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US-Update vom 19. Mai

"Arrested Development" geht weiter, "Conan" bis 2022

 

Vier Jahre nach dem Neustart bei Netflix kündigt der Streamingdienst die Weiterführung von "Arrested Development" an. Bei TBS setzt man nach wie vor auf Conan O'Brien, der über Format-Änderungen nachdenkt. Und Katy Perry wird über Gesangstalente urteilen...

von Regine Pfaff / Uwe Mantel
19.05.2017 - 11:53 Uhr

Arrested Development
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Was sich durch einen Tweet von Jason Bateman letzte Woche schon angedeutet hat, wurde nun von Netflix offiziell bestätigt: "Arrested Development" erhält weitere Folgen. Der Streamingdienst hat eine fünfte Staffel der ursprünglichen Fox-Comedy geordert, die 2013 mit einer vierten Staffel zu Netflix umgezogen war. Nachdem der Darsteller in die Netzwelt zwitscherte, er habe für weitere Episoden der Serie unterschrieben, folgte am Dienstag die Mitteilung über die Verlängerung. Mit dabei ist neben Bateman die komplette, bekannte Riege: Will Arnett, Jeffrey Tambor, Michael Cera, Jessica Walter, Tony Hale, Portia de Rossi, David Cross und Alia Shawkat treten unter kreativer Leitung von Mitch Hurwitz ab 2018 wieder als chaotisch-liebenswerte Mitglieder der dysfunktionalen Familie Bluth auf.

Last Man Standing - Tim Allen
© Randy Holmes/ABC
Ebenfalls nächstes Jahr wird es eine zweite Staffel von "The Son" bei AMC geben. Die Western-Serie mit Pierce Brosnan bekam zehn neue Folgen spendiert. Die Lichter aus gehen hingegen nach sechs Staffeln für "Baby Daddy" bei Freeform. Am 22. Mai wird das Serienfinale begangen. Bei einer anderen eingestellten Serie wollen die Macher nicht so schnell aufgeben. Nach dem überraschenden Aus der nach "Modern Family" meist gesehenen Comedy-Serie der letzten Saison bei ABC, "Last Man Standing", beabsichtigen die Studio-Chefs von 20th Century Fox Television, sich nach einem neuen Sender umzusehen. Spekuliert wurde übrigens, dass die Absetzung nach sechs Staffeln bei ABC etwas mit der politischen Ausrichtung des Machers und Mit-Produzenten Tim Allen zu tun haben könnte. Dieser ist Republikaner und Unterstützer von Präsident Trump. Channing Dungey von ABC verneinte dies jedoch und verwies auf Probleme im Programmschema.

 

Netflix
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Der Rückgriff auf bereits bestehende Vorlagen ist nach wie vor ein probates Mittel, um neue Serien zu erzählen. Bedient hat sich Netflix beim Computer-Rollenspiel "The Witcher", welches wiederum auf einer Buchreihe des Fantasy-Schriftstellers Andrzej Sapkowski basiert. Erschaffen hat der Pole darin den Hexer mit Narbengesicht Geralt von Riva, der sich gegen Geld als Monsterjäger betätigt und sich dabei seiner übernatürlichen Kräfte bedient. Sapkowski selbst wird bei der seriellen Umsetzung als Berater fungieren. Dieser habe "eine umfangreiche und denkwürdige Welt erschaffen. Eine, die sowohl magisch, als auch vertraut wirkt", so der Vize-Präsident von Netflix, Erik Barmack. Und dann wäre da noch eine weitere Vorlage, die vom Streamingdienst aufgegriffen wird. Bestellt wurden zehn Folgen einer Serie, die auf dem 80er-Jahre-Film-Klassiker "Der dunkle Kristall" ("The Dark Crystal") von Muppets-Erfinder Jim Henson und Franz Oz basiert. Dieser nicht animierte Film mit Puppen warf einen Blick auf die bedrohte Welt Thra und ihre Rettung durch Gelflinge. Bestellt wurde nun die Jahre vor der Filmhandlung spielende Prequel-Serie "The Dark Crystal: Age Of Resistance", die erneut - unter Mitwirkung der Henson Company - in die fantastische Puppenwelt eintaucht.

USA Network
© USA Network
Als Co-Produzent fungiert Netflix auch bei einer nun von USA Network bestellten Drama-Serie, die auf den Namen "Damnation" hört. Dadurch sicherte sich der Streamingdienst die Erstausstrahlungsrechte außerhalb der USA. Die Serie geht zurück ins Jahr 1930 und porträtiert einen Pfarrer in Iowa, der in Wirklichkeit gar keiner ist. Stattdessen plant dieser einen großen Aufstand gegen den Status Quo. In die Quere kommt ihm dabei ein von einem Immobilienhai beauftragter Streikbrecher. Mit diesem verbindet der falsche Pfarrer jedoch eine blutige Vergangenheit.

