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US-Update

"Love Island" kommt in die USA, Wirbel um Oscar-Reform

 

Die britische Kuppelshow "Love Island", die hierzulande bei RTL II zu sehen ist, kommt bald auch ins US-Fernsehen. ABC hat derweil auf eine Reform der Oscars gedrängt und "Modern Family" könnte überraschend ebenso weitergehen wie "Big Bang Theory".

von Regine Pfaff / Alexander Krei
10.08.2018 - 11:58 Uhr

Love Island - Heiße Flirts und wahre Liebe
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ABC hat "Bachelor In Paradise", bei USA Network steht das Revival zu "Temptation Island" in den Startlöchern und auch CBS will mit einem Dating-Format vor schöner Kulisse mit viel nackter Haut punkten. Gesichert hat sich der Sender die Dating-Reality-Show "Love Island", in Deutschland von ITV Studios Germany produziert und von RTL II ausgestrahlt. Mit dem Untertitel "Heiße Flirts und wahre Liebe" erreichte die erste Staffel der Show in Deutschland durchschnittlich 630.000 Zuschauer und war vor allem auf Abruf ein großer Erfolg. In Großbritannien, bei dem auf ein junges Publikum zielenden Sender ITV2 beheimatet, zählt das von der Insel stammende Format bereits vier Staffeln und brach dort mit dem Staffelfinale kürzlich einen Rekord: es war das meist gesehene Programm in der Sendergeschichte von ITV2. Die amerikanischen Zuschauer hatten darauf bislang via Hulu Zugriff. Nächsten Frühling oder Sommer geht es jedoch bei CBS, Heimat von "Big Brother", mit der amerikanischen Adaption zum britischen Original los. Produziert wird dieses dann von ITV Entertainment.

Foto: A.M.P.A.S.
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Einige Änderungen stehen bei den Oscars an, was derzeit vor allem in Hollywood für Aufregung und Kritik sorgt. Ein angeblich schwer wiegender Grund für die angepasste Ausrichtung: das abnehmende Interesse an der TV-Übertragung. So sei vor allem ABC, der die Gala der Academy Awards ausstrahlende Sender, treibende Kraft für die geplanten Korrekturen gewesen. Dort konstatierte man bei der 90. Verleihung im März einen Rückgang der Zuschauer um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um vor allem wieder mehr jüngere Zuschauer für die Preisverleihung zu begeistern, will man nun an folgenden Stellschrauben drehen: eine maximale Dauer von drei Stunden, eine weitere Kategorie für den besten Blockbuster, beziehungsweise "Herausragende Leistung im populären Film" zur Berücksichtigung des Massengeschmacks und das Vorziehen des Termins der Gala, um die zeitliche Lücke zu den "Golden Globes" etwas zu schließen. Um von den 3 Stunden und 54 Minuten aus diesem Jahr bei ABC wegzukommen, sinkt jedoch nicht die Anzahl an Preisen, manche werden während der Werbepause verliehen und später zusammengefasst gezeigt. Vor allem Freunde des Arthouse-Films oder Produktionen, die nicht die große Masse ansprechen und zuletzt die Kategorie "Bester Film" dominierten, sind erschüttert. So twitterte Rob Lowe: "Mit der Ankündigung eines 'populären Film'-Oscars ist heute das Filmgeschäft gestorben. Es war seit Jahren bei schlechter Gesundheit." Bei den Emmys hingegen greift das Rotationsprinzip bei den Sendern. ABC, CBS, NBC und Fox wechseln sich jährlich ab und dies soll bis 2026 auch so bleiben. Der Vertrag der Television Academy mit den Senderverantwortlichen wurde um acht Jahre verlängert und tritt ab 2019 in Kraft.

American Horror Story
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Am 12. September geht es bei FX mit der achten Staffel von "American Horror Story" weiter, welche auf den Untertitel "Apocalypse" hört. In der Kreuzung der ersten Staffel "Murder-House" und der dritten "Coven" gibt es dann, wie nun bekannt wurde, auch ein Wiedersehen mit Jessica Lange. Noch mehr gute News für die Fans: nachdem die neunte Staffel schon länger grünes Licht bekam, wurde vor einigen Tagen noch eine zehnte bestellt. Ryan Murphy, mittlerweile eigentlich exklusiv an Netflix gebunden, fühle sich laut FX-CEO John Landgraf dem Horror-Anthologieprojekt "nach wie vor sehr verpflichtet".

