© NBC Universal
US-Update vom 19. September

Neuauflage für "Battlestar Galactica", Tinder mit eigener Serie

 

NBC Universal hat einen Namen für seinen geplanten Streamingdienst gefunden. Auch inhaltlich gibt's Neues: "Battlestar Galactica" erhält ein Reboot. Die Dating-App Tinder springt auf den Serienzug auf und Netflix will die "Golden Girls" in frische Perücken packen.

von Regine Pfaff / Uwe Mantel
20.09.2019 - 12:01 Uhr

Peacock© NBC Universal
Weil kein Medienkonzern mehr ohne eigenen Streamingdienst sein will, arbeitet auch NBC Universal fleißig an einem solchen Angebot - und hat dafür nun einen Namen: Peacock - zu deutsch also Pfau. Ebenjenes Tier steht schon seit jeher Pate fürs NBC-Logo und hat es nun also auch in den Namen geschafft. Zur Finanzierung setzt man auf einen Mix aus Werbung und Abo-Angebot, genaue Details will man erst verraten, wenn der Starttermin im April 2020 näher rückt. Dafür hat man nun schonmal eine ganze Reihe an Eigenproduktionen angekündigt. Dazu gehört eine Neuauflage des Science-Fiction-Klassikers "Battlestar Galactica" - die zweite im Übrigen, das Original lief Ende der 70er, von 2004 bis 2009 gab's dann schon einmal ein Reboot. Produzieren wird Sam Esmail, der u.a. hinter "Mr. Robot" steckt und "Homecoming" inszenierte. Ebenfalls neu auflegen wird man die Sitcom "Saved by the Bell", die hierzulande manch einer vielleicht eher unter dem Namen "California High School" kennen könnte - so lief sie jedenfalls in den 90ern mal bei RTL II. Mario Lopez und Elizabeth Berkley, die damals schon dabei waren, schlüpfen übrigens erneut in ihre Rollen. Auch aus den 80ern stammt die Comedy-Serie "Punky Brewster", hier denkt man über ein Prequel nach - ist allerdings noch in der Pilotierungsphase.

Alec Baldwin© NBC
NBC Universal hat unterdessen entschieden, zwei Produktionen, die eigentlich für den Sender USA Network vorgesehen waren, zu Peacock zu verschieben: Die Serien-Adaption von "Brave New World" ebenso wie den zweiten "Psych"-Film. Dazu kommen noch eine ganze Reihe weiterer Bestellungen, darunter die mit Jamie Dornan, Alec Baldwin und Christian Slater hochkarätig besetzte Serie "Dr. Death". Erzählt wird darin die wahre Geschichte des Dr. Christopher Duntsch, der ein aufstrebender Star der Neurochirurgie war - bis sich plötzlich Verstümmelungen und Tode nach Routine-Operationen an der Wirbelsäule häuften. Auch die schon vor langem angekündigte Miniserie "Angelyne", in der Emmy Rossum den mysteriösen Charts-Star Angelyne spielt, findet ihre Heimat bei Peacock. Dass man die bei NBC abgesetzte Comedy "A.P. Bio" bei Peacock weiterführen wird, war schon bekannt. Doch NBC Universal will es bei seinem Streaming-Dienst nicht bei fiktionalen Inhalten belassen, auch alle anderen Genres sollen dort stattfinden - eines der Zugpferde sollen etwa die Olympischen Spiele sein. Und mit der "Amber Ruffin Show" wird man sogar eine aktuelle, wöchentliche Late-Night-Show für den Streaming-Dienst produzieren.

Tinder© Tinder
Wenn man denkt, es ist nun wirklich jeder auf den Serienzug aufgesprungen, kommt die Dating-App "Tinder" daher und belehrt einen eines Besseren. Laut "Variety" soll dort schon ab Oktober eine Mini-Serie an den Start gehen, die auf den ursprünglichen Mechanismus des nach rechts oder links Wischens setzt. Der Ausgangspunkt: kurz vor der Apokalypse stehend, wird die Frage gestellt, mit wem man lebend seine letzte Nacht verbringen würde. Was dann passiert, hängt vom Nutzerverhalten ab -  der Klassiker: rechts oder links swipen kommt zum Zug -, womit die Geschichte individuell und interaktiv weiter in Gang gesetzt wird. Sechs unbenannte Episoden wurden in Mexico City unter der künstlerischen Leitung von "Drake"-Homie Karena Evans abgedreht. Die Kanadierin setzte den Kanadier schon für einige seiner Songs in Szene. Mit dem eigenen Content hält Tinder seine Nutzerinnen und Nutzer nicht nur länger in der App und kann dadurch noch mehr Daten sammeln, die Information über die Entscheidung, wie eine Geschichte weitergehen soll, kann in den Algorithmus der Partnersuche einfließen. So können Matches über ein ähnliches Nutzerverhalten generiert werden. Und natürlich wird dadurch auch bei einer Stagnation in der Partnersuche Nutzerbindung durch alternativen Content betrieben - zum Wohle der größeren Informationssammlung.

