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US-Update vom 12. April

Fox droht mit Pay-TV, Ableger für "Breaking Bad"?

 

Die Networks, allen voran Fox, drohen in den USA mit dem Gang ins Pay-TV, weil sie sich durch das noch recht neue Angebot Aereo bedroht fühlen. Außerdem: Ableger für "Breaking Bad", Spekulationen über Late Night für Alec Baldwin, Aus für "Buckwild"

von R. Pfaff / U. Mantel
12.04.2013 - 13:13 Uhr

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    Im Kampf gegen das noch junge Angebot Aereo fahren die US-Networks - allen voran Fox - nun schwerste Geschütze auf. News Corp.-President Chase Carey drohte damit, Fox vom frei empfangbaren Network in einen Pay-TV-Sender umzuwandeln. Ähnliche Töne waren aus dem Hause Univision zu hören. CBS sprach zumindest von Aereo als einer der größten Bedrohungen für die Networks. Was führte zu dieser zunächst unglaublich wirkenden Drohung? Aereo ermöglicht es, die frei empfangbaren Sender als Live-Stream übers Web am Computer oder mobil zu verfolgen, wie auch aufzunehmen und zeitversetzt zu sehen. Aereo hat dafür nicht nur keine Genehmigung der Networks, sondern zahlt dafür auch keine Gebühren. Offiziell heißt es, dass man den Nutzern lediglich eine Antenne zur Leihe anbiete, die eben nicht beim Nutzer, sondern bei Aereo stehe. "Eine TV-Antenne zu haben ist das Recht jedes Amerikaners", heißt es seitens Aereo. Vor Gericht bekam Aereo jüngst tatsächlich Recht. In der Folge griff Fox zu dieser drastischen Drohung. Man könne nicht einfach tatenlos zusehen, wie die eigenen Inhalte geklaut würden. Man wolle dem traditionellen Broadcast-Modell treu bleiben, aber man müsse alle Optionen prüfen, das eigene Geschäftsmodell zu schützen. Eine Option könne dabei explizit  die Umwandlung von Fox in einen Pay-TV-Sender sein. Zunächst werde man aber alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um gegen Aereo vorzugehen.
  • Breaking Bad© AMC
    Die achte Folge der zweiten Staffel "Breaking Bad" über den ins Drogengeschäft eingestiegenen und an Lungenkrebs erkrankten Lehrer Walter White, beinhaltet im Folgentitel bereits den Namen eines zunächst als Gaststars angelegten Charakters, der aber durch seine hohe Platzierung auf der Beliebtheitsskala zu einem festen Bestandteil der Serie aufsteigen konnte. Mit "Better Call Saul" wurde damals schon angedeutet, in welche Richtung es gehen könnte. Dabei handelt es sich um den windigen Anwalt Saul Goodman mit Charmefaktor, der sich durch die bewusste Verstrickung ins Drogengeschäft selbst bereichert und nichts mehr hasst, als einen Gerichtssaal zu betreten. Das Gerücht über ein mögliches Spin-off mit Goodman-Darsteller Bob Odenkirk kursiert schon seit längerem, angesichts der bald anstehenden Verkündung des Ausstrahlungstermins der finalen fünften Staffel, wurde es jedoch nochmals prominent aufs Tapet gebracht. Demnach arbeitet Serienschöpfer Vince Gilligan bereits an einem Comedyformat für den Charakter Saul Goodmans, was zumindest vom Sender AMC und dem Produktionsstudio Sony TV in die Öffentlichkeit getragen wurde. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich für die Fans möglicherweise eine andere. Endgültige Klärung bleibt jedoch abzuwarten.
  • Buckwild Logo© MTV
