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US-Update vom 2. Dezember

US-Neustarts-Bilanz: Märchen und Sitcoms punkten

 

In den USA verabschieden sich die Serien in diesen Tagen bereits in die Winterpause - Zeit für eine Zwischenbilanz: Welche Neustarts konnten überzeugen, welchen droht das Aus und welche sind sogar schon wieder verschwunden? Ein Überblick...

von Uwe Mantel / Regine Pfaff
02.12.2011 - 13:36 Uhr

Neustarts im Comedy-Bereich

  • 2 Broke Girls
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    Sucht man nach den Erfolgen unter den US-Neustarts, dann wird man vor allen Dingen im Sitcom-Bereich fündig - und das gleich auf mehreren Sendern. Der mit Abstand erfolgreichste Neustart ist - wenn man die werberelevante Zielgruppe als Maßstab heranzieht - "2 Broke Girls" von CBS. Die Sitcom über zwei jungen Frauen, die pleite sind und versuchen, in New York trotzdem ihre Träume zu verwirklichen, ist aber auch in den sehr starken Sitcom-Montag von CBS eingebunden und läuft zwischen "How I met your mother" und "Two and a half Men". Ebenfalls sehr erfolgreich ist der FOX-Neustart "The New Girl", in dem Zooey Deschanel als neue Mitbewohnerin in eine Männer-WG zieht. Obwohl "Glee" in diesem Jahr im Vorlauf etwas schwächelt, hält sich die Serie sehr gut.
  • Suburgatory
    © ABC
    Zufrieden sein kann man auch bei ABC: Mit "Suburgatory" hat man Mittwochs im Anschluss an "The Middle" einen erfolgreichen Neuling im Programm, die Tim Allen-Sitcom "Last Man Standing" schafft es Dienstags sogar ohne Schützenhilfe um 20 Uhr zum Start in den Abend auf starke Quoten. "Man up!" konnte im Anschluss hingegen nicht überzeugen und wurde bereits wieder abgesetzt.
  • Grafik: NBC/DWDL.deDas gleiche Schicksal ereilte auch "How to be a Gentleman" von CBS - und zwar nach nur zwei Folgen. Dabei fiel das Zielgruppen-Rating mit im Schnitt 2,6 auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Verständlich wird die Entscheidung erst, wenn man sieht, dass "The Big Bang Theory" zuvor fast doppelt so hohe Werte erzielen konnte. NBC hätte sich um solche Werte trotzdem gerissen. Hier fällt die Bilanz bislang am durchwachsensten aus. "Free Agents" ist bereits wieder Geschichte, "Whitney" und "Up all Night" kommen zwar noch auf solide Durchschnitts-Werte, jedoch zeigt hier der Trend seit Wochen abwärts. Nun soll ein Sendeplatz-Tausch ein weiteres Abrutschen verhindern.
  • Die Sitcom-Neustarts im Überblick:
    - "2 Broke Girls" (CBS, Zielgruppen-Rating: 4,8)
    - "The New Girl" (FOX, Zielgruppen-Rating: 4,0)
    - "Suburgatory" (ABC, Zielgruppen-Rating: 3,1)
    - "Last Man Standing" (ABC, Zielgruppen-Rating: 2,8)
    - "I hate my Teenage Daughter" (FOX, Zielgruppen-Rating: 2,8 - erst eine Folge)
    - "How to be a Gentleman" (CBS, Zielgruppen-Rating: 2,6 - abgesetzt)
    - "Whitney" (NBC, Zielgruppen-Rating: 2,3)
    - "Up all Night" (NBC, Zielgruppen-Rating: 2,2)
    - "Allen Gregory" (FOX, Zielgruppen-Rating: 2,0)
    - "Man up!" (ABC, Zielgruppen-Rating: 1,9 - abgesetzt)
    - "Free Agents" (NBC, Zielgruppen-Rating: 1,4 - abgesetzt)

