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UK-Update vom 6. Mai

"Love Island" abgesagt, ITV spart weitere 30 Millionen

 

ITV hat die geplante Sommer-Staffel von "Love Island" wegen des Coronavirus abgesagt. Außerdem: Bei Channel 4 schnüffeln Hunde durch Promi-Häuser und ITV will weitere 30 Millionen Pfund wegen der Krise sparen und hat zudem 800 Mitarbeiter beurlaubt.

von Timo Niemeier
06.05.2020 - 12:47 Uhr

ITV ab 2013© ITV
Eigentlich sollte "Love Island" in diesem Jahr erstmals mit zwei Staffeln laufen, wegen des Coronavirus wird daraus aber nicht. ITV2 hat nun angekündigt, dass die Sommerstaffel aufgrund des Virus nicht wie geplant stattfinden kann. "Love Island" kehrt damit erst 2021 zurück auf die Bildschirme. Zuletzt war noch über eine Produktion in Großbritannien spekuliert worden, aber auch das ist jetzt vom Tisch. Man habe alles unternommen, um die Show realisieren zu können, erklärte ITV-TV-Chef Kevin Lygo. Letztlich habe man die Gesundheit sämtlicher Beteiligten aber nicht garantieren können. Bei RTLzwei hält man übrigens nach wie vor an "Love Island" fest. Man arbeite mit ITV Studios an den Vorbereitungen für die kommende Staffel im Spätsommer. "Die Vorgaben des Infektionsschutzes werden bereits beim Casting vollständig umgesetzt. Nach heutigem Stand findet die Produktion wie angekündigt statt. Selbstverständlich haben wir die aktuelle Lage im Blick und passen unser Vorgehen täglich an", so Sendersprecher Martin Blickhan gegenüber DWDL.de.

Hund und GoPro© Jaap Joris / Flickr (CC BY-SA 2.0)
Channel 4 hat unter dem Titel "Snoop Dogs" ein äußerst kurioses Format angekündigt. In der Sendung will man die verschiedenen Häuser und Wohnungen von Stars begutachten. Weil das derzeit aber nicht so ohne Weiteres möglich ist, stattet man einfach die Hunde der Promis mit Kameras aus - und die erkunden dann ihr zu Hause. Die Zuschauer erfahren auch erst am Ende einer jeden Folge, in wessen Haus sie da gerade zu Besuch waren. In gewisser Weise spielt das Format also mit den "Masked Singer"-Stärken, in dem Zuschauer mitraten können und am Ende sehen, ob sie richtig lagen. 

Eurovision Song Contest© EBU
Ähnlich wie in Deutschland wird der Eurovision Song Contest (ESC) trotz Absage auch in Großbritannien nicht komplett ausfallen. Neben Radio- und Online-Formaten der BBC gibt es ESC-Content auch im Fernsehen. So zeigt man am 16. Mai die ESC-Alternative "Eurovision: Europe Shine A Light" von der EBU bei BBC One. Davor präsentiert Graham Norton "Eurovision: Come Together". Dabei handelte es sich um eine Sendung, in der die besten ESC-Momente der Vergangenheit noch einmal gezeigt werden. Die Zuschauer können dann wählen, welcher Auftritt für sie der beste war. Bei BBC Two gibt es unter anderem "The A-Z Of Eurovision" zu sehen. Darin blickt Rylan Clark-Neal ebenfalls auf die ESC-Geschichte zurück.


BBC New Broadcasting House© DWDL
Seit Monaten arbeiten konservative Politiker an einer Demontage der BBC, daran hat auch die Coronakrise offenbar nur wenig geändert. Zuletzt sorgte eine "Panorama"-Doku für Kritik. Darin berichtete die BBC, dass die Regierung vor mehr als zehn Jahren die Lagerbestände von medizinisch notwendigen Gegenständen wie Leichensäcken, Kittel oder auch Tupfer verringert hätte. Teilweise würden diese Gegenstände heute fehlen. Nach der Ausstrahlung wurde bekannt, dass einige der NHS-Mitarbeiter, die für den Film interviewt wurden, der Labour-Partei nahestehen. Kultur-Staatssekretär Oliver Dowden hat sich in einem Brief an BBC-Chef Tony Hall gewandt und davor gewarnt, dass die BBC das Vertrauen der Öffentlichkeit drohe zu verlieren. Er wirft der BBC politische Voreingenommenheit vor. Die BBC wehrt sich gegen die Kritik und sagt, man habe die Antworten der Regierung in den Beitrag einfließen lassen. Außerdem habe man mit einer Vielzahl an Personen gesprochen. "Einige der Befragten sind Mitglieder einer politischen Partei, andere nicht. Wir glauben, dass wenn die in ‘Panorama’ vorgestellten Ärzte das Gefühl haben, dass ihr Leben aufgrund des Mangels an angemessener Schutzausrüstung in Gefahr ist, es im öffentlichen Interesse ist, über diese Ansichten zu berichten, unabhängig von den politischen Ansichten, die die Befragten möglicherweise haben oder auch nicht haben", so die BBC in einem Statement. 

Channel 4© Channel 4
Channel 4 hat unter dem Titel "Ramadan in Lockdown" ein Kurzformat angekündigt, das sich speziell an Muslime richtet bzw. diese in den Mittelpunkt stellt. In fünf 5-minütigen Ausgaben sind Muslime während der Zeit des Ramadan zu sehen, Channel 4 wird mehrere von ihnen während der gesamten Zeit begleiten. Dabei soll es natürlich auch darum gehen, wie sie mit der aktuellen Situation rund um das Coronavirus umgehen. Durch die Einschränkungen sind die Moscheen in Großbritannien derzeit geschlossen, Großfamilien wurden getrennt

Coronation Street© ITV
Wegen des Coronavirus hatte ITV die Produktion seiner täglichen Serien "Emmerdale" und "Coronation Street" unterbrochen und die Anzahl der ausgestrahlten Folgen reduziert. Nun hat der Sender bekanntgegeben, dass die neuen "Emmerdale"-Folgen noch bis Ende Mai zu sehen sein werden, "Coronation Street" gibt es bis in den Juni hinein zu sehen. Danach müssen die Serien voraussichtlich erst einmal off air. Der Sender bietet den Zuschauern online als kleine Alternative Klassik-Episoden der beiden Serien an. Nun hofft man auf eine schnelle Rückkehr ans Set, aber auch wenn die Dreharbeiten fortgesetzt werden, sehen die Serien wohl anders aus als jetzt. So ist es gut möglich, dass ältere Schauspieler zu ihrem eigenen Schutz nicht eingesetzt werden und erst zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren. 

Geldscheine© Chobe / photocase.com
ITV hat einen weiteren Einblick in seinen Geschäftsverlauf während der aktuellen Krise gegeben. Bereits vor wenigen Wochen kündigte man an, 100 Millionen Pfund Budget streichen zu wollen. Hinzu kommen nun noch einmal 30 Millionen Pfund, so der Sender. Die Werbeeinnahmen seien im April um 42 Prozent zurückgegangen - die Krise trifft ITV also hart. Außerdem sind derzeit rund 800 Mitarbeiter des gesamten ITV-Konzerns beurlaubt - die meisten davon aus der Produktionssparte ITV Studios. Auch die oben erwähnte Streichung von "Love Island" hat große Auswirkungen: Die Show generierte allein im vergangenen Jahr 80 Millionen Pfund an Werbeeinnahmen. 

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