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UK-Update vom 15. Mai

ITV beendet Talkshow nach Todesfall, BAFTA-Gewinner

 

In Großbritannien sind die BAFTA TV Awards verliehen worden, großer Gewinner des Abends war die BBC-Serie "Killing Eve". Es gibt aber auch traurige Nachrichten aus UK: Ein Gast einer ITV-Talkshow ist kurz nach der Aufzeichnung verstorben, der Sender hat das Format abgesetzt.

von Timo Niemeier
15.05.2019 - 12:15 Uhr

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Killing Eve© BBC America
"Killing Eve" (Foto links) hat bei den BAFTA TV Awards abgeräumt und war mit drei Auszeichnungen die erfolgreichste Serie. Die BBC-Serie wurde als beste Drama-Serie ausgezeichnet, hier setzte man sich gegen "Bodyguard" (BBC), "Informer" (BBC) und "Save Me" (Sky) durch. Darüber hinaus wurde Jodie Comer für ihre Rolle als Villanelle in "Killing Eve" als beste Schauspielerin geehrt, auch die beste Nebendarstellerin (Fiona Shaw) spielte in der Serie mit. "Killing Eve" gehörte im vergangenen Jahr neben "Bodyguard" zu den beliebtesten Serien in Großbritannien, letztere gewann bei den BAFTA TV Awards nur eine Auszeichnung für den "Must-See Moment" - dieser Preis wurde als einziger durch ein Voting der Fans vergeben. Sehr zufrieden sein kann man auch bei Sky: "Patrick Melrose" wurde als beste Mini-Serie ausgezeichnet, Benedict Cumberbatch als bester Schauspieler. Als bestens Unterhaltungsprogramm wurde die ITV-Show "Britain’s Got Talent" geehrt, bestes Reality-Format ist "I’m A Celebrity… Get Me Out of Here!" (ebenfalls ITV). Eine Liste mit allen Gewinnern finden Sie auf Seite zwei dieses Artikels.

Jeremy Kyle Show© ITV
Rund um das ITV-Format "The Jeremy Kyle Show" ist es zu einem tragischen Vorfall gekommen. Ein Gast der Talkshow ist eine Woche nach der Aufzeichnung gestorben, mehrere britische Medien berichten, er habe in der Sendung einen Lügendetektor-Test nicht bestanden. Bei ITV zeigte man sich bestürzt ob des Todes des Gastes und reagierte sofort. Zunächst nahm man die Sendung aus dem Programm und unterbrach die Dreharbeiten. Am Mittwoch erklärte der Sender, dass man die Show absetzen werde. "Angesichts der Schwere der jüngsten Ereignisse haben wir beschlossen, die Produktion der ‘Jeremy Kyle Show’ einzustellen", heißt es vom Sender, der den Vorfall nun untersuchen will. Zuletzt wurde der Druck auf den Sender immer größer, auch führende Politiker äußerten sich besorgt über die Ereignisse. Der Fall hat eine breite Diskussion darüber ausgelöst, wie sehr sich TV-Sender um ihre Protagonisten kümmern. Die "The Jeremy Kyle Show" ist bereits seit 2005 ein fester Bestandteil des ITV-Morgenprogramms und lieferte bislang gute Quoten. Inhaltlich gab es das zu sehen, was auch in deutschen Talkshows dieser Art seinerzeit gut funktionierte: Streitereien und Auseinandersetzungen von Personen über verschiedenste Themen. ITV erklärte am Mittwoch zudem, auch weiterhin mit Jeremy Kyle zusammenarbeiten zu wollen.

Danny Baker© BBC
Die BBC hat den Radiomoderator Danny Baker gefeuert, nachdem dieser einen Tweet zum Baby von Prinz Harry und Herzogin Kate abgesetzt hatte. In dem Tweet war ein Foto zu sehen, das ein Paar mit einem kleinen Schimpansen zeigte, dazu schrieb er: "Royal Baby verlässt das Krankenhaus". Baker bestritt anschließend, rassistische Absichten verfolgt zu haben, räumte gleichzeitig aber einen "enormen Fehler" ein. Den Tweet löschte er, doch die BBC sah sich trotzdem dazu gezwungen, den Moderator vor die Tür zu setzen. Ein Sendersprecher bezeichnete den Post als "gravierende Fehleinschätzung". Baker wurde übrigens Ende der 90er schon einmal von der BBC gefeuert. Damals rief er dazu auf, einem Schiedsrichter "das Leben zur Hölle" zu machen.

Netflix© Netflix
Zuletzt hatte Netflix-Contentchef Ted Sarandos mehr Transparenz versprochen, in Großbritannien geht man hier nun einen ersten Schritt. Künftig will der Streamingdienst regelmäßig bekanntgeben, welche Inhalte besonders gut laufen. Im April war das meistgesehene Format bei Netflix demnach die Doku-Reihe "Our Planet". Dahinter folgen die Filme "The Perfect Date", "The Highwaymen" und "The Silence". Meistgesehene Serie war demnach "Black Summer". Wie viele User genau diese Inhalte gesehen haben, bleibt aber unklar. Konkrete Abrufzahlen veröffentlicht Netflix nämlich auch künftig nicht.

The Good Fight© CBS
Channel 4 wird eine zensierte Episode der US-Serie "The Good Fight" zeigen, das hat der Sender nun gegenüber der Tageszeitung "The Guardian" bestätigt. In der entsprechenden Episode ging es in einer Szene um das chinesische Zensurprogramm - genau diese Szene wurde zensiert. Anstatt einer Animation, die die chinesische Zesur zeigt, sehen die Zuschauer einen kurzen Hinweis, dass CBS diesen Inhalt zensiert habe. Zuvor hatte es Gespräche gegeben, ob Channel 4 die unzensierte Version zeigen könne. Der Sender teilte allerdings mit, dass man verpflichtet dazu sei, die CBS-Version auszustrahlen.

ITV2© ITV
ITV2 hat eine neue Talksendung mit Keith Lemon angekündigt. "Shopping WIth Keith Lemon" wird allerdings nicht in einem schnöden TV-Studio gedreht, der Gastgeber trifft seine Gäste beim Shopping. Während sie also in diversen Geschäften sind, findet das Gespräch statt. Acht Episoden sind zunächst eigeplant, sie sollen ab Juni zu sehen sein. Als Gäste angekündigt sind bereits Mel B, die Popband Busted und "Britain’s Got Talent"-Jurorin Amanda Holden. Produziert wird das Format von Talkback, das zu Fremantle gehört.

BBC© BBC
Die BBC will bekanntlich mehr Frauen auf die Bildschirme bringen, Ziel ist eine Quote von 50:50. Vor einiger Zeit hatte man die Mitarbeiter dazu aufgefordert, das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern zu überwachen. Im ersten Jahr habe man damit "bemerkenswerte Veränderungen" erreicht, sagt BBC-Chef Tony Hall. Von den 70 überwachten Programmen hatten vor einem Jahr nur 27 Prozent ein Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen, heute seien es bereits 74 Prozent. "Ich möchte, dass die BBC in Sachen Gleichheit und Fairness eine Vorreiterrolle einnimmt, und dieses Projekt zeigt, was erreicht werden kann", sagt Hall.

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