Bravo
© Bravo
Beim Wort "Frenemies" blitzen so einige Kontrahenten-Paarungen auf, wenn man dabei die Glitzerwelt im Kopf hat. Eine, in Deutschland vielleicht weniger beachtete, ist die von Anna Wintour, Chefredakteurin der "Vogue", und Tina Brown, einst verantwortlich für "Vanity Fair" und den "New Yorker". Verbunden im Geschlecht und dem Willen, sich in der Männerwelt des Print-Geschäfts durchzusetzen - ebenso wie in der freundschaftlichen Rivalität zueinander. In sechs Folgen wird auf dem Sender Bravo eine Event-Serie gezeigt, die von der Anlage her stark an die Anthologie-Serie "Feud" (Staffel eins: Fehde zwischen Bette Davis und Joan Crawford) bei FX erinnern dürfte. Produziert wird "All That Glitters" von Gale Anne Hurd ("The Walking Dead") und Judith Verno ("Masters of Sex"). Die literarische Vorlage stammt von Thomas Maier.

George R.R. Martin
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Bekannterweise geht man das bevor stehende Ende von "Game of Thrones" bei HBO groß an. An gleich vier Spin-Offs arbeiten derzeit vier Autoren zusammen mit R.R. Martin, um den Erfolg mit und um Westeros nicht abreißen zu lassen - wie es in der vergangenen Woche hieß. Verkündet hat der Lieferant der literarischen Grundlage "Das Lied von Eis und Feuer", dass sogar noch ein weiteres Projekt in der Mache ist. Eine weitere Idee und ein weiterer Autor kamen also hinzu: derzeit arbeite man an gleich fünf möglichen Ablegern. Allerdings gab Martin auch "Entwarnung", was einen etwaigen Overkill anbelangt: "Ich denke, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass wir vier (oder fünf) Serien bekommen werden." Bei den fünf möglichen Ablegern handelt es sich dabei um Vorgeschichten und nicht um Fortsetzungen. Zu erwarten wären neue Storys mit neuen Figuren.

HBO Logo
© HBO
Weiter ist HBO bei einem anderen Projekt, das die Entwicklungsstufe bereits hinter sich lassen konnte. Grünes Licht erteilte der Pay-TV-Sender der Drama-Serie "Lovecraft Country" und befördert damit gleichzeitig Jordan Peele zurück ins TV-Business. Dieser war einst ein Teil von "Key & Peele", einer Sketch-Serie bei Comedy Central, und konnte mit dem Mystery-Horror-Film "Get Out" derzeit einen Kinoerfolg landen. Beflügelt davon konnte dieser bei HBO einen Abnehmer für eine Serien-Adaption des gleichnamigen Buches von Matt Ruff aus dem letzten Jahr finden. Beschrieben wird das in den 50er-Jahren angesiedelte Projekt als Anthologie-Serie im Horror-Genre, welche eine afro-amerikanische Erzählperspektive einnimmt. Konkret: der 25-jährige Atticus Black tut sich mit seiner Kindheitsfreundin und seinem Onkel George zusammen. Diese machen sich auf die Suche nach seinem Vater. Dabei ist nicht nur der verbreitete Rassismus ein Problem auf der Reise, sondern auch dunkle Mächte, denen das Trio bei der gemeinsamen Mission ausgesetzt ist.

Jimmy Kimmel
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Im nächsten Jahr feiern die "Grammys" ihren 60. Geburtstag. Damit verbunden ist auch eine Rückkehr nach New York. Am 28. Januar werden die Musikpreise nach 14 Jahren Los Angeles im Madison Square Garden vergeben. Doch wie bereits in diesem Jahr wird dann erneut einer auf der Bühne stehen, der sich neben der "The Late Late Show" bei CBS mit "Carpool Karaoke" zusätzliche Bekanntheit verschafft hat. Der Brite James Corden darf wie in diesem Jahr auch 2018 die Oscars der Musikbranche moderieren. Zuvor wurde der wichtigste Musikpreis fünf Jahre lang von LL Cool J präsentiert. Einen runden Geburtstag feiern im nächsten Jahr auch die Oscars. Und auch dort steht der Gastgeber der Gala, die am 4. März in Hollywood stattfindet und von ABC übertragen wird, bereits fest. Ebenso wie bei den "Grammys" wird am Moderator aus diesem Jahr festgehalten: Jimmy Kimmel darf es nochmals machen und durch den Abend der 90. Oscar-Verleihung führen. Zu wünschen ist es ihm, dass es beim nächsten Anlauf keinen Supergau geben wird und alle genannten Gewinner die Trophäen auch über den Abend hinaus behalten dürfen.