Modern Family
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Gespräche über eine weitere Staffel gibt es hingegen überraschenderweise bei den beiden Mammut-Serien "Modern Family" und "Big Bang Theory". Bei "Modern Family" sollte laut Produzententeam die zehnte Staffel eigentlich den Schlussakkord setzen. Doch während der TCA-Pressetour wurde zwischen Sender ABC und Produktionsstudio 20th Centruy Fox Studios über eine elfte Staffel nachgedacht. Anfreunden können sich zwischenzeitlich auch wieder die Produzenten mit der Idee. Allerdings müssen die Gagen des Teams neu verhandelt werden, ein Herausforderung vor allem angesichts der langen Laufzeit der Serie, weil dadurch die Gehälter weiter steigen. Die Übernahme von Fox durch Disney könnte sich dabei jedoch als Beschleuniger, oder zumindest positiv auswirken. ABC gehört ja bekanntlich zu Disney. Ums Geld geht's aktuell übrigens auch bei der Netflix-Serie "13 Reasons Why", deren Hauptdarsteller eine bessere Entlohnung fordern. Ein Ende wurde derweil auch bei der "Big Bang Theory" von Insidern prognostiziert - und von Schauspieler Johnny Galecki angetrieben. Dieser meinte, nach der zwölften Staffel sei ein guter Zeitpunkt für alle, nach Hause zu gehen. Doch auch dort laufen nun Verhandlungen über eine Fortsetzung um eine 13. Staffel. Im Falle von "Modern Family" und "The Big Bang Theory" dürfte den Sendern ein Abschied auch vor allem deswegen schwer fallen, weil es zu einer immer größeren Aufgabe wird, Comedy-Serien langfristig zu etablieren und damit in einem umkämpften Markt immer noch hohe und vorzeigenswerte Quoten zu erzielen.

Fargo
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"Ich bin ein Fan von 'Fargo' und kann es nicht erwarten, mit Noah zu arbeiten", ist von Chris Rock zu lesen. Dieser wird Protagonist der vierten Staffel der mit Preisen ausgezeichneten Anthologieserie von Noah Hawley. Gedreht werden soll die nächste Fortsetzung von "Fargo" mit abermals eigener Geschichte im nächsten Jahr. Eine Ausstrahlung ist ebenfalls für nächste Jahr geplant. Und worum geht's? Der vierte Teil spielt im Jahr 1950 in Kansas City, Missouri. Zwei Verbrechersyndikate - eines italienisch, eines afro-amerikanisch - gehen einen sonderbaren Deal ein, um sich weiterhin möglichst friedlich zu begegnen. Jeweils ein Sohn der Familien soll bei der anderen Familie aufwachsen. Chris Rock spielt dabei den Kopf des afro-amerikanischen Syndikats, welcher den Sohn seines italienischen Kontrahenten bei sich aufnehmen muss. Allerdings gibt es einen unerwarteten Todesfall und alles kommt ins Wanken. Bei einer anderen Anthologie-Serie gibt es hingegen momentan eine Abkehr von einem bereits kommunizierten Stoff: Die Reihe "Feud" von Ryan Murphy wird sich in der zweiten Staffel vorerst nicht der royalen Familie Großbritanniens widmen. "Feud: Charles & Diana" ruht derzeit bei FX, denkbar, dass der Stoff nie das Licht der Welt erblickt. Für Murphy sei das vorliegende Material nicht so stark wie erwartet, so der FX-CEO John Landgraf.