Jane Lynch / GleeNur noch eine Protagonistin der "Golden Girls" ist am Leben. Die nach wie vor im TV-Bereich aktive Betty White könnte jedoch miterleben, wie eine an die Idee der NBC-Serie angelehnte Serie aussehen könnte. Jane Lynch, die bei den Creative Arts Emmys mit einem Preis für den besten Gastauftritt ("The Marvelous Mrs. Maisel") belohnt wurde, arbeitet zusammen mit Musikikone Cyndi Lauper ("Girls just wanna have fun") und Carol Leifer ("Seinfeld") an einer neuen Serie über vier Mittsechzigerinnen mit dem Beziehungsstatus (größtenteils) "alleinstehend". Lynch und Lauper werden zudem im "Golden Girls für heute" zu sehen sein. Zwei weitere Damen werden zum geplanten Quartett stoßen. Laut Lynchs Aussagen ist Netflix für das Projekt mit an Bord.

Kiefer Sutherland© MIPCOM
Der geplante Kurzformat-Dienst Quibi akquiriert fleißig weiter. Ein neuer großer Name stößt zum Portfolio hinzu. Dieses Mal handelt es sich um Kiefer Sutherland und die Serie "The Fugitive". Der Plot: nach einer Bombenexplosion in einem Zug wird ein Unschuldiger zum Verdächtigen. Sutherland wird zum Jäger des zu Unrecht der Tat beschuldigten Familienvaters. Schon länger bekannt ist, dass Roseanne Barr rund eineinhalb Jahre nach ihrem Rauswurf aus ihrer eigenen Sitcom an einer Rückkehr in die Öffentlichkeit arbeitet. Zusammen mit dem ebenfalls verstoßenen Andrew Dice Clay geht sie auf Stand-Up-Comedy Tour unter dem Label "Mr. and Mrs. America". Im Rahmen eines Interviews mit "DailyMailTV" äußerte sie weiterhin Unverständnis und Wut bezüglich ihres Sitcom-Endes bei "Roseanne". Sowohl gegenüber ABC als auch ihrer ehemaligen Serientochter Sara Gilbert. Diese sei verantwortlich für ihre Kündigung - im Vorgehen von ABC wittert sie eine Verschwörung.

The Big Bang Theory, Staffel 11© Warner Bros. Television
Ein Wiedersehen mit den "Boondocks" wird es beim im Herbst 2020 startenden Streamingdienst HBO Max geben. Die animierte Serie lief in 55 Folgen bei Adult Swim und soll nun für zwei neue Staffeln wiederbelebt werden. Die Neuauflage folgt den Abenteuern des selbst ernannten Bürgerrechtlers Robert Freeman und seinen beiden wilden Enkeln Huey und Riley. Ein Umzug in die vermeintliche Idylle entpuppte sich als schwierig: Onkel Ruckus führt nach wie vor ein bizarres Regime in der fiktiven Stadt und so wird der Alltag für alle anderen zum Überlebenskampf. Doch nicht nur neuer Content, auch alter wird bekanntlich Teil des Dienstes. Und in diesem Fall können bei WarnerMedia die Korken knallen: für HBO Max hat man das von Warner Bros. TV produzierte "The Big Bang Theory" erworben. Nachdem man bereits die Streamingrechte an einer anderen großen und lang laufenden Sitcom erworben hat, und zwar "Friends", stoßen nun zwölf Staffeln der Chuck-Lorre-Produktion hinzu und dürften im Ringen um Kunden etwas helfen. Fünf Jahre gilt die Vereinbarung für HBO Max - TBS darf die 279 Folgen zudem bis 2028 zeigen. Apropos "Big Bang Theory": Jim Parsons und Mayim Bialik haben in Fox einen Abnehmer für eine geplante Serie gefunden. Es handelt sich um "Carla" eine Adaption der BBC-Serie "Miranda". Bialik könnte dabei als Besitzerin eines Katzencafés auftreten, sofern von Fox grünes Licht folgt.

SEAL Team© CBS
Am 2. Oktober fällt der Startschuss für die dritte Staffel der Militär-Serie "SEAL Team". Noch vor der Ausstrahlung der neuen Staffel hat Showrunner John Glenn bekannt gegeben, dass er sich freiwillig von der CBS-Serie zurückzieht. Er selbst kam erst in der zweiten Staffel ins Boot und nimmt nun also wieder seinen Hut. Eine interne Ermittlung des Senders CBS, die Insidern zu Folge jedoch keine über sexuelle Belästigung war, brachte ihn zu diesem Schritt. Ihre Enttäuschung über die Ermittlungsergebnisse von ABC tat die Schauspielerin Afton Williamson via Instagram kund. Diese stieg aus der Serie "The Rookie" mit der Begründung aus, sexuell belästigt und aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert worden zu sein. ABC kam zum Entschluss, dass kein gesetzeswidriges und unangebrachtes Verhalten am Set stattgefunden hätte. Williamson widerspricht und wirft ABC vor, mehr Energie in die Vertuschung der Vorfälle investiert zu haben als sich um Aufklärung zu bemühen. Ihr Engagement für sicheres Arbeiten am Set will sie fortführen.