Conan
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Conan O'Brien und TBS bleiben für die nächsten Jahre miteinander verbunden. Der Late-Night-Host hat einen Vertrag bis 2022 unterschrieben, was auch die digitale Verlängerung der Show (Team Coco) umfasst. Wie die Show dann allerdings aussehen könnte, ist eine Frage, die nicht ganz beantwortet werden kann. Zu Beginn des Jahres wurde schon darüber spekuliert, dass "Conan" statt vier Nächte die Woche, nur noch ein oder zwei Mal auf dem Schirm zu sehen sein könnte - zum Wohle beispielsweise weiterer Ausflüge der Show ins Ausland, wie zuletzt nach Deutschland. Die Aussage O'Briens kann man auch vor diesem Hintergrund lesen: "In den vergangenen Jahren bin ich über viele neue und aufregende Wege gestolpert, um mit meinem Publikum in Kontakt zu treten und ich freue mich darauf, meine Show etwas schlanker, agiler und unvorhersehbarer zu gestalten. Ich will auch ein Pony." Ob es wirklich zu einer Verringerung in der Frequenz kommt, oder ob sich dies auf etwas anderes bezieht bleibt abzuwarten. Zunächst bleibt "Conan" eine 4-tägige Show. Der Deal gesteht dem langjährigen Moderator darüber hinaus gewisse Freiheiten zu, die Show zu verändern. So sei es vorstellbar, das klassische Setting aus Tisch und Couch aufzubrechen. Des Weiteren sind Erweiterungen abgedeckt, vom Podcast bis Gaming ist vieles vorstellbar.

American Idol Logo
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Große Namen tummeln sich auf der Besetzungscouch: Kevin Costner wird die Hauptrolle in der ersten fiktionalen Eigenproduktion von Paramount Network übernehmen. In "Yellowstone" wird dieser das Oberhaupt der fiktiven Familie Dutton spielen. Diese ist Besitzerin einer riesigen Ranch. Das Problem ist jedoch, dass das Gründstück an den Yellowstone-Nationalpark angrenzt, was zu wiederkehrenden Konflikten führt. Nach der mit Preisen prämierten Mini-Serie "Hatfields & McCoys" bei History stellt dies das erste reguläre TV-Engagement für den Schauspieler dar. Bei TBS treffen Daniel Radcliffe und Owen Wilson aufeinander. In der Anthologie-Comedy "Miracle Workers" von Lorne Michaels geht es um den Arbeitsalltag im Bereich des Göttlichen. Owen mimt Gott, der sich nur ungern über die Probleme der Erhörung von Gebeten den Kopf zerbrechen will, Radcliffe spielt den Engel Craig, der sich diesem Problem widmen muss. Eine weitere News hatte TBS bei seinen Upfronts auch noch über die Serie von Comedian Tracy Morgan. Dieses hat nun einen Titel und wird mit "The Last O.G." über den Bildschirm flimmern. Zum Cast stoßen außerdem Cedric the Entertainer, Taylor Mosby und Dante Hoagland. Bei der Wiederbelegung von "American Idol" durch ABC steht nun der erste Name fest: Popsternchen Katy Perry nimmt in der Neuauflage im nächsten Jahr Platz in der Jury. Angekündigt wurden zudem Formatänderungen, wenn diese nach 15 Jahren bei Fox auf dem neuen Sender zu sehen sein wird.

US-Quoten-Update

Downward Dog
© ABC
Während die meisten Serien gerade ihre Staffel beenden oder sogar schon in der Sommerpause sind, feierte bei ABC eine Sitcom, die für diese Saison angekündigt war, für die dann lange aber kein Sendeplatz gefunden wurde, ihren Einstand: "Downward Dog" - erzählt aus der Sicht eines Hundes. Die Auftakt-Quoten waren halbwegs okay: 4,7 Millionen Zuschauer hatten eingeschaltet, in der Zielgruppe lag der Marktanteil bei 1,1/4 Prozent. Könnte die Serie dieses Quotenniveau halten, dürfte man bei ABC hochzufrieden sein - doch das ist nicht zu erwarten. Zum Auftakt erhielt "Downward Dog" nämlich Unterstützung durchs Staffelfinale von "Modern Family" im Vorlauf. Die Sitcom hat in der letzten Saison zwar wie die meisten anderen Serien auch kräftig Federn gelassen, steht mit 6,2 Millionen Zuschauern und 1,7/6 Prozent in der Zielgruppe (Rating/Share) beim Staffelfinale aber noch immer deutlich besser da als alle anderen US-Sitcoms außer "The Big Bang Theory". Wenn "Downward Dog" künftig dann ohne diesen Vorlauf ran muss, wird's schwer.

Chigago Justice Staffel 1
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Während bei den meisten Serien die Entscheidung über eine Fortsetzung oder Absetzung bei den Upfronts gefallen ist, hat NBC das Schicksal von "Chicago Justice" - der mittlerweile vierte Ableger des Chicago-Franchises - noch offen gelassen. Dabei können sich die Quoten eigentlich sehen lassen: Zum Abschied legte die Serie nochmal leicht auf 5,7 Millionen Zuschauer und 1,1/4 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe zu. Das ist natürlich nicht überragend, machte NBC in diesem Timeslot aber zum Marktführer. Im Anschluss konnte übrigens auch "Shades of Blue" wieder auf 4,6 Millionen Zuschauer und 0,9/4 Prozent in der Zielgruppe zulegen - und dort wurde eine weitere Staffel längst in Auftrag gegeben.

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Top10 Zuschauer gesamt

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The Big Bang Theory 2,7 11 %
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Survivor 1,7 7 %
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The Voice 1,5 7 %
NCIS 1,5 7 %
Mom 1,5 6 %