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US-Update vom 9. August

Clinton-Lewinsky-Affäre als Serie, Viacom kauft Garfield

 

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton wird Gegenstand der nächsten Staffel von "American Crime Story", Viacom kauft Garfield und plant eine neue Serie, Netflix setzt "The OA" ab und "BH90210" legt einen guten Start hin.

von Uwe Mantel
09.08.2019 - 12:27 Uhr

Bill Clinton 1996© imago images / MediaPunch
Die Zukunft der FX-Antholgie-Serie "American Crime Story" steht nun endlich fest. Ursprünglich war mal geplant, schon als 2. Staffel die Geschehnisse rund um den verheerenden Hurricane Katrina zu erzählen, gab dann aber kurzfristig der Versace-Ermordung den Vorzug. Inzwischen wurde die Katrina-Story vollends zu den Akten gelegt. Nun steht aber das Thema für die dritte Staffel: Es wird um Bill Clinton, die Lewinsky-Affäre und das daraus folgende Amtsenthebungsverfahren gehen. Grundlage ist das Buch "A Vast Conspiracy: The Real Story of the Sex Scandal that nearly brought down a President" von Jeffrey Toobins. Beanie Feldstein wird als Monica Lewinsky zu sehen sein, die Bücher schreibt Sarah Burgess. Produziert werden die neuen Folgen ab Februar, die Premiere ist für den 27. September 2020 vorgesehen - und damit wenige Wochen vor der nächsten US-Präsidentschaftswahl. FX will offenbar die politisierten Zeiten nutzen, um mehr Aufmerksamkeit zu generieren - muss aber auch schon einiges an Kritik einstecken, weil eine Beeinflussung der nächsten Wahl befürchtet wird. FX-Chef John Landgraf bezeichnete solche Sorgen allerdings als "bestenfalls hysterisch".

Garfield© Viacom
Viacom übernimmt sämtliche Rechte an der Comic-Figur Garfield für Nickelodeon von Paw, Inc. Wieviel Geld Viacom dafür auf den Tisch legen muss, ist nicht bekannt - schon angesichts der erheblichen Merchandising-Einnahmen, die schon jetzt weltweit erzielt werden, dürfte aber ein hübsches Sümmchen zusammenkommen. Nickelodeon möchte nach dem Kauf nun eine neue animierte Serie rund um Garfield entwickeln. Ungeachtet dessen wird es aber natürlich auch weiterhin die klassischen Comic-Strips geben, die weiterhin vom Erfinder der Figur, Jim Davis, gezeichnet werden. Dass Viacom sämtliche Rechte übernehmen konnte, ist durchaus ungewöhnlich: In der Regel halten die Schöpfer solcher Comic-Figuren zumindest einen Teil der Rechte zurück, um nicht komplett die Kontrolle abgeben zu müssen.

Emmys 2019© Television Academy
Anfang des Jahres ging schon die Oscar-Verleihung ohne klassischen Host des Abends über die Bühne - allerdings aus der Not geboren, nachdem der eigentlich als Moderator vorgesehene Kevin Hart aufgrund aufschäumender Kritik nach zweifelhaften Tweets aus der Vergangenheit den Rückzug antrat. Nun steht fest: Auch die diesjährige Emmy-Verleihung kommt ohne durchgehenden Moderator daher. Dass die Oscar-Quoten ohne Moderator gestiegen sind, dürfte Fox und der Television Academy die Entscheidung nun einfacher gemacht haben - denn auch bei den Emmys gab's im Vorjahr ein Allzeit-Quotentief. Um das zu ändern, soll die Gala in diesem Jahr in überarbeiteter Form gezeigt werden, der Verzicht auf eine klassische Moderation ist ein Teil davon. Fox hat aber angekündigt, dass es für jedes Segment einen neuen Moderator geben wird, der dann die unterschiedlichen Presenter für die Kategorien ankündigt. Um wen es sich dabei im Einzelnen handelt, ist noch nicht bekannt.