Neustarts im Dramaserien-Bereich

  • Once Upon A Time Logo
    © ABC
    Im Bereich der Dramaserien fällt die Zwischenbilanz schon deutlich ernüchternder aus. Echte Erfolge kann eigentlich nur ABC vorweisen: Die Märchenserie "Once upon a Time" holt sonntags ein erstaunliches Zielgruppen-Rating von im Schnitt 3,8 - damit ist "Once Upon A Time" der stärkste Serien-Neustart seit Jahren. Sehr zufrieden sein kann man auch mit der Serie "Revenge". Die Serie über eine Frau, die in ihre Heimat zurückkehrt, um ihre Familie zu rächen, nachdem ihr Vater einst wegen Falschaussagen im Gefängnis gelandet war, hat den Sendeplatz am späten Mittwochabend, auf dem in den letzten Jahren reihenweise ABC-Formate gefloppt sind, grundsaniert. Allerdings hatte auch ABC mit "Pan Am" und der Neuauflage von "Charlie's Angels" zwei krachende Flops im Programm, deren Einstellung bereits beschlossene Sache ist.
  • Person of Interest
    © CBS
    Bei CBS ist es der Fluch des eigenen Erfolgs, der es den Neustarts so schwer macht. "Person of Interest" ist zwar die zweiterfolgreichste neue Serie, aber mehr als Mittelmaß ist das für CBS-Verhältnisse nicht, was die Serie derzeit donnerstags abliefert. Auch "Unforgettable" holt dienstags zwar über zehn Millionen Zuschauer, auch hier sind die Zielgruppen-Werte aber allenfalls Mittelmaß - Fortsetzung offen. Ganz klar als Enttäuschung verbuchen muss CBS aber in jedem Fall "A Gifted Man": Die Serie wird am Freitagabend kaum auf eine zweite Staffel kommen.
  • Terra Nova
    © FOX
    FOX brachte im Herbst nur eine einzige neue Drama-Serie an den Start: "Terra Nova". Angesichts der Vorgeschichte - die Kosten für die erste Folge der sehr aufwändig produzierten Dino-Serie liefen aus dem Ruder, der Start wurde immer weiter verschoben - waren die Erwartungen groß. Und sie wurden nicht erfüllt. Zwar sind die Quoten alles in allem ordentlich - doch angesichts der Produktionskosten ist das etwas wenig. Ob FOX sich hier wirklich zu einer zweiten Staffel durchringen kann, scheint fraglich.
  • Grimm Promo
    © VOX/NBCUniversal, Inc.
    Bleiben die großen Sorgenkinder. Bei NBC darf man sich darüber freuen, dass mit "Grimm" am Freitagabend zumindest ein Achtungserfolg gelang. "The Playboy Club" floppte hingegen völlig und ist längst abgesetzt, "Prime Suspect" wurde zwar von Kritikern gelobt, fand aber donnerstags bei Weitem nicht genug Publikum und wird ebenfalls nicht fortgesetzt. Bei TheCW läuft in dieser Season alles so schlecht - ob alteingesessene Serien oder Neustarts - dass es durchaus möglich ist, dass "The Secret Circle", "Ringer" oder "Hart of Dixie" eine zweite Staffel erhalten, weil man ja schlecht das komplette Programm austauschen kann. Doch zufriedenstellend sind die Quoten eigentlich nirgends.
  • Die Dramaserien-Neustarts im Überblick:
    - "Once upon a Time" (ABC, Zielgruppen-Rating: 3,8)
    - "Person of Interest" (CBS, Zielgruppen-Rating: 2,7)
    - "Revenge" (ABC, Zielgruppen-Rating: 2,7)
    - "Terra Nova" (FOX, Zielgruppen-Rating: 2,5)
    - "Unforgettable" (CBS, Zielgruppen-Rating: 2,5)
    - "Pan Am" (ABC, Zielgruppen-Rating: 2,1 - abgesetzt)
    - "Grimm" (NBC, Zielgruppen-Rating: 1,8)
    - "Charlie's Angels" (ABC, Zielgruppen-Rating: 1,4 - abgesetzt)
    - "The Playboy Club" (NBC, Zielgruppen-Rating: 1,4 - abgesetzt)
    - "Prime Suspect" (NBC, Zielgruppen-Rating: 1,4 - abgesetzt)
    - "A Gifted Man" (CBS, Zielgruppen-Rating: 1,2)
    - "The Secret Circle" (TheCW, Zielgruppen-Rating: 0,9)
    - "Ringer" (TheCW, Zielgruppen-Rating: 0,8)
    - "Hart of Dixie" (The CW, Zielgruppen-Rating: 0,7)

