.

Fiona Campbell© BBC
BBC Three bekommt eine neue Chefin. Fiona Campbell wird den Sender, der seit 2016 aus Kostengründen nur noch online sendet, ab dem neuen Jahr führen, das hat die BBC nun angekündigt. Bislang leitet Campbell die Dokumentationen bei den BBC Studios, davor arbeitete sie unter anderem als Digitalchefin von BBC News. Sie folgt auf Damian Kavanagh, der ab 2019 die Produktionsfirma Tiger Aspect leiten wird, die zu EndemolShine gehört. BBC Three soll mit innovativen Programmen ein vor allem junges Publikum erreichen, Zielgruppe sind die 16- bis 34-Jährigen. Charlotte Moore, Content-Director der BBC, sagt: "Wir hatten einige gute Kandidaten für den Posten, aber Fiona stach heraus. Sie ist eine kreative Führerin mit viel Rundfunk- und Digital-Erfahrung." So habe Campbell bereits bewiesen, erklärt Moore, dass sie innovativ und kreativ sei sowie junges Publikum erreichen könne. Campbell selbst sagt: "Das ist eine einmalige Gelegenheit, um einen der besten Dienste für Jugendliche in Großbritannien zu leiten. BBC Three war schon immer am Puls der Wünsche des jungen Publikums. Es ist eine unglaublich aufregende Zeit für den Kanal, da er in Talente investiert, Unterhaltungsformate umsetzt und weiterhin in den Schlüsselbereichen Comedy und Factual experimentiert."

ITV ab 2013© ITV
ITV hat eine vorläufige Quoten-Jahresbilanz gezogen und zeigt sich äußerst zufrieden. Zwischen Januar und November lagen die Marktanteile der Sendergruppe bei 17 Prozent, das waren rund neun Prozent (nicht Prozentpunkte) mehr als im Vorjahr. Der Hauptsender ITV erreichte demnach die besten Werte seit rund zehn Jahren. Sehr gut liefen in diesem Jahr unter anderem das Dschungelcamp, die WM-Spiele, "The Voice", "Britain’s Got Talent" sowie "Dancing on Ice" und "Who Wants to be a Millionaire". Mit "Coronation Street" und "Emmerdale" hatte man auch die zwei beliebtesten Soaps im Programm. Kevin Lygo, ITVs TV-Direktor, sagt: "2018 war ein fantastisches Jahr. Die WM-Spiele und ‘Love Island’ waren im Sommer die meistdiskutierten TV-Inhalte. Das Dschungelcamp hat in seiner 18. Staffel Rekorde aufgestellt. Mit all diesen Formaten konnten wir vor allem auch viele Millionen junge Zuschauer unterhalten:" Und für 2019 hat man bereits vorgesorgt: Am 5. Januar startet die neue Staffel von "The Voice", einen Tag später kehrt auch "Dancing on Ice" zurück. Außerdem hat ITV jetzt "Tonight" verlängert, das damit im kommenden Jahr seinen 20. Geburtstag feiern wird. Insgesamt 30 neue Ausgaben des News-Formats wird der Sender 2019 zeigen.

Union Jack© Ree Saunders/flickr (CC BY-SA 2.0)
London ist das Herz Großbritanniens. Die TV-Sender auf der Insel sollen aber nicht nur in der Hauptstadt investieren, sondern auch in anderen Teilen des Landes. So wollen es nicht nur die Medienregulierer der Ofcom, sondern auch die Regierung. Zuletzt hatte sich ja etwa Channel 4 für Leeds als zweiten Hauptsitz entschieden (DWDL.de berichtete). Nun haben BBC, ITV, Channel 4 und Channel 5 einen gemeinsamen Leitfaden veröffentlicht, der in der Branche für mehr Klarheit sorgen soll, wie die Sender regionale und lokale Gegenden unterstützen wollen. Die Regierung will grob gesagt eine Stärkung der Produktion außerhalb Londons, die Ofcom verlangt etwas detaillierter lokale Investitionen und Talent-Entwicklung. So stellen die Leitlinien klarer als bislang dar, an welchen Kriterien eine Produktion gemessen wird, die als "außerhalb von London" angesehen wird. Dabei geht es um Produktionskosten, eingesetzte Talente und andere Dinge. Außerdem geht es in den Leitlinien darum, wie man die lokalen Produktionen besser als bislang bestimmten Regionen zuordnen kann. Und dann geht es auch noch darum, wie man die gesetzten Ziele erreichen kann, so müssen die Produktionsunternehmen die Sender ständig über den Fortschritt lokaler Produktionen unterrichten. Den kompletten Leitfaden gibt es hier als PDF. In einer gemeinsamen Stellungnahme sagen die Sender: "Wir sind uns einig, dass das oberste Ziel sein muss, dass jede Produktion außerhalb Londons einen bedeutenden Beitrag zu dem Ziel leisten muss, regionale Talente zu unterstützen und regionale Produktionen zu stärken. Wir hoffen, dass diese Anleitung zu einem umfassenderen Verständnis dessen beiträgt, was dies in der Praxis für Unternehmen bedeutet, die in ganz Großbritannien produzieren."

EastEnders© BBC
BER ist überall: Die Kosten für das neue "EastEnders"-Set explodieren. Eigentlich sollte der Neubau für die BBC-Serie 59 Millionen britische Pfund kosten. Nun steigen die Kosten allerdings auf 86 Millionen Pfund, das hat eine Untersuchung des National Audit Office (NAO) ergeben. Außerdem werden die neuen Sets zweieinhalb Jahre später fertig als geplant, 2023 soll es nun soweit sein. Laut dem Bericht liegt die Kosten-Explosion und Verzögerung an der fehlenden Erfahrung der BBC, zu optimistisch berechneter Kosten und Verzögerungen beim Bau. Die BBC wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass das Original-Set ursprünglich nur für zwei Jahre genutzt werden sollte, tatsächlich war es dann mehr als 30 Jahre in Gebrauch. Wie bei allen Bau-Projekten dieser Größenordnung habe es einige Herausforderungen gegeben, auf die man keinen Einfluss gehabt habe, so die BBC. "Wie das NAO anerkennt, haben wir bereits Verbesserungen vorgenommen und beobachten das Projekt genau."

Rupert Murdoch© David Shankbone
Die BBC hat mit "A Tabloid Empire" eine dreiteilige Dokumentation über das Print-Imperium von Rupert Murdoch in Auftrag gegeben. Darin geht es um Murdochs fast schon legendären Einfluss auf die britische Print-Landschaft. Zur Erinnerung: Es war Murdochs "News of the World", die Promis abhörte und infolgedessen 2011 geschlossen werden musste, in den besten Zeiten hatten die Journalisten großen Einfluss auf die Politiker des Landes. In der Doku geht es um den Zeitraum zwischen 1997 und 2012. BBC Two wird die Doku voraussichtlich im kommenden Jahr zeigen, produziert wird die Reihe von 72 Films. Auch heute gehören mit "The Times" und "The Sun" zwei sehr populäre Zeitungen zum Murdoch-Konzern. 

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