Die Simpsons© 2015 Fox and its related entities
Alf Clausen verantwortete als Komponist über 560 Folgen der "Simpsons" seit 1990, ehe im Jahr 2017 die Trennung erfolgte. Die Produktionsfirma gab an, dass man den Sound der Serie in eine neue Richtung weiterentwickeln wolle. Das allerdings nimmt Clausen den Machern nicht ab und hat sie nun verklagt. Aus seiner Sicht sei er wegen seines Alters und einer nicht näher benannten körperlichen Beeinträchtigung entlassen worden. Clausen sieht darin eine Form von Altersdiskriminierung. Als Beleg führt er unter anderem an, dass sein Nachfolger signifikant jünger und nicht behindert sei - da Clausen selbst allerdings auch schon 78 Jahre alt ist, kann die Entscheidung für einen jüngeren Nachfolger nun auch nicht wirklich überraschen. Disney, das nach der Übernahme eines Großteils von Fox nun die Rechte an den "Simpsons" besitzt, hat sich zur Klage bislang nicht geäußert.

CBS All Access© CBS
Erinnern Sie sich noch an den Science-Fiction-Film "Der Mann, der vom Himmel fiel" ("The Man Who Fell to Earth") mit David Bowie aus dem Jahr 1976? CBS All Access plant nun, den Stoff als Serie zu adaptieren. Kreativer Kopf dahinter ist Alex Kurtzman, der mit dem Ausbau des Star-Trek-Franchises offenbar noch nicht ganz ausgelastet scheint. Ursprünglich war der Stoff mal bei Hulu im Gespräch, dann ging es allerdings nicht so recht voran, sodass nun CBS All Access einspringt. Die Serie soll von einem Außerirdischen handeln, der an einem Wendepunkt der menschlichen Evolution auf die Erde kommt und sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss, um seine Zukunft zu bestimmen, beschreibt CBS das Projekt. Überdies baut CBS seinen Streaming-Dienst in weitere Richtungen aus: So gibt's nun erstmals Kinderprogramm, zudem werden erstmals große Dokus produziert. Den Anfang macht eine Doku über den "Konsolen-Krieg" zwischen Sega und Nintendo. Daraus möchte man überdies auch eine Miniserie entwickeln.

Abgesetzt oder Verlängert?

Atlanta© Fox
"Atlanta": Schon zwischen der ersten und zweiten Staffel von "Atlanta" bei FX vergingen gut eineinhalb Jahre - und nun ist es auch schon wieder über ein Jahr her, dass Staffel 2 zu Ende ging - und die Produktion an der schon bestellten 3. Staffel hat noch gar nicht begonnen. Trotzdem wurde nun sogar schon eine vierte Staffel bestellt - wann auch immer man sie zu sehen bekommen wird. Die Dreharbeiten sollen wohl nächstes Frühjahr starten.

"City on a Hill": Das Finale der ersten Staffel der Showtime-Serie "City on a Hill", die im Bosten der 1990er-Jahre spielt, steht noch aus, schon jetzt ist aber klar, dass die Serie mit Kevin Bacon im kommenden Jahr mit neuen Folgen zurückkehren wird.

"Paradise Hotel": Bevor die Dating-Reality gerade in Deutschland gestartet ist, wagte sich in den USA schon Fox an eine Neuauflage - und erntete miserable Quoten. Weitere Gäste werden daher nicht mehr im "Paradise Hotel" einchecken, was nicht überraschend kommt, nachdem die letzte Staffel sogar schon verkürzt wurde. Wie es mit dem ähnlich gelagerten "Love Island" weitergeht, das CBS in die USA geholt hat, ist noch nicht klar. Auch dort waren die Quoten der ersten Staffel eher ernüchternd.

"Snowfall": Auch wenn der Co-Creator von "Snowfall", John Singleton, im April überraschend verstarb, wird FX die Serie auch ohne ihn weiter fortsetzen. Aktuell läuft noch die dritte Staffel, eine vierte Staffel fürs kommende Jahr wurde nun bestellt.

