© Walt Disney Company
UK-Update vom 1. Juli

Disney schließt Sender, Serie über Johnsons Corona-Politik

 

Disney macht seine Kindersender in Großbritannien bald dicht - Grund ist der Start von Disney+. Wegen Corona wurde unterdessen "The Apprentice" auf 2021 verschoben, "Strictly Come Dancing" soll aber stattfinden. Außerdem: Eine Serie über Boris Johnsons Reaktion auf das Coronavirus.

von Timo Niemeier
01.07.2020 - 11:55 Uhr

Apprentice BBC© BBC
Eigentlich wollte die BBC in diesem Jahr die mittlerweile 16. Staffel der Business-Show "The Apprentice" produzieren und ausstrahlen, durch das Coronavirus verschieben sich die neuen Folgen allerdings auf 2021. Die Sicherheit und das Wohlbefinden aller an der Show beteiligten Personen habe Priorität, so die Macher. Daher habe man sich für eine Verschiebung entschieden. Die letzte Staffel kam im Schnitt auf mehr als sieben Millionen Zuschauer. Mit "The Apprentice" wird BBC One im Herbst also ein reichweitenstarkes Programm fehlen. 

Strictly Come Dancing© BBC
Fest steht dagegen nun, dass die BBC ihre quotenstarke Tanzshow "Strictly Come Dancing" auch in diesem Jahr zeigen wird. Nach den aktuellen Planungen soll die 18. Staffel aber etwas kürzer ausfallen als in den vergangenen Jahren. Wie viele Ausgaben geplant sind oder wie viele Promis mit dabei sind, ist derzeit aber noch nicht klar. 2019 strahlte die BBC 25 Ausgaben aus - unter anderem auch mit Motsi Mabuse in der Jury. Über die Besetzung der Jury gibt es derzeit ebenfalls noch keine Informationen. Fest steht bislang nur, dass die beiden Profitänzer Kevin Clifton und AJ Pritchard nicht mehr mit dabei sein werden. 2019 gewann Kelvin Fletcher mit Profi-Tänzerin Oti Mabuse - der Schwester von Motsbi Mabuse. 

Disney XD© Disney
Nach dem Start des Streamingdienstes Disney+ macht der Medienkonzern Nägel mit Köpfen und stellt seine Kindersender auf der Insel ein. Disney Channel, Disney XD und Disney Junior werden Ende September vom Schirm genommen. Nicht betroffen von dem Schritt sind die Disney-Sender Nat Geo und Fox. Ein Unternehmenssprecher erklärte schlicht, zum 1. Oktober werde Disney+ die exklusive Heimat der Inhalte der Kindersender. Darüber hinaus hieß es noch, dass man sich zu den Kindersendern bekenne und in ausgewählten Märkten, in denen Disney+ ebenfalls verfügbar sei, die Sender bestehen bleiben sollen. In Deutschland stellte man zuletzt etwa klar, dass es den Disney Channel auch künftig geben wird (DWDL.de berichtete). 


Catchphrase© ITV
ITV hat angekündigt, dass mit "Catchphrase" die erste Show nach dem Lockdown zurück in die Produktion geschickt wird. Ab der kommenden Woche beginnen die Dreharbeiten, vorerst werden zehn neue Ausgaben entstehen, die noch in diesem Jahr beim Sender zu sehen sein sollen. Es gelten eine Reihe von Sicherheits- und Hygienebestimmungen, um Infektionen im Studio zu verhindern. Katie Rawcliffe, Head of Entertainment Commissioning bei ITV, sagte, dass alle Teams "unglaublich hart" gearbeitet hätten, um die Dreharbeiten wieder ans Laufen zu bekommen. Das Team habe Maßnahmen getroffen, die im Einklang mit den Richtlinien der Regierung stünden, um die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten. 

Boris Johnson© Screenshot ITV
Während die Dreharbeiten an vielen Produktionen also langsam wieder anlaufen, arbeitet Fremantle an einem ganz besonderen Stück. Die Produktionsfirma bereitet gerade ein Serie vor, in dem es um die Reaktion des britischen Premierministers Boris Johnson auf die Coronakrise geht. Regisseur ist Michael Winterbottom, als Produktionsfirma sind Winterbottoms Revolution Films und Passenger Pictures von "True Detective"-EP Richard Brown dabei. Brown hat seit dem vergangenen Jahr einen Overall-Deal mit Fremantle. Er erklärte, dass das Projekte eine Geschichte erzähle, in der die Realität manchmal seltsamer sei als Fiktion. Johnson wurde für seine Reaktion auf das Coronavirus scharf angegriffen, Großbritannien hat eine der höchsten Todesraten in Europa. Johnson selbst war ebenfalls infiziert und lag im April einige Tage lang auf der Intensivstation. Einen Sender für die Produktion gibt es bislang noch nicht. 

E4© E4
Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf das E4-Format "Celebs Go Dating", das schon seit 2016 in acht Staffeln beim Sender zu sehen war. E4 hat nun angekündigt, in diesem Jahr erstmals das Spin-Off "Celebs Go Virtual Dating" ins Programm zu nehmen. Ähnlich wie im Mutterform geht es in der Ableger um Promis auf der Suche nach der großen Liebe - dieses Mal sind aber eben auch virtuelle Treffen mit dabei. Treffen die Promis andere Singles draußen, soll auf den Sicherheitsabstand geachtet werden. Unterstützt werden die Promis wie gehabt von Coaching-Experten. 

ITV ab 2013© ITV
ITV arbeitet an einer Miniserie über den Chirurgen Ian Paterson. Der ist auf der Insel vor allem deshalb bekannt, weil er bei mehr als 1.000 Patienten über einen Zeitraum von 14 Jahren unnötige Operationen durchführte. Dafür sitzt er inzwischen für 20 Jahre im Gefängnis, nun soll dieser Stoff verfilmt werden. Hinter der Serie steht unter anderem "Bodyguard"-Schöpfer Jed Mercurio. Bestätigt hat ITV die Serie noch nicht, "Deadline" berichtet aber, dass drei Teile entstehen sollen. Als Produktionsfirma ist demnach Hat Trick Mercurio Television mit dabei. 

Einschaltquoten© DWDL.de
Der Dreiteiler "The Salisbury Poisonings" über die Vergiftung von Sergei Skripal und seiner Tochter in der kleinen Stadt Salisbury hat der BBC starke Quoten beschert. Der erste Film erreichte zehn Millionen Zuschauer und einen Marktanteil in Höhe von 43,7 Prozent, damit war es das erfolgreichste Drama seit 2018 - damals war "Bodyguard" noch stärker gestartet. Zeitversetzt kamen noch ein paar Zuschauer hinzu, sodass 10,3 Millionen Zuschauer gezählt werden. Das Interesse an den Teilen zwei und drei ging danach zwar etwas zurück, mit zeitversetzt 9,3 und 9,2 Millionen Zuschauern blieben die Reichweiten aber sehr hoch. 

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