© Fox
UK-Update vom 11. September

Rita Ora rät bei "Masked Singer", BBC lässt ins Archiv blicken

 

2020 bringt ITV "The Masked Singer" auch nach Großbritannien, das Ratepanel steht jetzt schonmal fest. Außerdem: Die BBC macht ihr Archiv über eine Website zugänglich und hat wegen Britbox Ärger mit den Produzenten, Emily Watson dreht für ITV.

von Uwe Mantel
11.09.2019 - 12:07 Uhr

The Masked Singer© Fox
Die USA hat "The Masked Singer" im Frühjahr im Sturm erobert, hierzulande erreichte die deutsche Adaption bei ProSieben im Sommer unglaubliche Quoten und im kommenden Jahr darf dann auch im Vereinigten Königreich gerätselt werden, welche Promis sich unter den Masken verstecken. ITV hat nun die Besetzung bekanntgegeben - nicht der Sänger natürlich, aber was das Rateteam und die Moderation angeht. Ihre Ratetipps abgeben werden Jonathan "Wossy" Ross, der sich schon als Schauspieler, Filmkritiker, Comedian und Moderator betätigt hat, die Sängerin Rita Ora, die Moderatorin Davina McCall und der Schauspieler und Comedian Ken Jeong - der Rate-Erfahrung mitbringt, weil er auch in den USA im "Masked-Singer"-Panel saß. Als Moderator durch die Sendung führen wird Joel Dommett.

Emily Watson in Chernobyl© HBO/Sky
ITV hat die einst Oscar-nominierte Schauspielerin Emily Watson, kürzlich auch im hochgelobten "Chernobyl" zu sehen, steht die neue dreiteilige Miniserie "Too Close" verpflichtet. Sie spielt darin die forensische Psychiaterin Dr. Emma Robinson, die nicht mehr leicht zu schockieren ist, nachdem sie schon mit etlichen Patienten aus dem Hochsicherheitstrakt gearbeitet hat. Doch dann wird sie geschickt, um Connie für deren anstehenden Prozess zu beurteilen. Connie ist eines abscheulichen Verbrechens angeklagt, behauptet aber, sich an nichts erinnern zu können. Und: Sie kann Connies tiefliegende Unicherheiten ausnutzen, die Sitzungen werden zu einem komplexen psychologischen Spiel. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman und wurde von Schauspielerin und Autorin Clara Salaman fürs Fernsehen adaptiert. Produzieren wird Snowed-In Productions in Zusammenarbeit mit All3Media International.

BritBox© BBC/ITV
Die BBC sieht sich derzeit scharfer Kritik seitens der Vereinigung unabhängiger britischer Produzenten ausgesetzt. "Die BBC hält den Produzenten eine Waffe an den Kopf", heißt es in martialischen Worten. Hintergrund ist eine Neuregelung was die Verwertungsrechte im Streaming angeht. Bislang sind die Inhalte 30 Tage kostenlos im iPlayer abrufbar, erst nach 18 Monaten können sie dann im Inland bspw. an andere Streaming-Anbieter weiterverkauft werden. Künftig bleiben sie ein ganzes Jahr lang im iPlayer, im Gegenzug sinkt die Rückhaltefrist aber von 18 auf 12 Monate, sodass die Programme quasi nahtlos wechseln können, etwa in den gemeinsam von ITV und BBC betriebenen neuen Dienst Britbox. Die Verkürzung dieser 18-Monatsfrist gilt aber nur für "qualifizierte Angebote", die besondere Bedingungen erfüllen. So müssen sie der BBC beispielsweise Daten zur Performance der Inhalte zur Verfügung stellen - etwas, womit sich Netflix bekanntlich schwer tut. Die Produzenten befürchten daher, dass dann kaum noch eine Möglichkeit bestehe, an konkurrierrende Dienste zu verkaufen. Die BBC weist das zurück und verweist darauf, dass mit Britbox ein neuer Player auf den Markt trete, der das Geschäft im Gegenteil noch ankurbeln werde.