The 100© The CW
"The 100": Auch die Post-Apokalypse dauert nicht unendlich. The CW hat angekündigt, dass die schon bestellte siebte Staffel von "The 100" im kommenden Jahr zugleich das Ende der Serie markieren wird. Dem Network zufolge geschieht das auf Wunsch des Showrunners. The CW hat auch schon angekündigt, im kommenden Jahr "Supernatural" und "Arrow" zu Ende zu bringen - auf abrupte Absetzungen wurde dafür in diesem Jahr komplett verzichtet.

"The OA": Die Zeiten, in denen man sich als Fan von Serien bei Netflix keine Sorgen machen mussten, dass diese wie beim bösen linearen Fernsehen aufgrund schwacher Quoten vorzeitig abgesetzt werden, sind lange vorbei. Denn auch wenn der Streamer keine Quoten veröffentlicht, schaut man offenbar doch sehr genau auf die Abrufzahlen. Und die waren bei "The OA" nicht gut genug, sodass nach Staffel 2 nun abrupt Schluss ist - obwohl die Geschichte von vornherein mal auf fünf Stafflen angelegt war.

US-Quoten-Update

Am Mittwoch startete in den USA "BH90210" - und wohltuenderweise war es kein weiteres klassisches Reboot. Stattdessen spielen die einstigen Darsteller in der Serie sich selbst, wie sie an einem Reboot des Klassikers "Beverly Hills, 90210" arbeiten. Das lockte zum Auftakt insbesondere viele jüngere Zuschauer vor den Fernseher: In der Zielgruppe holte die Auftaktfolge einen Marktanteil von 1,5/8 Prozent (Rating/Share) - keine andere fiktionale Serie war in diesem Sommer bei den Networks auch nur annähernd so erfolgreich. Für Fox war es sogar die höchste Zielgruppen-Reichweite in den Sommermonaten seit 2016. Kleiner Wermutstropfen: Bei der Gesamt-Reichweite hätte man sich sicherlich noch etwas mehr vorstellen können. 3,86 Millionen Zuschauer hatten insgesamt eingeschaltet.

"BH90210" sticht aber schon deshalb heraus, weil die Networks mit fiktionaler Unterhaltung in diesem Sommer ansonsten kaum etwas reißen können. Bei CBS ging am Dienstag "Blood & Treasure" vor nur 2,7 Millionen Zuschauern zu Ende, in der Zielgruppe reichte es für 0,3/2 Prozent Marktanteil. Seit dem Start im Mai wurde die Reichweite somit etwa halbiert. Am Sonntagabend zeigte CBS "The Good Fight" - eigentlich für den Streamingdienst CBS All Access produziert und nun mit Verzögerung erstmals frei empfangbar zu sehen. Mehr als 2,7 Millionen Zuschauer waren zum Staffelfinale aber damit nicht zu holen, 0,2/1 Prozent betrug der Marktanteil bei den 18- bis 49-Jährigen. Wenn einige davon dadurch zu All Access-Kunden wurden, hat die Ausstrahlung aber wohl schon ihren Zweck erfüllt. Bei The CW ging die fünfte und letzte Staffel von "iZombie" vor 750.000 Zuschauern zu Ende. 0,2/1 Prozent Marktanteil waren das gewohnt magere Ergebnis bei den 18- bis 49-Jährigen. Das Staffelfinale von "The 100" sahen sogar weniger als 600.000 Zuschauer. "Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D." lief verglichen damit sogar noch recht solide und erzielte zum Staffelfinale einen Zielgruppen-Marktanteil von 0,4/3 Prozent. Insgesamt sahen allerdings trotzdem nur gut 1,9 Millionen Zuschauer zu. (Alle Zahlen berücksichtigen nur die Nutzung am Tag der Ausstrahlung - durch zeitversetzte Nutzung steigen die Reichweiten noch an)

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