    MTV hat entschieden, sein Reality-Format "Buckwild" - inoffizieller Nachfolger des überaus erfolgreichen "Jersey Shore" - nicht fortzusetzen, nachdem mit Shain Gandee einer der wichtigsten Protagonisten Anfang des Monats gestorben ist. Zunächst hatte man die Dreharbeiten nur unterbrochen, inzwischen gab man bekannt, es nach sorgfältiger Abwägung für unangemessen, ohne Gandee mit der Produktion fortzufahren. Der 21-Jährige war tot in seinem Auto aufgefunden worden. Er starb ebenso wie weitere Autoinsassen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung - wohl weil Schlamm beim "Off-Roading" den Auspuff verstopft hatte. Am Sonntag zeigt MTV noch einmal die komplette erste Staffel und ein Special, das vor den Dreharbeiten zur nun abgebrochenen zweiten Staffel produziert worden war. Der Produzent der Reihe, J.P. Williams, zeigte sich unterdessen empört über die Entscheidung: "Das ist der Sender, der Formate über Teenager-Schwangerschaften zeigt. Sie halten an Sendungen fest, die es erlauben, ein Kind abzutreiben. Aber wenn ein Jugendlicher durch einen Unfall stirbt, dann setzen sie die Sendung ab?", erregt er sich und fügt hinzu: "There's something that smells of s--- here on every level."
  • Syfy - Imagine Greater© NBC Universal
    Syfy
    hat seine Pläne für die kommende Saison bekannt gegeben - und dabei auch die Bestellung einer Horror-Anthologie-Serie bei Oscargewinner Jamie Foxx öffentlich gemacht. Foxx fungiert als Produzent, Autor und Regisseur der fünfteiligen Serie, die im Oktober zu sehen sein wird. Es sollen Gruselgeschichten mit moralischer Botschaft rund um Themen wie Neid, Eifersucht und Oberflächlichkeit erzählt werden, so der "Hollywood Reporter". Mit "Ringworld" arbeitet Syfy zudem noch an einer weiteren Miniserie, die auf den gleichnamigen Science-Fiction-Romanen basieren soll. Darin reist ein Forscherteam an die Grenze des Weltalls, um ein seltsames Artefakt zu untersuchen: Einen künstlichen Lebensraum in der Größe von einer Million Erden. Und auch Bryan Fuller, der hinter Serien wie "Pushing Daisies" und gerade "Hannibal" steht, produziert einen Piloten für Syfy: "High Moon", eine Adaption des Romans "The Lotus Caves". In der Serie hat die Menschheit begonnen, Bodenschätze auf dem Mond ab- und dort Kolonien aufzubauen. Unterdessen hat Syfy auch angekündigt, "Being Human" in eine weitere Staffel zu schicken.
  • Bates Motel© A&E
    Nach nur drei Folgen der Premierenstaffel hat A&E die Verlängerung der Dramserie "Bates Motel" beschlossen und bekannt gegeben, was aufgrund des Zuschauerinteresses gerade beim jungen Publikum keine Überraschung sein dürfte. Das "Psycho"-Prequel startete so gut wie keine Dramaserie zuvor in der Geschichte des Senders. Die Produktion zur zweiten Staffel soll Ende des Jahres starten, ausgestrahlt werden soll der auf zehn Folgen begrenzte Zweitling dann im nächsten Jahr. Die Serie dreht sich um die Vor- und Familiengeschichte Norman Bates, der nach dem Tod seines Vaters mit Mutter und Bruder ins Hotelgewerbe in einem abgelegenen Küstenort einsteigt. Auf dem Erfolg des Psychopathenstoffes aufbauend, wurde nun nach längeren Verhandlungen auch für die Serie "Those Who Kill" mit Chloë  Sevigny final eine erste Staffel geordert. Los gehen soll es mit zehn Folgen zur Adaption eines dänischen Formats dann ebenso nächstes Jahr.
  • Starz© Starz
    Im kommenden Jahr werden die Pay-TV-Sender Starz und das britische Sky Atlantic ihr erstes gemeinsames Eigengewächs "Fortitude" (siehe UK-Update) über die jeweiligen Sender gehen lassen - eine Dramaserie über eine verschlafene Stadt, deren Bewohner durch einen Mord um ihre Glückseligkeit gebracht werden. Abgesehen von dieser transatlantischen Kooperation will Starz auch weiter eigene Wege gehen und eine Serie namens "Airborne" über den Vietnamkrieg entwickeln, woran momentan der Drehbuchautor von "The Newsroom" arbeitet. Im Zentrum soll dabei eine Luftwaffeneinheit stehen, die im Vietnamkrieg zwischen Tötung, Chaos und eigenem Überleben steht. Dies soll für den mittlerweile als unabhängig tätigen Sender eine weitere Etappe in Sachen Ausweitung des fiktionalen Angebots sein. Auch der History Channel will auf seinen Erfolg im Zuge fiktiver Eigenproduktionen wie "Vikings" oder "Hatfields & McCoys" aufbauen. Momentan befindet sich eine Miniserie in der Entwicklungsphase, die unter dem Titel "Sons Of Liberty" firmiert und in das 18. Jahrhundert, der Zeit der Amerikanischen Revolution und insbesondere des Unabhängigkeitskriegs, eintaucht.