Netflix© Netflix
Die internationalen Streaming-Dienste Netflix, Amazon und Apple haben im Jahr 2018 satte 280 Millionen britische Pfund für britische Produktionen ausgegeben. Das ist im Vergleich zum Vorjahr fast eine Verdoppelung, 2017 waren es 150 Millionen Pfund, 2016 126 Millionen Pfund. Hier macht sich bemerkbar, dass Netflix & Co. die Investitionen in Produktionen außerhalb der USA generell hochfahren - auch weil die Zeiten des Wachstums in den USA wohl weitgehend vorbei sind. Allein Netflix hat im vergangenen Jahr rund 40 britische Produktionen im Portfolio gehabt, auch Amazon ist hier zunehmend tätig - etwa mit "Good Omens". Zählt man auch noch andere internationale Medienkonzerne wie Discovery und A+E hinzu, dann ergibt sich ein Produktionsvolumen von 425 Millionen britischen Pfund.

BBC Archive© BBC
Schon seit etwa vier Jahren durchforstet die BBC ihr gewaltiges Archiv, das mehr als 10 Millionen Stunden an Inhalten umfasst, systematisch und bestückt damit den Facebook-Account "BBC Archive" täglich mit Clips aus den letzten Jahrzehnten. Über eine halbe Million Abonnenten kamen dort so zusammen, bei einzelnen Videos gehen die Abrufzahlen längst in die Millionen. Nun macht man die kuratierten Inhalte aus dem Archiv auch auf einer eigenen Website zugänglich, wo sie unter anderem sortiert nach Themen nochmal angeschaut werden können. Über 1.700 Videos finden sich dort zum Start bereits, sukzessive sollen weitere dazu kommen. Nicht nur die bereits via Social Media veröffentlichten Inhalte, sondern auch weitere Videos sollen dort verfügbar gemacht werden. Der Start der Archiv-Seite fällt mit dem 50-jährigen Jubiläum der täglichen Sendung "Nationwide" zusammen, die von 1969 bis 1983 zu sehen war und ungewöhnliche Geschichten aus dem ganzen Land erzählte - und damit einen besonders reichen Schatz an Archiv-Videos bietet, die Einblicke in das Großbritannien früherer Jahrzehnte gewähren.

Neighbours© Channel 5
Die australische Sitcom "Neighbours", die auch in Großbritannien eine große Fangemeinde hat und dort seit 2008 bei Channel 5 zu sehen ist, erhält ein Spin-Off: Channel 5 hat bei Fremantle für sein digitales Angebot My5 den fünfteiligen Ableger "Neighbours: Erinsborough High" bestellt. Ab November wird darin erzählt, was hinter den Schultüren der Erinsbourogh High während der Prüfungszeit vor sich geht, als einer Schüler plötzlich verschwindet, was zu einer Reihe von Enthüllungen führt. Die Storyline läuft parallel zur Mutterserie, auch diverse Stars von "Neighbours" werden darin zu sehen sein, dazu aber auch einige neue Darsteller. Die Bestellung kam offenbar aus Großbritannien, das Spin-Off wird aber auch in Australien zu sehen sein.

Gillian Anderson© BBC
Noch sind es etwas mehr als zwei Monate hin, ehe "The Crown" nach fast zweijähriger Wartezeit endlich mit der dritten Staffel auf den Bildschirm zurückkehrt, die Vorbereitungen für Staffel 4 laufen aber natürlich schon auf Höchsttouren. Dann wird auch die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher auf den Plan treten. Nun wurde ihre Besetzung geklärt: Gillian Anderson übernimmt die Rolle - bekannt geworden einst als Agent Scully in "Akte X". Sie sagte, sie sei glücklich, die Möglichkeit zu bekommen, eine so komplizierte und kontovers diskutierte Frau zu spielen." Schon zur dritten Staffel wird man sich an ganz neue Gesichter gewöhnen müssen - da die Serie über Jahrzehnte erzählt wird, wird der Hauptcast alle zwei Staffeln ausgetauscht. Die Hauptrolle der Queen Elizabeth II übernimmt dann Olivia Colman als Nachfolgerin für Claire Foy. Tobias Menzies, Ben Daniels und Helena Bonham Carter werden als Prinz Philip, Lord Snowdon und Prinzessin Margaret zu sehen sein.

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