Die weiteren Meldungen aus den USA

  • Prime Suspect
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    Der Produzent der gefloppten NBC-Krimiserie "Prime Suspect" will noch nicht aufgeben und nach der Absetzung bei NBC bei anderen Sendern anklopfen, um doch noch eine Heimat für eine zweite Staffel zu finden. Ob das allerdings von Erfolg gekrönt sein wird? Die erste Staffel der Serie verfolgten bislang im Schnitt gerade mal 4,9 Millionen Zuschauer, das Zielgruppen-Rating lag zuletzt bei nur noch 1,1. Angesichts dessen wirkt es schon reichlich kurios, wenn Serien-Autor Mike Sheehan nun sagt, "niemand könne verstehen", wieso NBC die Serie abgesetzt habe. Selbst für die chronisch schwache NBC-Primetime waren die "Prime Suspect"-Quoten sehr schlecht.
  • FOX Logo
    © FOX
    Auch FOX hat inzwischen seine Pläne zur Mid-Season bekannt gegeben. Demnach wird die neue Serie Kiefer Sutherland-Serie "Touch" ihre Premiere bereits am 25. Januar im Anschluss an "American Idol" feiern, um deren Schwung nutzen zu können. Weiter geht's dann hingegen erst am 19. März auf dem regulären Sendeplatz montags um 21 Uhr. Die neue J.J. Abrams-Serie "Alcatraz" startet am 16. Januar montags um 20 Uhr mit einer Doppelfolge, eine Woche später läuft sie dann regulär um 21 Uhr. Das "Bones"-Spin Off "The Finder" feiert seine Premiere am 12. Januar. Am 15. Januar übernimmt "Napoleon Dynamite" den Sendeplatz von "Allen Gregory", das angesichts miserabler Quoten kaum eine zweite Staffel bekommen dürfte. Im März übernehmen dann die neuen "Bob's Burgers"-Folgen. Die Sitcom "Breaking in", die schonmal als abgesetzt galt, kehrt am 6. März ins Programm zurück.
  • Logo: Microsoft
    © Microsoft
    Schenkt man Medienberichten Glauben, will der Software-Gigant Microsoft zukünftig auch im Serien-Bereich durchstarten. Das Geschäftsfeld von Microsoft soll demnach um ein weiteres Department, welches sich der Produktion fiktionaler Serien annehmen soll, ergänzt werden. Nach der Integration eines Serien-Angebots auf der Xbox könnte daher ein nächster Schritt im Schaffen von Eigenproduktionen liegen. Dem Bericht zufolge sollen bereits Headhunter nach einem passenden Verantwortlichen für die etwaige neue Fiction-Abteilung suchen.
  • USA Network
    © USA Network
    Mit der Aufnahme von Realityserien ins Portfolio, will der Kabelsender USA Network einen etwas neuen Weg einschlagen. Bislang waren vor allem Dramedys und Serien mit charakterstarken Protagonisten, wie beispielsweise „Monk“ oder „Suits“, die Erfolgsgaranten des Senders. Zusätzlich zu den Eigengewächsen im Drama-Bereich und dem Erwerb für die Wiederholungsrechte an ABC's „Modern Family“, plant der Marktführer unter den Kabelsendern zur Erweiterung des Zuschauerkreises gleich vier neue Projekte. Spannungsabbau und eine Rückkehr zur Harmonie für eine sich in einer schwierigen Situation befindlichen Gruppe, will Chorleiter Gareth Malone in „The Choir“ erzielen. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, versucht dieser durch die Arbeit an einem Song mit der jeweiligen Runde Gegensätze zu überwinden. Wenig bekannt ist über das Reality-Serienprojekt „The Moment“. Sicher ist nur, dass der ehemalige NFL-Star Kurt Warner die Sendung präsentieren soll und ein Kandidat in dem Titel-gebenden „Moment“ etwas Großes gewinnen kann. Außerdem auf der Liste steht ein noch namenloses Projekt, das eine Kombination aus Doku-Soap und Sozial-Experiment sein soll und ein weiteres Doku-Soap-Projekt, hinter dem „The Hills“ Produzent Adam DiVello steht. Weitere Details werden noch unter Verschluss gehalten. Entwickelt wird fleißig, was jedoch in Serie gehen wird, ist noch unklar.
  • Foto: Photocase
    © Photocase/Remzlas Tembor
    Zuwachs in Sachen Familien-Sitcom soll es bei ABC geben. Der Sender will mit „The Cult of Mac“ eine 30 minütige Single-Kamera-Serie vom australischen Bühnenschreiber und Fernsehautor Tony McNamara auf den Weg bringen bringen. Das Serien-Konzept hat sich der Sender gesichert, ein Serienpilot wurde jedoch noch nicht bestellt. Im Zentrum steht der in San Fransisco lebende Familienvater Ted Macfadden, der hofft in der Erinnerung an seinen eigenen, unkonventionellen Vater Mac, an wertvolle Erziehungstipps zu gelangen. Wach werdende Kindheitserinnerungen aus dem Chicago der 1980er Jahre sind die Folge. Apropos Kindererziehung. Auch NBC hat sich eine Comedyserie mit verwandter Thematik in den Warenkorb gelegt, was unter dem Arbeitstitel „Four Play“ läuft und aus der kreativen Ader der "CSI"-Darstellerin Liz Vassey stammt. Inhaltlich geht es um eine Vierer-Konstellation, die in einer Quasi-Familie lebend ein Adoptivkind betreut. Bereits in der Vergangenheit hat sich Vassey hinter der Kamera als Drehbuchautorin einen Namen gemacht. Beispielsweise hat sie in Zusammenarbeit mit Schauspiel-Kollege Wallace Langham die CSI-Episode „Field Mice“ geschrieben.
  • Pretty Little Liars
    © ABC
    Weiter gelogen wird bei ABC Family. Der Sender hat eine dritte Staffel der Drama-Serie „Pretty Little Liars“ mit 24 neuen Folgen bestellt. Überraschend dürfte die Bestellung der vollen Staffel sein, wenn man bedenkt, dass ABC Family sonst eher eine geteilte Bestellung in zwei Staffel-Teile a 10 bis 12 Folgen präferiert. Aktuell wird die zweite Hälfte der zweiten Staffel in den USA produziert. Der Sender Lifetime hat währenddessen die sechste Staffel ihrer erfolgreichen Serie „Army Wifes“ von 13 auf 23 Episoden aufgestockt. Aufgrund der Tatsache, dass die Neustarts „The Protector“ und „Against the Wall“ unter den Erwartungen des Senders blieben, entschied man über die Verlängerung der Staffel, die dem Sender jedoch Probleme bereiten könnte. Die Neubestellung einer siebten Staffel hätte zur Folge gehabt, dass die Darsteller, deren Verträge mit der sechsten Staffel jedoch enden, neue Verträge ausgehandelt hätten. Gespannt sein darf man über die Reaktion der Darsteller und Schaupielergewerkschaft.

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