Apple
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Apple bestellt fleißig weiter und füllt sein Portfolio vorab. Geordert hat der Technikriese eine Comedy von Rob McElhenney und Charlie Day, beide bekannt aus "It's Always Sunny in Philadelphia". Inhaltlich setzt die Comedy bei einem Entwicklungsstudio für Video-Spiele an und arbeitet humoristisch das Leben und Arbeiten dort auf. Im Bereich "Technik" wird auch ein direkt in Serie geschicktes Projekt von FX spielen. Die Mini-Serie "Devs" hat jedoch eine andere Ausrichtung: die Drama-Serie porträtiert die junge Computertechnikerin Lily (Sonoya Mizuno) und ihr Ziel, die Machenschaften ihres Arbeitgebers aufzudecken. Sie vermutet, dass dieser etwas mit dem Verschwinden ihres Freundes zu tun hat. Als Lilys Chef mit von der Partie bei "Devs" ist Schasupieler Nick Offerman ("Parks and Recreation"). Außerdem im Warenkorb von FX befindet sich die Serie "Shogun", die ebenfalls als Miniserie deklariert ist. Diese spielt im feudalen 17. Jahrhundert in Japan und stellt einen englischen Seefahrer und seine Konfrontation mit dem japanischen System in den Fokus. Bei Adult Swim geht unterdessen ein ambitioniertes und ungewöhnliches Projekt in Serie. "The Shivering Truth" ist in Stop-Motion animiert und wird als surreale Anthologie-Comedy beschrieben. Ganz anders stellt sich die animierte, viertelstündige Animationsserie "Tigtone" da, die ebenfalls von FX geordert wurde. Dort wird auf satirische Art und Weise mit dem Fantasy-Universum gespielt.

OWN Oprah Winfrey Network
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Nachdem letzte Woche "Love Is___" vom OWN in eine zweite Staffel geschickt wurde, folgt diesem das von Kritikern gelobte "Queen Sugar" von Ava DuVernay. Die von Oprah Winfrey koproduzierte Serie wurde noch vor dem Start der Premierenstaffel um eine zweite Staffel verlängert und noch vor dem Ende der sich momentan in der Ausstrahlung befindenden dritten Staffel um eine vierte Staffel verlängert. Beim Viertling wird dann ein neuer Showrunner das Zepter übernehmen. Kat Chandler übergibt den Staffelstab an Anthony Sparks. Ein Ende erreicht ist hingegen für "Trial & Error" bei NBC. Dort hat man die Rechte an einer dritten Staffel der Krimikomödie mit einem Mordfall pro Staffel wieder an das Produktionsstudio Warner Bros TV zurückgehen lassen. Könnte auch sein, dass die Serie noch woanders unterkommt. Mehr gibt es hingegen von "Shameless". Die Showtime-Serie erhielt vor dem Start der neunten Staffel mehr Episoden und wird damit auf 14 Folgen kommen - bislang das Maximum. Die Staffel wird dadurch zweigeteilt, so dass die sieben Folgen der zweiten Hälfte ab dem 20. Januar bei Showtime über den Schirm laufen.

Sony Pictures Television
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Weiter en vogue bleibt die Wiederbelegung von alten Serienstoffen. In den 1980er Jahren lief "The Facts of Life" mit neun Staffeln bei NBC über die Fernsehgeräte. Nun ist Sony Pictures TV zusammen mit Leonardo DiCaprio und Jessica Biel in Verhandlungen, die Serie über eine Direktorin und ihre Schülerinnen einer elitären Mädchenschule wiederzubeleben. Bei "The Facts of Life" handelte es sich um ein Spin-Off zu "Different Strokes", in dem die Figur der Direktorin, Mrs. Garret, etabliert wurde. Apropos Spin-Off: bei The CW werden die Pläne, einen "Supernatural"-Ableger zu produzieren nach zwei Fehlversuchen ad acta gelegt. Bei einem anderen Revival steht ein bekannter Name auf der Liste für die zweite Staffel. "Friends"-Star David Schwimmer wird bei "Will & Grace" mit einem Handlungsbogen auftauchen.