  • Ryan Murphy© NBC
    Ryan Murphy
    , Miterfinder des Musical-Comedyformats "Glee" und Ideengeber der 2010 eingestellten FX-Serie "Nip/Tuck" konnte beim Pay-TV-Sender HBO einen Piloten namens "Open" unterbringen. Darin soll es um komplexe Beziehungsstrukturen gehen, wobei vor allem die Themen Sexualität, Intimität und Geschlechterkampf aufgegriffen werden sollen. Dies ist zugleich Murphys zweites aktuelles Projekt beim Sender, der sich bekanntlich nicht vor der expliziten Darstellung von Sexualität scheut, womit Murphy gewisse, ihm entgegen kommende Freiheiten sicher sein dürften. Mit der Adaption von Larry Kramer "The Normal Heart" kann Murphy gerade einen Fernsehfilm, mit prominentem Line-Up (unter anderem Alec Baldwin und Julia Roberts) anbieten, der bei HBO laufen wird. Apropos HBO und Fernsehfilm: Nachdem Steve Carell und James Gandolfini bereits im Film "Der unglaubliche Burt Wonderstone" gemeinsam vor der Kamera standen, wird ihnen HBO nun eine weitere Plattform bieten. Die beiden sollen in "Bone Wars" als Paläontologen einen Krieg der Knochen ausfechten, bei dem aus einer guten Freundschaft eine Konkurrenz entsteht, die sie vor allem auf dem wissenschaftlichen Feld austragen. Gegenseitige Sabotage schließt dabei den Erfolg der Erdzeitalter-Forschung nicht aus. Die komödiantisch aufbereitete Geschichte basiert dabei auf einer wahren Begebenheit und nimmt den Zeitraum gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Blick. Und da aller guten Dinge drei sind: HBO konnte Ex-"Medium"-Darstellerin Patricia Arquette für eine wiederkehrende Rolle in "Boardwalk Empire" verpflichten. Zu sehen sein wird sie dann in Staffel vier.
  • Alec Baldwin© NBC
    Nachdem inzwischen klar ist, dass Jimmy Fallon Jay Leno im Februar in der "Tonight Show" ablösen wird, ist die große offene Frage eigentlich, wer Fallon eigentlich in dessen bisheriger Show "Late Night" nachfolgt. Doch in dieser Woche kam nun plötzlich der Sendeplatz nach "Late Night" in die Diskussion, auf dem bislang "Last Call with Carson Daly" läuft. Statt Daly wurde plötzlich in der "New York Times" Alec Baldwin als Host einer neuen Late-Night-Show auf diesem Sendeplatz gehandelt. Nach dem Ende von "30 Rock" hätte er zwar Zeit - doch ob er wirklich für eine tägliche Late-Night, die zudem noch erst gegen 1:30 Uhr nachts zu sehen ist, zur Verfügung stehen würde? Nur kurze Zeit später hat sich zumindest die Frage, ob er kurzfristig Daly ablösen wird, erst einmal erledigt: NBC verlängerte den Vertrag mit Daly um ein Jahr - frühestens wäre der Platz also erst im Sommer 2014 frei. Andere Quellen berichten inzwischen, dass es zwar lose Gespräche, aber nie ernsthafte Verhandlungen mit Baldwin gegeben habe.
  • TheCW New Shows 2012/13Das ist keine Überraschung: CW hat bei der Serie "Cult" endgültig den Stecker gezogen. Nach zwei Folgen mit miserablen Quoten war die Serie bereits vom Dienstag- auf den Freitagabend abgeschoben worden. Dort lag der Marktanteil zwischenzeitlich im nicht mehr messbaren Bereich, insgesamt sahen nur wenig mehr als eine halbe Million Zuschauer zu. Nach sieben Folgen ist daher nun endgültig Schluss, was mit den schon produzierten übrigen sechs Folgen passiert, ist noch unklar. Stattdessen gibt's nun Wiederholungen von "The Carrie Diaries" und der Gameshow "Oh sit!" zu sehen.

