© Ree Saunders/flickr (CC BY-SA 2.0)
UK-Update vom 13. Mai

Weniger TV-Gelder für Klubs, Drehstopps bald zu Ende?

 

Auch im Falle einer Fortsetzung der Saison müssen die Klubs der Premier League mit deutlich geringeren TV-Einnahmen rechnen. Außerdem: Die Produktion von TV- und Filminhalten könnte bald wieder anlaufen und fast 28 Millionen sahen die jüngste Rede von Boris Johnson.

von Timo Niemeier
13.05.2020 - 11:51 Uhr

Premier League© Premier League
Zwar gibt es in Großbritannien einige Fußballklubs, die ihr Geld von reichen Scheichs bekommen, viele der Vereine hängen aber, wie in Deutschland, sehr am Tropf der Medien. Nun ist bekannt geworden, dass die Vereine wegen des Coronavirus mit deutlich weniger Einnahmen aus den TV-Geldern rechnen können - selbst wenn die Saison noch beendet wird. In diesem Fall könnten den Teams nur 300 bis 350 Millionen Pfund durch die Lappen gehen, bei einem Abbruch steht mehr als das Doppelte auf dem Spiel. Grund für die signifikanten Minder-Einnahmen selbst im Falle einer Saison-Fortsetzung ist die Tatsache, dass die Liga und die Vereine das vereinbarte Produkt nicht wie vereinbart liefern konnten - und auch nicht zum vereinbarten Zeitpunkt. 92 Spiele stehen in der Premier League in dieser Saison noch aus. 

BBC© BBC
Auch in Großbritannien heizt sich die Stimmung gegen Journalisten im Land offenbar weiter auf. Als die BBC-Journalistin Sima Kotecha am vergangenen Wochenende aus Leicester berichten sollte, wurden sie, das Team und ihre Gäste rassistisch beleidigt. Der Dreh wurde daraufhin abgesagt und ein Mann angezeigt. Dieser musste kurz darauf vor Gericht erscheinen und sich zu dem Vorfall äußern. "Während der Vorbereitung zur Ausstrahlung waren unsere Reporterin, ihr Produktionsteam und ihre Gäste rassistischem und missbräuchlichem Verhalten ausgesetzt. Wir sind entsetzt über das, was passiert ist", heißt es von der BBC. Man werde Rassismus oder Missbrauch der eigenen Mitarbeiter nicht tolerieren.

Geldscheine© Chobe / photocase.com
Die britische Film- und Fernsehproduktionsbranche hat im ersten Quartal des laufenden Jahres trotz der Coronakrise so viel Geld in Inhalte investiert wie selten zuvor. In den ersten drei Monaten wurden 651 Millionen Pfund investiert, das war das zweithöchste Ergebnis für ein erstes Quartal überhaupt. Nur 2017 waren die Investitionen mit fast 800 Millionen Pfund noch höher. Eigentlich wären die Investitionen noch höher ausgefallen, aber seit Mitte März sind wegen Corona etliche Dreharbeiten unterbrochen worden. Da zahlreiche Produktionen noch immer pausieren, wird die Höhe der Investitionen im zweiten Quartal wohl stark sinken. Den Großteil der 651 Millionen Pfund machen übrigens Auslandsinvestitionen aus, nur rund 21,5 Millionen Pfund kamen demnach direkt aus UK.


Kamera in der Natur© Flickr/Olli Henze
Apropos Drehstopps: Wie "Deadline" am Dienstag zuerst berichtete, können Produktionen fortgesetzt werden, wenn die Macher ein Sicherheits- und Hygienekonzept vorgelegt haben. Das will das US-Portal aus Kreisen der britischen Regierung erfahren haben. Premierminister Boris Johnson erklärte am Sonntag, Menschen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, sollen schnellstmöglich an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, sobald dieser sicher sei. Vom Kultur- und Medienministerium hieß es lediglich, man arbeite in der Sache eng mit der Branche zusammen. 

Boris Johnson© Screenshot ITV
Boris Johnsons Rede am Sonntag ist übrigens eine der erfolgreichsten TV-Übertragungen aller Zeiten gewesen. Auf sechs Sendern sahen insgesamt 27,5 Millionen Menschen zu. Die höchste Reichweite erreichte BBC One mit mehr als 18,5 Millionen Zuschauern. Der Marktanteil über alle Sender hinweg lag bei fast 90 Prozent. Johnson künftige unter anderem an, wie er sich den Weg zurück in die Normalität vorstellt - gesellschaftlich als auch wirtschaftlich. Die Rede hatte damit sogar mehr Zuschauer als Johnsons Ansprache zu Beginn des Lockdowns, damals sahen 27,1 Millionen Menschen zu. 

Discovery© Discovery
Discovery UK hat drei neue Formate angekündigt, die wegen Corona allesamt im Home Office entstehen. So wird Gok Wan "Gok’s Easy Asian" für Food Network präsentieren. Darin wird er den Zuschauern einfache Versionen von asiatischen Gerichten zeigen, gedreht wird in seiner Londoner Wohnung. Ebenfalls für Food Network ist "Rachel Khoo’s Simple Pleasures", das sie in ihrer eigenen Küche präsentiert. Und dann gibt es mit "Restoring The Good Life" (AT) noch ein neues HGTV-Format, dabei handelt es sich um eine Sendung, in der alte Dinge upgecycelt werden.

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