CBS
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LeBron James ist neben seinem Hauptberuf als Basketballer - in der ab dem 16. Oktober startenden Regular Season dann bei den Angeles Lakers - weiter fleißig im TV-Business tätig. Für CBS kreiert seine Produktionsfirma eine zehnteilige Wettbewerbsshow namens "Million Dollar Mile". In einer Großstadt wird ein besonders herausfordernder Kurs gesetzt, den Freizeitathleten zu absolvieren haben und dabei eine Million Dollar gewinnen können. Auf dem Kurs warten Überraschungen auf die Teilnehmer, ebenso wie Elitesportler, die sie davon abhalten wollen, das Geld zu gewinnen. Im Oktober läuft zudem eine dreiteilige Doku-Serie von LeBron James bei Showtime, die sich unter anderem dem aktuellen politischen und kulturellen Klima und der Rolle der NBA widmet. Diese hat nun einen Namen: "Shut Up And Dribble" - eine Anspielung auf Laura Ingraham von Fox News, die meinte den NBA-Profis, diesen fragwürdigen Rat - nur spielen, nicht denken oder äußern - ans Herz legen zu müssen. James, der sich öffentlich schon öfters kritisch gegen Präsident Donald Trump gestellt hat, kommentierte diese Einmischung mit dem Hashtag #wewillnotshutupanddribble und dem Kommentar "Ich bin mehr als ein Athlet".

American Gladiators
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Körperlich ähnlich fordernd wie James' "Million Dollar Mile", jedoch absurder in der Ausgestaltung wird wohl eine Neuauflage von "American Gladiators" werden. Nachdem die Show von 1989 bis 1996 lief, wurde sie im Jahr 2008 schon einmal mit Hulk Hogan und Laila Ali als Gastgeber bei NBC neu aufgelegt. Die Show, bei der Normalos gegen Profis in mehreren Spielen zum Kampf gegeneinander antreten und auch mal mit überdimensionierten Wattestäbchen gerungen wird, liegt momentan bei MGM Television in Zusammenarbeit mit Seth Rogen als ausführender Produzent für eine weitere Neubelebung. Weniger Körperlichkeit und mehr Grips braucht es bei anderen Shows: "Celebrity Family Feud", die Alec-Baldwin-Show "$100.000 Pyramid" und "To Tell The Truth" wurden von ABC verlängert.

US-Quoten-Update

Die Bachelorette
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Am Montagabend ist im amerikanischen Fernsehen das Finale der 14. Staffel von "The Bachelorette" über die Bühne gegangen. Mit den Quoten kann man bei ABC sehr zufrieden sein, reichte es zum Abschied doch für einen Staffel-Bestwert. 6,71 Millionen Zuschauer sahen die Kuppelshow, weit über eine Million mehr als sieben Tage zuvor. In der Zielgruppe lag der Marktanteil bei sehr guten neun Prozent. Vor einem Jahr lief das Staffel-Finale allerdings noch ein ganzes Stück besser. Das gilt indes auch für den Start der neuen Staffel von "Bachelor in Paradise", der am Dienstag über die Bildschirme flimmerte: 3,82 Millionen Zuschauer verfolgten den Auftakt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatten noch über fünf Millionen eingeschaltet. Immerhin klappte das Zusammenspiel mit der neuen Insel-Reality "Castaways", die im Anschluss noch 3,13 Millionen Zuschauer bei ABC hielt.

Big Brother
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"Big Brother" sorgt unterdessen bei CBS weiter für verlässlich gute Quoten: Die drei Ausgaben der vergangenen Woche erreichten jeweils rund 5,6 Millionen Zuschauer, die Sonntags-Folge verbuchte überzeugende sieben Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Größte Hit war derweil die NBC-Show "America's Got Talent", die am Mittwochabend im Schnitt 11,04 Millionen Zuschauer. Von solchen Zahlen war TheCW mit dem Staffel-Finale von "The 100" weit entfernt: 990.000 Zuschauer wurden bei der vorerst letzten Folge gezählt, was zumindest wieder ein paar mehr waren als in den vergangenen Wochen. Schon am vergangenen Freitag verabschiedete sich die ABC-Serie "Quantico", deren Quoten auch mit dem Finale nicht mehr anstiegen. 2,66 Millionen Zuschauer bedeuteten eine ähnliche Reichweite wie schon in den Wochen zuvor. Der Marktanteil lag in der Zielgruppe unverändert bei zwei Prozent.

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Top10 Zuschauer gesamt

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