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UK-Update vom 20. März

Junior-"Bake Off" kommt, "Love Island"-Kandidat tot

 

"The Great British Bake Off" geht bis 2021 weiter und erhält nun auch einen Junior-Ableger bei Channel 4. Außerdem: Nach dem zweiten toten "Love Island"-Kandidaten will ITV die Teilnehmer der Show künftig besser unterstützen.

von Timo Niemeier
20.03.2019 - 12:50 Uhr

The Great British Bake Off© Love Productions
Die erfolgreiche Backshow "The Great British Bake Off" wird auch in Zukunft bei Channel 4 ihre Heimat haben. Der Sender hat nun mit Love Productions eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. In diesem Jahr zeigt man die zehnte Staffel, bis 2016 lief das Format noch bei der BBC. Darüber hinaus wird es zwei weitere Staffeln geben, die Zukunft des Formats ist also bis 2021 gesichert. Zudem hat Channel 4 nun auch eine Kinder-Version angekündigt: 15 einstündige Ausgaben von "Junior Bake Off" sollen entstehen und noch in diesem Jahr zu sehen sein. Ian Katz, Programmdirektor von Channel 4, sagt: "In den letzten zwei Jahren hat sich ‘The Great British Bake Off’ zu einem der beliebtesten Programme auf Channel 4 entwickelt [...]. Wir freuen uns sehr, unsere fantastische Partnerschaft mit Love Productions fortsetzen zu können und vor allem mit ‘Junior Bake Off’ eine neue Generation britischer Backtalente zu entdecken."

Love Island© ITV
"Love Island" ist nicht nur zu einem kulturellen Phänomen geworden, sondern auch zu einem wichtigen Quotenbringer für ITV. Nun will der Sender die Kandidaten besser unterstützten, nachdem sie quasi über Nacht bekannt und zum Teil auch berühmt geworden sind. Hintergrund ist der Tod des Kandidaten Mike Thalassitis, der an der dritten Staffel der Show teilgenommen hatte. 2018 starb mit Sophie Gradon bereits eine weitere "Love Island"-Teilnehmerin. Beide Kandidaten sollen sich umgebracht haben. "Plötzlich leben sie in der Öffentlichkeit. Und was wir von Social Media wissen ist, dass die Leute sie dort trollen und angreifen - nur weil sie es können", erklärte zuletzt Gesundheitsministerin Jackie Doyle-Price. Man müsse die Kandidaten daher genügend unterstützen. ITV erklärte in einer Stellungnahme, dass man drei Stufen der Unterstützung habe: vor der Produktion, währenddessen und danach. Man arbeite mit einem unabhängigen Arzt sowie einem psychologischen Berater zusammen. Künftig wolle man den Teilnehmern aber auch Schulungen für Social Media und Finanzmanagement anbieten.

FA Cup© FA
Der FA Cup wird auch in den kommenden Jahren bei der BBC zu sehen sein. Die FA ist mit dem Sender nun einen neuen Vierjahresvertrag eingegangen, bis 2025 wird der Pokal-Wettbewerb damit sicher bei der BBC laufen. Der neue Vertrag gibt der BBC die Möglichkeit, so viele Spiele wie noch nie pro Saison zu zeigen. Bis zu 18 Matches kann man übertragen. Mark Bullingham, Chief Commercial & Football Development Officer der FA, sagt: "Der Emirates FA Cup ist der beste und historischste inländische Pokalwettbewerb der Welt, und wir freuen uns, dass wir uns langfristig mit der BBC einigen konnten."

James Currell© Viacom
Viacoms UK-Chef James Currell hat mehr Gleichberechtigung zwischen Rundfunk- und Online-Medien sowie mehr Partnerschaften zwischen britischen Rundfunkanstalten gefordert. Seit 2014 gehört Channel 5 zu Viacom. Die klassischen Rundfunk-Anbieter würden eine große Rolle in den Bereichen Innovation und Talent-Scouting spielen und seien zudem wichtig für die Demokratie, so Currell. Daher müssten die Werberegeln der Online-Medien endlich angepasst werden. "Wir glauben, dass digitale Videodienste dafür verantwortlich sein müssen, vergleichbare Werberegeln anzuwenden und durchzusetzen, wie sie derzeit für Rundfunkveranstalter gelten." Durch eine klare Struktur von Anreizen und Sanktionen soll sichergestellt werden, dass sich alle an die Regeln halten. Zu den BritBox-Plänen von BBC und ITV äußerte sich Currell positiv.

David Clementi© BBC
Auch der Chairman der BBC, David Clementi, äußerte sich zuletzt über die Arbeit der Regulierungsbehörden und erklärte, man müsse schauen, ob die vielen Vorschriften noch in die heutige Zeit passen würden. Hintergrund ist die Tatsache, dass die BBC viele Inhalte aus ihrem iPlayer nach 30 Tagen aus dem Angebot nehmen muss. "Wir müssen prüfen, ob die Regulierung, die aus einem linearen Zeitalter stammt, für das globale, digitale Zeitalter geeignet ist", so Clementi. Netflix würde seine App derzeit rund 50 Mal pro Jahr updaten, ohne das sie dafür eine Genehmigung bräuchten, so der BBC-Chairman. Wenn man in diesem Wettbewerb stehen bleibe, drohe man bereits rückwärts zu gehen.

Neue Formate

"Cobra": Sky hat diese sechsteilige Dramaserie über britische Politik in Auftrag gegeben. Die Produktion ist bereits gestartet. In den Hauptrollen werden Robert Carlyle ("Trainspotting") und Victoria Hamilton ("The Crown") zu sehen sein. Inhaltlich spielt die Serie im Herzen der Regierung. Alles dreht sich um das "Cobra"-Team, das damit beschäftigt ist, große Krisen im Land zu verhindern.

"Singletown": Unter dem Motto "Breaking Up Has Never Been So Much Fun" hat ITV2 seine neue Reality-Show "Singletown" vorgestellt. Fünf Paare sollen in dem Format ihre Beziehung unterbrechen, um einen "unglaublichen Sommer" in London zu verbringen. Am Ende geht es darum, ob die Kandidaten zurück zum Partner gehen oder lieber solo bleiben.

"The Arrival": BBC Two hat ein Primetime-Format von den Produzenten von "24 Hours" in Auftrag gegeben. In vier einstündigen Folgen geht es darum zu sehen, wie Familien mit neugeborenen Babys leben. Fest installierte Kameras erlauben einen intimen Einblick in das Leben der Familien.

"Banged Up": Channel 4 begleitet in diesem neuen Format junge Briten, die in ein US-Gefängnis geschickt werden, um sie noch einmal vor dem falschen Lebensweg abzuhalten. Die sechs männlichen und zwei weiblichen Teenager sollen die Realität eines Gefängnisses kennenlernen.

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