US-Quoten-Update

  • Mad Men© AMC
    Mit einer Doppelfolge meldete sich am Sonntagabend "Mad Men" mit der sechsten Staffel zurück. Mit den Quoten zeigt man sich bei AMC sehr zufrieden - und doch bleibt festzuhalten: Zum ersten Mal gab es bei einer Staffel-Premiere keinen erneuten Anstieg der Zuschauerzahlen im Vergleich zur vorherigen Staffel. 3,4 Millionen Zuschauer sahen im Schnitt zu, über 100.000 weniger als beim Auftakt der fünften Staffel. AMC weist in seiner Pressemitteilung darauf hin, dass in den letzen Jahren die Möglichkeiten, wie die Zuschauer ihre Serien sehen können, weiter zugenommen hätten - angesichts dessen sei man sehr froh, dass man trotzdem eine so große leidenschaftliche Zuschauerschaft habe, die die Ausstrahlung gleich live verfolgt habe.
  • Hannibal Logo© NBC
    Am Donnerstag vergangener Woche feierte mit "Hannibal" die nächste Serie bei NBC ihren Einstand - trotz des bekannten Hannibal-Lecter-Themas taugt die Serie aber wohl nicht zum großen Hit: 4,36 Millionen Zuschauer sahen die erste Folge, in der Zielgruppe lag der Marktanteil bei 1,6/5 Prozent (Rating/Share). Das wäre auf Dauer ein durchaus ordentlicher Wert - doch die Erfahrung zeigt, dass es nach dem Start in der Regel nochmal deutlich bergab geht. Und viel Luft nach unten hat "Hannibal" fraglos nicht.
  • Go On Szenenfoto© NBC
    Im Sitcom-Bereich sind derzeit Experimentier-Wochen im US-Fernsehen: Die Networks probieren, wie Sitcoms auf anderen Sendeplätzen funktionieren könnten - mit häufig bescheidenem Erfolg. Das bislang dienstags bei NBC ausgestrahlte "Go On", das ohne "The Voice"-Unterstützung dort gnadenlos abgestürzt war, feierte mit 2,45 Millionen Zuschauern sogar mit einem neuen Tiefstwert Einstand am Donnerstagabend. 1,1/3 Prozent in der Zielgruppe waren kein Ruhmesblatt. Gleichzeitig testete Fox, wie sich "New Girl" und "Mindy Project" am Donnerstag statt Dienstag schlagen würden. Trotz Vorlauf durch "American Idol" erging es beiden schlechter als auf dem angestammten Sendeplatz - ähnlich wie in der vergangenen Woche schon "Raising Hope". Auch ABC hat bei seinen Sitcoms umgebaut und zeigt "Happy Endings" seit Ende März freitags. Nach einem zunächst sehr schwachen Start, ging es in Woche 2 deutlich bergauf: Mit 1,1/4 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe sah es gar nicht mehr so schlecht aus.

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