Apple© Apple
Disney-Chef Bob Iger gehört nicht länger dem Aufsichtsrat von Apple an. Der Rückzug aus dem Gremium, in dem er immerhin acht Jahre lang saß, hängt damit zusammen, dass die beiden Unternehmen künftig direkter als bislang in Konkurrenz zueinander stehen. Mit Disney+ und Apple TV+ werden beide Unternehmen noch in diesem Herbst eigene Streaming-Angebote an den Start bringen. Als Iger in den Apple-Aufsichtsrat eintrat, sah die Welt noch anders aus - iTunes war ein wichtiger Vertriebsweg für von Disney produzierte Serien, selbst einen Zusammenschluss der Unternehmen hatten Bob Iger und Steve Jobs erwogen. In einem Interview meinte Iger gerade gar, dass es zu der Fusion wohl gekommen wäre, wenn Steve Jobs - der mit knapp 8 Prozent der Anteile größte Einzelaktionär von Disney war - nicht gestorben wäre.

Abgesetzt oder verlängert?

"Family Reunion": Der Umzug der McKellans von Seattle nach Georgia war der Ausgangspunkt der Comedy "Family Reunion". Mit viel Fremdscham geht die Familienzusammenführung bei Netflix von statten. Und das endet so schnell auch nicht. Die Serie hat eine Bestellung um weitere 16 Folgen im Rahmen einer zweiten Staffel erhalten.

Netflix© Netflix
"No Good Nick": Melissa Joan Hart dürfte ihr "Sabrina - Total verhext"-Image nur schwer los bekommen. Immerhin lief die Comedy über sieben Staffeln bei ABC und The WB. Aktuell war sie in der Familien-Comedy "No Good Nick" bei Netflix zu sehen. Die Premierenstaffel wurde in zwei Hälften geteilt und danach wird auch schon wieder Schluss sein. Der Streamingdienst zog die Reißleine bei der Serie und damit gilt: eine statt sieben Staffeln.

 

US-Quoten-Update

Dancing with the stars© ABC
Eigentlich beginnt die Herbst-Season in den USA erst in der kommenden Woche, "Dancing with the Stars" legte am Montag aber schonmal einen Frühstart hin. Und immerhin: Die Reichweite fiel zum Auftakt mit gut 8,1 Millionen Zuschauern um rund 400.000 höher aus als noch bei der letzten Staffel im Herbst vergangenen Jahres. In der Zielgruppe blieb der Marktanteil mit 1,0/5 Prozent (Rating/Share) stabil - und das ist in Zeiten rapide sinkender Live-Reichweiten ja schonmal eine ganze Menge. Die Show hat schon seit vielen Jahren mit sukzessive sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen - man darf gespannt sein, ob dieser Trend auch über die erste Folge hinaus aufgehalten werden kann. Bei den 18- bis 49-Jährigen teilte sich "Dancing with the Stars" die Marktführung am Montag übrigens mit dem zeitgleich gesendeten Finale von "American Ninja Warrior". Die Physical Gameshow erreichte damit den besten Zielgruppen-Wert seit dem Staffel-Auftakt - das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Staffel-Schnitt hier erneut von zuletzt 1,1 auf nun 0,9 Rating-Points in der Zielgruppe zurückging. Binnen drei Jahren hat sich die Live-Reichweite bei den 18- bis 49-Jährigen damit übrigens halbiert.

Americas Got Talent© NBC
Das mit Abstand meistgesehene Programm im Sommer war unterdessen auch in diesem Jahr wieder "America's Got Talent" - doch auch dieses Dickschiff amerikanischer Show-Unterhaltung hat mit einem ganz erheblichen Reichweitenrückgang zu kämpfen, zumindest die Nutzung am Tag der TV-Ausstrahlung selbst angeht. Zwar schalteten zum Finale am Mittwoch nochmal 10,2 Millionen Zuschauer ein, im Normalfall lag die Castingshow in diesem Jahr allerdings klar im einstelligen Millionen-Bereich. Im Schnitt kamen die einzelnen Folgen auf 9,2 Millionen Zuschauer, das waren gut 1,9 Millionen weniger als noch im Vorjahr. In der Zielgruppe ging das durchschnittliche Rating von 2,0 auf 1,4 zurück. Nicht so recht verfangen wollte zudem der Versuch, mit "Bring the Funny" im "Got-Talent"-Schlepptau noch einen Comedy-Wettbewerb zu etablieren. Zum Abschluss gab's mit 3,3 Millionen Zuschauern und 0,6/4 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe (Rating/Share) nochmal einen neuen Tiefstwert. Angesichts dieser Entwicklungen sticht "Bachelor in Paradise" in diesem Jahr sehr positiv heraus: Hier zog der Staffel-Schnitt im Vergleich zum Vorjahr in der Zielgruppe sogar von 1,1 auf 1,2 Rating-Points an.

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